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Sylter Rundschau

08. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Deichschau auf Sylt : Halten die Sylter Deiche im Herbst?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei der Deichschau haben Experten die Schutzwälle auf der Insel inspiziert.

Deichschau von Nösse bis nach Rantum: Eine große Delegation aus Fachleuten hat ihre traditionelle Runde an den Sylter Deichen gedreht. Wie jedes Jahr im Herbst und im Frühjahr findet diese Kontrolle auf der Insel statt, um vor Beginn der Sturmzeit zu prüfen, ob alle Barrieren sicher sind. Bei Windstärke sieben, aber eher milden, spätsommerlichen Temperaturen, zogen die 13 Experten rund zweieinhalb Stunden über die Insel. Unter ihnen Mitarbeiter vom Landesamt für Küstenschutz (LKN), vom Landschaftszweckverband (LZV) und von den Feuerwehren.

„Wir haben gleichbleibend gute Deiche, die kontinuierlich in Augenschein genommen werden“, fasst Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbandes, die Ergebnisse der Inspektion zusammen. Zwei „Brennpunkte“ gäbe es allerdings: An Stellen am Nössedeich – einem 13 Kilometer langen Seedeich an der Südostküste – müsse demnächst gehandelt werden. Das bestätigt auch Winfried Brochtrup vom LKN: „Im Binnenland gibt es dort zwei Nassstellen.“ Der sogenannte Deichfuß soll im kommenden Jahr trockengelegt werden.

Bedenken, bezüglich der Sicherheit des Schutzwalls im Osten sowie dessen angeblich schlechten Zustands, die der Morsumer Alfred Bartling Anfang September öffentlich kritisiert hatte, hätten sich demnach nicht bestätigt. Gefahr für den Deich bestünde an der Morsum Odde nicht, wie die Experten feststellten. „Wenn dort wirklich Gefahr besteht, würden wir sofort eingreifen“, sagt Brochtrup. Der Deich erstreckt sich in Ost-West-Richtung von der Sylter Ostspitze, östlich von Morsum bis hin zum Deich des Rantumbeckens südlich von Tinnum. Bartling, der 30 Jahre lang beim damaligen Amt für ländliche Räume arbeitete, bemängelte unter anderem, dass sich an der Innenseite des Deichs zwischen Morsum und Keitum drei große Stellen befänden, an denen Wasser ausgetreten sei.

Andere größere Auffälligkeiten habe es bei der Begehung nicht gegeben. In einem Bericht hielten die Küstenschutz-Experten nach ihrer Tour fest, ob die Schutzwälle auf der Insel in guter Verfassung sind oder ob Stellen ausgebessert werden müssen. Der Rantumdamm, der Rantumer Binnendeich sowie alle entsprechenden, zugehörigen Bauwerke seien in einem „guten Unterhaltungszustand“ und die Deiche „wehrhaft“.

Auch der Abschnitt am Mövenberg sei gegen kommende Herbststürme gewappnet: „Die Oberflächenentwässerung ist frei“, heißt es im Protokoll und die „Lage ist stabil“. Der Lister Mövenbergdeich war 2012 – nach über 30 Jahren Planungszeit – erneuert worden. Er diene nun wieder wehrhaft zur Sicherheit der Ortslage, sagt Helge Jansen, Vorsitzender der Stiftung Küstenschutz Sylt.

Nicht überprüft wurde der Wehrabschnitt-Deich vor Rantum Inge (Ingedeich). Grund dafür war, dass der Deich aufgrund von Bauarbeiten derzeit nicht mit den Autos zugänglich ist. Der entsprechende Abschnitt soll demnächst nachträglich kontrolliert werden. Die nächste Deichschau soll im Frühjahr 2017 stattfinden.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 05:08 Uhr

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