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Sylter Rundschau

29. Juni 2016 | 20:18 Uhr

Bürgerbegehren : Halle 28: Jetzt sind die Bürger gefragt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Initiative sammelt Unterschriften zum Erhalt der Hallen auf dem Fliegerhorst.

„Rettet die Hallen 28 und 25“ – so lautet der Slogan, mit dem am Dienstag ein Unterschriftenaktion gestartet wurde. Das Ziel: Den von der Mehrheit der Politik beschlossenen Abriss aller Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Marinefliegerhorstes verhindern. Initiatoren des Bürgerbegehrens sind der Gemeindevertreter und ehemalige Bürgermeisterkandidat Lars Schmidt, der Archsumer Ehrenwehrführer Wolfgang Holst sowie Thomas Raffelhüschen für den Verein Sylter Unternehmer (SU). In ihrer Begründung fordern sie einen dauerhaften Erhalt der Halle 28 als zentrale Evakuierungsstätte der Insel bei Großschadenslagen. Außerdem wird dort Teile der Ausrüstung von ehrenamtlichen Organisationen wie den Feuerwehren der Gemeinde oder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gelagert.

Der Ist-Zustand der Halle 28 sei „hervorragend“, alles wäre „komplett und sofort einsetzbar“, betonte Wolfgang Holst auf der Pressekonferenz zum Start des Bürgerbegehrens und nannte erneut bekannte Beispiele: So stünden 5  000 Betteneinheiten bereit, die stets greifbar seien, 80 Personen könnten im Schadensfall sofort in der Halle untergebracht werden. Es gäbe eine Großküche, die mit Gas betrieben werde, auch leistungsfähige Notstromgeräte stünden jederzeit zur Verfügung. Außerdem hätten die Ehrenamtler in den vergangenen Jahren zahlreiche Investitionen für Elektrik, Wasser und Heizung getätigt. Darüber hinaus seien in der Halle notwendige Geräte und Materialien wie Sandsäcke und Buschwerk gelagert. „Ein Abriss der Halle 28 wäre völlig demoralisierend für alle freiwilligen Helfer“, beklagte Holst. Anstelle eines Neubaus, der aus ihrer Sicht zu teuer wäre, oder dezentraler Lösungen, die sie für nicht praxisgerecht halten, fordern die Initiatoren, dass eine langfristige Nutzungsvereinbarung für die Halle abgeschlossen wird.

Damit der Bürgerentscheid wirksam wird, sind laut Gemeindeordnung wenigstens 1  157 Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern ab 16 Jahren mit Wohnsitz in der Gemeinde Sylt erforderlich. Einwohner von List, Kampen, Wenningstedt und Hörnum sind nicht stimmberechtigt. „Das sollten wir in relativ kurzer Zeit locker erreichen“, erhofft sich Lars Schmidt. „Es können aber gerne auch deutlich mehr sein.“ Falls genügend Bürger das Begehren unterstützen und die Gemeindevertretung dann nicht von sich aus beschließen sollte, was verlangt wird, muss innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Dann wird das Verfahren jedoch komplizierter: Die Frage zum Erhalt der Hallen 25 und 28 muss mehrheitlich positiv beantwortet werden. Allerdings muss diese Mehrheit eine bestimmte Mindeststärke haben, die sich nach der Einwohnerzahl richtet: Im Fall der Gemeinde Sylt sind dies 18 Prozent aller Stimmberechtigten, also 2  314 Bürger.

Bei dem Bürgerbegehren geht es aber auch um Geld: Die Initiatoren müssen die Unterzeichner darüber informieren, welche möglichen finanziellen Folgen ein Ja zum Erhalt der Hallen hat. Gemäß Kostenschätzung der Gemeinde sind allein zur Instandsetzung der Hallen vier bis fünf Millionen Euro erforderlich. Dies halten die Initiatoren jedoch für völlig überzogen und nennen deutlich geringe Zahlen im nur sechsstelligen Bereich.

192  000 Euro nur für die Halle 28, knapp 400  000 für alle Gebäude, müsste die Gemeinde außerdem an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nachzahlen. Zwar habe man versucht, die BImA herunterzuhandeln, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Dieses Bestreben sei aber nicht erfolgreich gewesen. Derweil setze die Verwaltung den Auftrag der Selbstverwaltung um, an einem Alternativmodell zur Halle 28 zu arbeiten. Laut Häckel sollen im Katastrophenfall künftig das Schulzentrum und mobile Abrollcontainer genutzt werden.


Weitere Informationen zu dem Bürgerbegehren gibt es im Internet auf www.hallenretten.sylt-organisiert-sich.de. Unterschriftenlisten liegen zum Beispiel in der Geschäftstelle des Vereins Sylter Unternehmer, Stephanstr. 6 in Westerland, sowie in allen Filialen der Bäckerei Raffelhüschen aus.

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erstellt am 28.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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