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Sylter Rundschau

29. September 2016 | 06:58 Uhr

Freiweillige Feuerwehr : Großer Übungseinsatz für die Sylter Feuerwehren

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In Braderup probten die Sylter Feuerwehren gemeinsam mit dem DRK den Ernstfall. Zwei Brände und ein schwerer Verkehrsunfall forderten Teamgeist und Wachsamkeit der Kameraden

In regelmäßigen Abständen üben die insularen Feuerwehren und das Rote Kreuz mit Unterstützung der Polizei einen Ernstfall, um für reale Einsätze Erfahrungen zu sammeln und aus etwaigen Fehlern zu lernen. Damit die Szenarien so authentisch wie möglich wirken, sind bei Übungen dieser Art nur wenige Insider eingeweiht, der Großteil der alarmierten Rettungskräfte geht von einem echten Einsatz aus.

Eine Woche lang hatte Andreas Petersen, Amtswehrführer der Feuerwehren List, Kampen, Wenningstedt und Hörnum, die Großübung mit drei weiteren Kollegen vorbereitet. Um 19 Uhr ging am Donnerstag Abend bei der Leitstelle in Harrislee ein abgesprochener, falscher Feueralarm ein, der die Hilfsorganisationen zum Einsatzort im Süden von Braderup beorderte. Kurze Zeit später waren inselweit Martinshörner zu hören, Rettungswagen und Feuerwehrautos rauschten aus allen Richtungen nach Braderup.

Drei Szenarien waren vorbereitet, die erste Übung fand auf dem Gelände der Strandkorbfirma statt, die am südlichen Ortsausgang vom M.-T.-Buchholz-Stich beheimatet ist. Als die Kameraden eintrafen, qualmte es aus zwei Hallen, die mit Rauchgeneratoren vernebelt worden waren. Hier galt es, unter Zuhilfenahme von Atemschutzgeräten und Wärmebildkameras vermisste Personen zu retten sowie kleine Brände zu löschen. Das zweite Szenario wurde etwa 100 Meter nördlich in einer Maschinenhalle hinter dem Körnerladen geprobt. Wieder ging es um Brandbekämpfung und Personenrettung.

Als kurz nach 20 Uhr die Dämmerung einsetzte, kam der dritte Alarm: Schwerer Autounfall in der lang gezogenen Linkskurve hinter dem Braderuper Ortsausgang Richtung Munkmarsch. Zwei Autos waren von der Feuerwehr im Dickicht des kleinen Wäldchens drapiert worden; eins in den Bäumen hängend, ein anderes auf die Seite gekippt. Zwei weitere Fahrzeuge waren hinter dem Wäldchen „zu Schaden“ gekommen. Hier mussten die Feuerwehrmänner schnell die Lage erkunden, beurteilen und in der richtigen Folge abarbeiten. In drei „verunglückten“ Fahrzeugen lagen Feuerwehrkollegen, die vom Rettungsdienst mit Hilfe von Schminke zu Unfallopfern gemacht wurden.

Mehr als 100 Helfer kamen an diesem Abend zum Einsatz, das Resümee war für Einsatzleiter Petersen vorwiegend positiv. „Seit kurzem sind wir im Digitalfunk, somit funktionierte die Alarmierung und die Kommunikation über die Leitstelle hervorragend, genau so wie die Anfahrten.“ Personensuche und Personenrettung seien auch glatt gelaufen, die „Probe-Opfer“ konnten dem Rettungsdienst übergeben werden. „Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten können wir ganz zufrieden sein. Obwohl wir wieder einmal gemerkt haben, dass die Personaldecke für solche Schadenslagen schon sehr dünn ist“, erklärte Petersen. „Auch wenn alle Wehren der Insel bei einem Einsatz dieser Größenordnung dabei sind, kann es im Ernstfall eng werden. Deshalb der Aufruf an alle Sylter: Schauen Sie einfach mal bei der Feuerwehr rein!“

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erstellt am 17.Sep.2016 | 05:43 Uhr

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