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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Sylter Baustellen : Große Verwirrung und weniger Umsatz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Von Straßensperrungen, Umleitungen und Staus sind alle betroffen: Auto- und Radfahrer ebenso wie Fußgänger, aber auch viele Gewerbebetriebe.

Die zahlreichen Sperrungen und Umleitungen rings um Bahnhof nerven und verwirren nicht nur Autofahrer, sondern jetzt ebenso alle anderen Verkehrsteilnehmer: „Hallo Sie da, aufpassen und absteigen. Sie fahren ja quer durch unsere Baustelle“, ruft der Bauarbeiter einem Radfahrer zu, der in alter Gewohnheit vom Trift aus am ZOB vorbei weiter nach Norden in den Bahnweg fahren will. Auch Passanten, die vom Bahnhofsvorplatz auf dem Weg hinüber zur Wilhelmstraße sind, stehen plötzlich vor rot-weißen Absperrgittern und suchen verzweifelt nach einem Übergang in Richtung Fußgängerzone und Strandpromenade. Dieser führt seit gestern nur noch über eine so genannte Anforderungsampel auf Höhe des Textildiscounters Kik, erläutert Stefanie Schultz vom Ordnungsamt der Gemeinde Sylt. Oder die Fußgänger machen den großen Bogen bis zur Ecke Kirchenweg und Kjeirstraße.

Aber auch dort wird es künftig noch enger für alle, die in der Westerländer Innenstadt unterwegs sind: Denn zusätzlich zu den umfangreichen Tiefbaumaßnahmen der Energieversorgung Sylt (EVS) an Strom-, Wasser- und Gasleitungen und den Asphaltierungsarbeiten der L24 durch den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) beginnt bereits in 14 Tagen Phase zwei der Bauarbeiten zur Anbindung des neuen Regenrückhaltebeckens an die Kanalisation. Dadurch kann für vier bis fünf Wochen in dem Bereich des derzeit gesperrten Parkplatzes am Bahnhof nur noch eine Fahrspur genutzt werden, kündigte Stefanie Schultz an. Dies führt noch einmal zu einer verschärften Situation für alle Kraftfahrer, die durch das Nadelöhr in Richtung Osten über die Keitumer Chaussee oder gen Norden durch die Kjeirstraße unterwegs sind. „Wir werden uns bemühen, dort die Ampelschaltungen weiter zu optimieren und eine maximale Grünphase einzurichten“, so die Ordnungsamtsmitarbeiterin.

Besonders betroffen von den Baumaßnahmen verschiedenster Art sind außer allen Verkehrsteilnehmern vor allem die Gewerbetreibenden entlang der L24. Zum Beispiel die beiden Tankstellen: „Seit Beginn der Bauarbeiten und der Einbahnstraße direkt vor unserer Haustür Anfang vergangener Woche hat sich unser Umsatz um 40 Prozent verringert“, sagt Lars Raddatz, Betriebsleiter der Esso-Tankstelle gegenüber vom Bahnhof. „Doch man hat uns zugesichert, dass die Zufahrten immer offen gehalten werden. Ich kann nur hoffen, dass alles zügig und ordentlich abgearbeitet wird.“ Bereits seit Mai ist die Shell-Tankstelle im Trift, Ecke Industrieweg betroffen. „Im Schnitt haben wir Umsatzeinbußen von 20 bis 25 Prozent“, erklärt Betreiber Danny Blaas. „Aber da müssen wir wohl oder übel durch. Dann haben wir ja Ruhe für die nächsten Jahrzehnte.“ Blaas lobt die gute Zusammenarbeit von EVS und Landesbetrieb: „Das geht Schlag auf Schlag hintereinander weg. Die arbeiten bis in den Abend und sogar am Wochenende.“ Nachdem in dem Bereich südlich der St. Nicolai-Straße bis Lorens-de-Hahn-Straße alle Leitungen neu verlegt sind, wird dort aktuell die erste Asphaltschicht aufgetragen. Kopfschütteln bereitet dem Tankstellen-Betreiber jedoch das Verhalten mancher Autofahrer, die zur Autoverladung wollen: „Verkehrsregeln kennen einige gar nicht: Da wird wild gewendet oder einfach über Gehwege gefahren.“

Weniger gelassen sieht dagegen Hermann Schulze die Situation im Industrieweg, vor allem wegen der langen Staus bei der Abreise: „Letzten Sonnabend kam kaum einer rein zu uns“, berichtet der Warenhausleiter von Famila. „In der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr hatten wir Umsatzeinbußen von 40 bis zu 60 Prozent. Das ist schon krass im Vergleich zum Vorjahr.“ Probleme gäbe es auch in der Warenwirtschaft: „Zu wenig Kunden bedeuten ja auch zu viele Lebensmittel vor allem im Frischebereich, die nicht verkauft werden können.“ Der Famila-Leiter erhofft sich zwar ein planmäßiges Ende aller Bauarbeiten, doch Staus werde es auch danach immer wieder geben – trotz mehr Autozügen und höherer Taktung. „Die eigentliche Frage ist doch, ob es langfristig sinnvoll ist, die Autoverladung mitten in der Stadt zu belassen“, so Schulze.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 04:02 Uhr

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