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Sylter Rundschau

24. August 2016 | 08:45 Uhr

Flüchtlinge auf Sylt : Fünf-Städte-Heim bald Unterkunft für 300 Flüchtlinge?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Landkreis Pinneberg plant, in dem Hörnumer Schullandheim Asylbewerber unterzubringen. Die Sylter Bürgermeister sind bereit, zu helfen.

Wird das Fünf-Städte-Heim bereits ab November zu einer weiteren Flüchtlingsunterkunft auf Sylt? Wenn es nach den Plänen der Betreiber geht, ja. Andrea Hansen, Geschäftsführerin des Schullandheims und Bürgermeisterin von Uetersen, hat Pläne bestätigt, den Gebäudekomplex im Hörnumer Norden außerhalb der Saison, wenn das Heim eigentlich geschlossen wäre, für die Unterbringung von bis zu 300 Flüchtlingen aus dem Landkreis Pinneberg zu nutzen. Allerdings würden erst kommende Woche Gespräche mit allen beteiligten Bürgermeistern geführt, um den tatsächlichen Bedarf zu klären. „Es geht darum, einen zeitlichen Puffer zu schaffen – für den Fall, dass mehr Wohnraum gebraucht wird. Bevor wir Turnhallen dafür nutzen müssen, wäre Sylt eine Alternative.“ Es gehe aber nur um Notsituationen, wenn Flüchtlinge im Kreis nicht mehr untergebracht werden könnten.

Auch der zuständige Landrat Oliver Stolz bestätigte die Pläne: „Die Unterbringungssituation im Kreis Pinneberg ist angespannt. Wir müssen jede Möglichkeit prüfen, um Flüchtlinge in festen Unterkünften unterzubringen.“ Dafür könnte das Fünf-Städte-Heim vorübergehend eine Alternative sein. Dies werde derzeit, wie viele andere Möglichkeiten auch, geprüft. „Ausschließen möchte ich nichts“, so Stolz. „Vor einer Entscheidung würden wir aber auf jeden Fall Gespräche mit der betroffenen Gemeinde und dem Kreis Nordfriesland führen."

„Lautes Denken ist fair. Ich finde es gut, dass Hörnum und Sylt früh eingebunden werden“, sagte Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt und als oberster Verwaltungschef auch für die Flüchtlingsbetreuung auf der Insel zuständig. „Da ist eine Idee des Fünf-Städte-Vereins, die ich durchaus nachvollziehen kann. Wir müssen ja alle Notlösungen suchen, bevor wir längerfristige Lösungen gefunden haben. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam handeln und weitere Asylbewerber auf Sylt unterbringen können.“ Allerdings dürfe dies nicht zu weiteren Belastungen für Verwaltung und Ehrenamtler auf der Insel führen. „Doch die Verantwortlichen des Kreises Pinneberg haben ja bereits angekündigt, dann mit eigenen Kräften vor Ort zu sein“, so Häckel. Ausdrücklich begrüßt der Bürgermeister, dass die Betreiber des Fünf-Städte-Heims sich bereit erklären, dort auch Plätze für diejenigen Flüchtlinge anzubieten, die der Insel zugewiesen werden. Juristische Möglichkeiten, gegen die Pläne vorzugehen, sieht Häckel nicht: „Es gibt kein Recht der Inselgemeinden, dem zu widersprechen“, so Häckel. „Offen ist allerdings, wie der Kreis Nordfriesland sich verhält.“

Hörnums Bürgermeister Rolf Speth allerdings glaubt nicht, „dass die derzeitige Rechtslage das zulässt“. Weitergehende Aussagen oder Kommentierungen zu den Gedankenspielen aus dem Landkreis Pinneberg wollte er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht treffen. Grundsätzlich sei man natürlich bereit, auch anderen Gemeinden zu helfen, so Speth, aber das müssten dann die Landräte von Pinneberg und Nordfriesland untereinander klären.

 

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erstellt am 24.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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