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Gastronomie auf Sylt : Frischer Wind auf dem Lister Kliff

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wonnemeyer hat die Weststrandhalle vom „Österreicher“ Ulli König übernommen und gibt dem Strandrestaurant nun ein nordisches Flair

Frischer Wind in der Weststrandhalle: Wo bis vor wenigen Monaten noch dunkles Holz für österreichische Gemütlichkeit sorgte, dominieren nun helle Farben. „Der Österreicher“, auf der Insel seit 30 Jahren ein Synonym für alpenländische Gastfreundlichkeit, hat das Lister Gasthaus in jüngere Hände gegeben. Über der Tür steht nun „Wonnemeyer“ – ein Name, der schon am Wenningstedter Strand seit 20 Jahren für Gastlichkeit bekannt ist.

Tafelspitz, Wiener Schnitzel, Salzburger Nockerln, Palatschinken mit Marillenmarmelade – für solche österreichischen Spezialitäten war Ulrich König (63) unter seinen Stammgästen bekannt. Der Kaiserschmarrn stand zwar nicht auf der Speisekarte, wurde aber trotzdem oft und gern bestellt. „Wenn man so ein abgelegenes Haus hat, ist man auf treue Stammgäste angewiesen“, sagt der Gastronom, den es 1978 von Niederösterreich nach Sylt verschlagen hat. „Die mussten wir uns erarbeiten.“ Ein Knochenjob für König, seine Frau Gertrude und seinen Sohn Alex – an sieben Tagen die Woche von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Morgens um 7.30 Uhr wieder im Betrieb stehen, aus dem man vor Mitternacht nicht rauskommt. Unterstützt von bis zu 25 Angestellten im Service und in der Küche. „Es war toll und hat viel Spaß gemacht“, blickt Ulli König zurück. Der Abschied fällt ihm nicht leicht, nach 30 Jahren in der Weststrandhalle und insgesamt 40 Jahren Gastronomie. „Nach so langer Zeit legt man das nicht ab wie ein Hemd.“ Nun will Ulli König in seinem Lister Zuhause erstmal die Freizeit genießen, hier und da vielleicht mal bei Kollegen mitanpacken. Aber eine neue Herausforderung sucht er nicht.

Helles Grau und Beerenrot – die freundliche Gestaltung des neuen „Wonnemeyer Weststrandhalle“ im nordischen Stil trägt die Handschrift von Britta Wonneberger. Die Gemeinde List ist für sie und ihren Mann Rüdiger Meyer kein Neuland – hier eröffneten die beiden Anfang der 90er Jahre ihre Austernbar in Dittmeyer’s Austern Compagnie. 1997 eröffnete dann das „Wonnemeyer“ am Wenningstedter Strand – in diesem Jahr steht das 20jährige Jubiläum ins Haus. Zum 1. Januar 2017 konnte die Familie den laufenden Pachtvertrag für die Weststrandhalle übernehmen.

Erwartet die Gäste in List nun das gleiche Angebot wie in Wenningstedt am Strand? „Nein“, sagt Chef Rüdiger Meyer (59), „für die Weststrandhalle haben wir ein eigenständiges Konzept erarbeitet.“ Wonnemeyer am Strand – „das steht für Wonne wie wohlfühlen und Meyer für jedermann.“ Für einen einfachen, mediterranen, burschikosen und dennoch modernen Stil und eine Speisekarte mit viel Fisch. Ein modernes Ambiente prägt künftig auch die Weststrandhalle, aber mit einem nordischen Einschlag. Gambas und andere mediterrane Meeresfrüchte stehen in Wenningstedt auf dem Menü, in List werden es unter anderem Sild, Matjes und Sprotten sein, aber auch Seezunge, Dorsch und Heilbutt in einfachen Variationen. In beiden Wonnemeyers gibt es Krabbensuppe, Galloway-Beef und Geflügel aus nordfriesischer Freilandhaltung. Was genau auf die Speisekarte kommt, berät Rüdiger Meyer mit seinen Küchenchefs – Philipp Bergk in List und Sebastian Pankotsch in Wenningstedt. Auf jeden Fall werden es „feinheimische“ Genüsse sein – Rüdiger Meyer gehört dem Netzwerk „Genuss aus Schleswig-Holstein“ an, das sich einer regional geprägten Ess- und Kochkultur verschrieben hat. Dabei soll die Strandversorgung, die der Pächter erfüllen muss, nicht zu kurz kommen. Allerdings wird der Strandgast künftig nicht mehr durchs Restaurant laufen müssen, um Imbiss und Getränke kaufen zu können – dafür wird eine Strandausgabe eingerichtet.

Die offizielle Eröffnung von „Wonnemeyer Weststrandhalle“ soll nach den Ostertagen mit einem kleinen Empfang gefeiert werden. Doch für die Gäste steht die Weststrandhalle schon seit dieser Woche offen. Für die Leitung der Serviceteams in beiden Restaurants ist Tochter Carla zuständig.

Die rot-weiß-karierten Tischdecken verschwinden zwar aus der Weststrandhalle, nicht aber alle österreichischen Speisen, für die der Vorgänger berühmt war. Dafür gibt es die Karte mit den „Königs-Tellern“ – eine Reminiszenz an Ulli König und seine Familie, die das Haus auf dem Kliff 30 Jahre lang geprägt haben.

 

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erstellt am 10.Mär.2017 | 05:04 Uhr

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