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Sylter Autoren : Frische auf dem Buchmarkt: „Horizont Atlantis - Familie der Wahrheit”

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Marco Boehm hat einen Sylt-Krimi über globale Verschwörungen geschrieben. Im Interview spricht der Autor über die Handlung, das Polizeirevier in Westerland und das Ende des Buches.

Seit dem 10. April steht in den Buchläden ein neuer Roman parat, der den Namen Sylt nicht gleich im Titel trägt. Erst der Klappentext gibt preis, dass es um einen Sylter Kommissar und um eine geheimnisvolle Wasserleiche geht, die ihn immer tiefer in dubiose Machenschaften und internationale Verschwörungen hineinzieht. Sabine Fleischmann sprach mit dem Autor Marco Boehm.

Herr Boehm, Sie sind auf der Insel kein Unbekannter. Ihren Namen verknüpft man mit einer Fotoausstellung in den Sylter Werkstätten und mit dem letzten Henner-Krogh-Förderpreis. Nun sind Sie auch unter die Schriftsteller gegangen?
Ich schreibe schon sehr lange, vor allem Kurzgeschichten, Gedichte und natürlich Songtexte und Musikrezensionen für Fachzeitschriften. Das Schreiben ist für mich also nichts Neues, sondern etwas Elementares.


Wie entstand denn die Idee für einen Sylt-Krimi?
Die Idee dazu hatte ich bereits vor 20 Jahren. Ich hatte fünf verschiedene Romananfänge geschrieben, kam aber über eine gewisse Phase im Plot nicht hinaus, denn in meinem Leben passierte so vieles, was dann doch wichtiger war.


Zum Beispiel?
Ich habe meinen Job gewechselt, habe mich vom gelernten Archäologen der Ur- und Frühgeschichte mit Faible für Atlantis zum Diplom-Pädagogen umschulen lassen, habe meine Frau kennen gelernt, eine Tochter bekommen und ein Haus gebaut. Da blieb höchstens Zeit für Kurzgeschichten und Gedichte, für die ich mehrfach ausgezeichnet wurde. Doch irgendwann war die Zeit reif, den Roman zu Ende zu bringen.

Verraten Sie uns etwas über die Handlung?
Nur so viel: Es gibt drei verschiedene Handlungsstränge, die erst zum Showdown auf Sylt zusammen finden. Dazwischen erlebt der Sylter Kommissar Thorson ein spannendes Verwirrspiel, das mit der Entwicklung bio-chemischer Kampfstoffe, mit Terror, Großwetterereignissen, der geheimnisvollen Sekte ‚Horizont Atlantis‘ und einer globalen Verschwörung zu tun hat.


Ist die Handlung rein fiktional oder stecken knallhart recherchierte Fakten dahinter?
Beides. Ich habe sehr gründlich recherchiert und mich in verzwickte Themen eingelesen, wie zum Beispiel die Struktur einer Sekte oder die verschiedenen Verschwörungstheorien zum Thema Wetterbeeinflussung. Orte und Institutionen, wie die Insel Riems und das dortige Friedrich-Loeffler-Institut, gibt es tatsächlich. Die Sekte ‚Horizont Atlantis‘ habe ich mir allerdings ausgedacht.


Wenn man das Schlagwort Verschwörungstheorie hört, denkt man gleich an die Bestseller-Romane von Dan Brown, wie Sakrileg oder Illuminati. Geht Ihr Roman in diese Richtung?
Nein, mein Roman arbeitet weniger mit der Historie, er spielt eher in der nahen Zukunft. Er bedient nicht die geschichtlichen Theorien rund um Atlantis, sondern es geht um aktuelle globale Erscheinungen, um Genforschung, moderne Kriegsführung und um globale terroristische Tendenzen. Aber ich muss zugeben, dass ich gerne Dan Brown lese. Seine Art so bildreich wie ein Film zu schreiben, hat mich sicherlich beeinflusst.


Gibt es konkrete Orte auf der Insel, die in der Handlung vorkommen?

In meinem Kopf schon, auf dem Papier ist es lediglich das Polizeirevier in Westerland. Hier gibt es eine kuriose Geschichte: Alle Orte auf der Welt, die im Roman vorkommen, habe ich bereist, nur im Polizeirevier war ich nie. Mehrmals wöchentlich kam ich daran vorbei, doch erst, nachdem das Manuskript beim Verlag war, hatte ich die Chance mich zu überzeugen, ob meine Vorstellung mit der Realität passt; ich war erleichtert zu sehen, dass es hinkam.


Man weiß bereits, dass das Romanende offen bleibt. Das klingt nach einer Fortsetzung…
Richtig. Auch, wenn sich der Kreis im Roman schließt, ist ‚Horizont Atlantis‘ der Vorläufer für die Saga „Oseberg Gesellschaft“. Sie weist deutlich in den Bereich der Alternate Reality, wobei der Handlungsstrang bereits zuhause in der Schublade liegt. Es geht also weiter… und nicht erst in 20 Jahren.


„Horizont Atlantis – Familie der Wahrheit”, 192 Seiten, Riva Verlag, Münchner Verlagsgruppe, 14,99 Euro. Lesungen auf Sylt sind in Planung.


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