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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 08:55 Uhr

Halle 28 auf Sylt : Flughafen GmbH als Lösung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Fachausschüsse stimmen mit klarer Mehrheit für Nutzung der Katastrophenschutzhalle. Über Nachbarhalle 25 muss allerdings neu beraten werden.

Die Halle 28 auf dem Marinefliegerhorst soll zur Bewirtschaftung in den Besitz der Flughafen Sylt GmbH übergeben werden. Das haben Hauptausschuss und Feuerschutzausschuss am Dienstagabend auf einer gemeinsamen Sitzung beschlossen. In namentlicher Abstimmung votierten jeweils sieben Mitglieder beider Gremien für und vier Mitglieder gegen einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion, mit dem der Auftrag aus dem erfolgreichen Bürgerentscheid zum Erhalt der Halle 28 umgesetzt wird. Die Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt der Halle 28 inklusive Vorfeld sollen durchgeführt und vor allem die Mängel beseitigt werden, die zur Nutzungsuntersagung durch den Kreis Nordfriesland geführt hatten (wir berichteten). Ausdrücklich soll die Halle 28 „als Ort“ in die Organisation der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes einbezogen werden.

Die Beschlüsse der beiden Ausschüsse gelten zwar lediglich als Empfehlung für eine endgültige Entscheidung in der Gemeindevertretung, aber der Hauptausschussvorsitzende Carsten Kerkamm (CDU) sprach bereits von einem „klaren Ergebnis“ für die Halle 28. „Wir haben damit heute Nikolas Häckel den eindeutigen Auftrag für entsprechende Gespräche mit Peter Douven gegeben.“ Kerkamm erwartet, dass der Bürgermeister bereits in der Gemeindevertretersitzung am 21. Juli über den Verlauf seiner Verhandlungen mit dem Chef der Flughafen Sylt GmbH berichten wird.

Zu Beginn der Sondersitzung hatte Nikolas Häckel ausdrücklich die konstruktive Atmosphäre des Abstimmungsgesprächs am vergangenen Freitag gelobt: „Wir haben einen Konsens erreicht – nicht voll breit, aber schon sehr breit.“ Abrissgegner wie DRK-Chef Karl-Heinz Kroll äußerten sich „hocherfreut“, Gemeindewehrführer Wolfgang Kloth forderte „Genug der Worte, jetzt müssen Taten folgen“ und Lars Schmidt, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, meinte: „Alles Wesentliche ist bereits gesagt. Jetzt muss es zügig an die Mängelbeseitigung in der Halle 28 gehen.“

Ganz so unkompliziert sehen die Abrissbefürworter den Weg zur Nutzung der Halle 28 allerdings nicht. „Wir akzeptieren den Bürgerentscheid, halten den CDU-Antrag aber für zu unbestimmt“, sagte Erik Kennel. „Wie soll zum Beispiel die Halle 25 genutzt werden, was ist dort erlaubt?“ Der vorliegende Beschlussvorschlag sei ein „Blankoscheck, dem wir so noch nicht zustimmen können“, erklärte der SWG-Fraktionschef. „Erstmal müssen die Schularbeiten gemacht werden“, forderte sein SPD-Kollege Gerd Nielsen. Alles Finanzielle sei noch völlig unklar. Dazu gehörten besonders die Ermittlung des Werts der Hallen, die Höhe der Sanierungskosten oder der Aspekt einer weiteren Subventionierung der Flughafen GmbH. „Schließlich geht es um Millionenbeträge, über die wir reden.“

Nielsen zur Seite sprang auch Katrin Kramer von den Grünen: „Jetzt nur kein Schnellschuss, besser in Ruhe alle offenen Fragen klären.“ Für den CDU-Antrag sprachen sich dagegen die Vertreter des SSW aus, zuvor ebenfalls Befürworter eines Abrisses der Hallen. „Die Fragen der SPD sind berechtigt, die stellen wir uns auch. Eine Kostenermittlung ist das A und O“, sagte Andreas Eck. „Aber es muss alles getan werden, um den Bürgerentscheid jetzt umzusetzen.“

Weniger klar und vor allem knapper als der Beschluss zur Halle 28 fiel das Ergebnis über das weitere Vorgehen in Sachen Halle 25 aus. Sechs der elf Mitglieder des Feuerschutzausschusses stimmten dagegen, auch die Nachbarhalle samt Vorfeld zu sanieren und sie ebenfalls in den Besitz der Flughafen Sylt GmbH zu übertragen. Vom Hauptausschuss stimmten allerdings sechs Mitglieder mit Ja, fünf mit Nein. Eine endgültige Entscheidung zur Halle 25 müsse deshalb in der Gemeindevertretung getroffen werden, sagte Carsten Kerkamm. Außerdem wäre es möglich, dass sich der Hauptausschuss erneut mit diesem Thema befasst.

Dann könnte auch über einen Vorschlag von Sönke Hansen beraten werden: Der SWG-Politiker hatte angeregt, die Halle 25 nicht an die Flughafen Sylt GmbH, sondern an die Kurverwaltung Sylt-Ost zu übertragen. Über diesen Eigenbetrieb werden gewerbliche Liegenschaften der Gemeinde wie zum Beispiel das Muasem Hüs oder der Keitumer Bahnhof verwaltet. „Dort hätte die Gemeinde Sylt die Hoheit der Nutzung, was bei der Flughafen GmbH nicht geht“, erklärte Hansen. Die Halle 25 sollte von den jetzigen Planungen entkoppelt werden. Möglicher Nutzer könnten künftig zum Beispiel der Bauhof der Gemeinde sein – „oder es entsteht dort endlich die seit langem versprochene Funsporthalle für unsere Jugendlichen.“

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erstellt am 07.Jul.2016 | 04:30 Uhr

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