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Sylter Rundschau

25. September 2016 | 19:23 Uhr

Sylter Traditionsrestaurant : „Fisch-Fiete ist nun Geschichte“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Politiker befürchten einen Präzedenzfall für andere Keitumer Bauvorhaben und lehnen eine erneute B-Planänderung für das Restaurant ab

Am Freitagabend ist ein letzter Versuch gescheitert, das traditionsreiche Keitumer Restaurant „Fisch-Fiete“ zu erhalten. Die Mitglieder des Ortsbeirats hatten sich im Friesensaal zu einer Sondersitzung gemeinsam mit dem Bauausschuss der Gemeinde Sylt zusammengefunden, um erneut über den Antrag von Eigentümer Thomas Sievers auf Änderung des Bebauungsplanes für sein Grundstück im Weidemannweg zu beraten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob mit der Genehmigung mehrerer Ausnahmen für dieses Bauvorhaben eine Art Präzedenzfall für ähnliche Projekte in der näheren Umgebung geschaffen würde. Vor allem ging es darum, ob im Erdgeschoss künftig eine gemischte gewerbliche Nutzung sowohl als Restaurant als auch als Laden zulässig ist.

Denn der Ortsbeirat war „Fisch Fiete“ bei seinen Umbauplänen schon einmal entgegengekommen und hatte beschlossen, dass anders als in den B-Plänen für das Sondergebiet SO2 rings um den Gurtstig vorgeschrieben, keine 40 Prozent Wohnraum im Erdgeschoss entstehen müssen und es stattdessen zu 100 Prozent als Speisewirtschaft genutzt werden darf. Doch über diese Brücke wollte – und konnte – Sievers nicht gehen, weil es für ihn „wirtschaftlich nicht darstellbar“ ist. Zwingend müsse er ein Drittel der gesamten Nutzfläche (knapp 120 Quadratmeter) als Ladenlokal vermieten, um die aufwändigen Neubauten sowie Sanierungs- und Umbauarbeiten für den Gebäudekomplex finanzieren zu können, sagte der Restaurant-Inhaber auf der Sitzung. Außerdem würden im Erdgeschoss zumindest 26 Prozent Wohnraum geschaffen, im Dachgeschoss sogar 70 Prozent.

Doch diese Argumente konnten nur einen Teil des Ortsbeirats wie die CDU-Vertreter Oliver Ewald oder Peter Peters überzeugen, schon gar nicht diejenigen Mitglieder des Bauausschusses, die sich überhaupt an der Diskussion beteiligten. Als zu gravierend erachteten sie die Nachteile eines „Präzedenzfalls Fisch-Fiete“, der weitere Anträge zur Folge haben könnte, die im Sinne der Gleichbehandlung ähnlich entschieden werden müssten. Die Politiker konnten sich auch nicht darauf einigen, dass dem Antrag von Sievers mit dem Zusatz zugestimmt werden sollte, dass diese B-Planänderung nur Grundstücke betrifft, deren bebaute Fläche größer als 400 Quadratmeter ist. Denn davon gäbe es in diesem Plangebiet ohnehin weiter keine. In der entscheidenden Abstimmung votierte der Ortsbeirat mit sehr knapper Mehrheit gegen die Änderung, der Bauausschuss lehnte sie mit sieben Gegenstimmen bei drei Enthaltungen sogar vollständig ab.

Diese Entscheidung habe er zwar so erwartet, ja sogar befürchtet, sagte Thomas Sievers nach der Sitzung, dennoch sei es eine große Enttäuschung. Er kündigte an, das seit drei Generationen in Familienbesitz befindliche Restaurant jetzt endgültig zu schließen: „Meine Mutter und ich bedauern diesen Ausgang sehr, aber dies war unser letzter Versuch. Fisch-Fiete ist nun Geschichte. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!“

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erstellt am 21.Sep.2016 | 05:30 Uhr

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