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Sylter Rundschau

07. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Kultur-Event auf Sylt : „Es wird eine große Jazz-Show“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Interview mit Star-Trompeter Till Brönner über sein Kampen-Jazz-Festival, das am heutigen Mittwoch um 17 Uhr startet

Zunächst waren es nur Gerüchte, dann kamen die ersten Nachrichten und nun sieht man, wie auf dem Kampener Parkplatz am Strönwai - der berühmten Whiskymeile - eine große Bühne aufgebaut wird. Die Vorzeichen für ein zweitägiges Festival mit Starbesetzung. Denn heute und morgen wird allerfeinster und mitreißender Jazz in Kampen zu hören sein. Dafür garantiert niemand geringeres als der international gefeierte Star-Trompeter Till Brönner (45). Der sympathische und smarte Musiker ist künstlerischer Leiter des Events, zu dem er befreundete Musiker eingeladen hat. Im Interview erzählt der Wahl-Berliner, wie es zu der Idee kam, was daraus werden kann und warum er früher nichts von Sylt hielt.

Herr Brönner, Ihr Auftritt hier in Kampen und das damit verbundene Kampener Jazzfestival ist für Sylt der kulturelle Überraschungscoup, denn es wurde als geheime Verschlusssache gehandelt. Wozu das Ganze?

Ich habe aus den Gesprächen mit der Bürgermeisterin und der Tourismusdirektorin mitgenommen, dass Kampen sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen will und kann. Man weiß hier, dass es überall auf der Welt schöne Orte gibt, mit denen man konkurriert. Mit einem kulturellen Event auf diesem Niveau wäre man international in guter Gesellschaft.

Sylt bietet aber gerade zu dieser Zeit ein ziemlich großes kulturelles Angebot.

In der Tat, aber man wollte wohl auch sicher stellen, dass möglichst viele Menschen zu dem Zeitpunkt auf der Insel sind, denn der Aufwand und die Logistik sind erheblich. Aber es ist ja erst mal ein Testballon.

Das heißt, es kann oder soll sich wiederholen?

Im Idealfall hofft man, dass es wiederholbar ist, sonst würde man nicht diesen Aufwand betreiben. Aber zum jetzigen Zeitpunkt wäre es vermessen, dazu schon eine abschließende Aussage zu treffen.

Wie nehmen Sie die Reaktionen auf das Festival bisher wahr?

Ich nehme sehr viele positive Reaktionen wahr. Sicher müssen wir aber hier vor Ort dafür noch ein bisschen die Werbetrommel rühren.

Sie sind bisher schon einmal auf Sylt aufgetreten, nämlich 2014 beim Meerkabarett. Da allerdings nur in Begleitung mit einem Kontrabassisten. In Kampen werden Sie aber mit ihrem 30-Mann-starken Till-Brönner-Orchestra auf der Bühne stehen. Was dürfen die Zuhörer und Zuschauer da erwarten?

Es wird eine Jazz-Show. Die wird sich sehr von dem kammermusikalischen Auftritt im Meerkabarett unterscheiden, der sicher für einige auch ein bisschen schwerer verdaulich war. Hier beim Kampen-Jazz wollen wir die Menschen mitnehmen auf eine musikalische Reise, auf der wir die Leute auch unterhalten möchten. Das ist eine populäre Bigband-Show, die anknüpft an die große Zeit, in der der Jazz auch kommerziell sehr erfolgreich war.

Welche Berührungen mit Sylt hatten Sie vor Ihrem Auftritt im Meerkabarett? Mit welchen Vorstellungen, Klischees sind auf die Insel gekommen?

Finde ich eine sehr gute Frage, denn mich hat die Begeisterung für Sylt erst seit dem Meerkabarett-Auftritt erfasst. Davor war ich nie auf Sylt. Und das lag sicher daran, dass ich – wie viele andere auch – mit einigen Vorurteilen auf die Insel geschaut habe, die man sich ja auch sehr leicht aneignen kann, die aber bei genauer Betrachtung nicht stimmen. Denn am Ende ist Sylt einer der ganz wenigen Spots im Lande, die sich international messen können. Ich finde auch, dass die Insel mit ihrer Exklusivität was die Natur angeht, sehr vorbildlich umgeht. Und es ist doch erstaunlich, dass die Wetterlage hier gar nicht wirklich entscheidend ist, denn die Reize und Annehmlichkeiten der Insel sind zu allen Jahreszeiten und fast bei jeder Witterung erfahrbar.

Sie sind auch, was viele nicht wissen, ein leidenschaftlicher Fotograf. Macht Till Brönner auch Bilder auf Sylt?

Ja, Till Brönner macht Bilder auf Sylt. Nun bin ich aber kein Landschaftsfotograf, was aber noch kommen kann. Die Bilder, die wir jetzt hier gemacht haben, sind Aufnahmen für das Booklet meines neuen Albums, das am 2. September erscheint. Darin sehen Sie eigentlich nur Sylt – es ist auch eine große Hommage an die Insel.

Hat Sylt einen eigenen Sound?

Mich inspiriert die Insel wahnsinnig. Aber es gehört zu den wirklich berührenden Momenten, hier aus dem Fenster zu schauen und eine der schönsten Landschaften überhaupt zu sehen und zu denken: Jetzt brauche ich mal gar keinen Klang. Das ist der Moment der Pause, der Ruhe, in der die Kraft liegt.

 

Programmablauf:

Mittwoch, 3. August - 17:00 Auftritt Inusa, 18:30 Auftritt Giovanni Weiss, 20:00 Auftritt Till Brönner & Orchestra, Special Guest Peter Fessler

Donnerstag, 4. August - 18:30 Auftritt Giovanni Weiss, 20:00 Auftritt Incognito

Achtung: Es stehen keine Parkmöglichkeiten in Kampen zur Verfügung. Die Veranstalter bitten deshalb alle Besucher, unbedingt auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 12:03 Uhr

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