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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Windsurf World Cup Sylt : „Eine große Bereicherung für Sylt“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Den Windsurf World Cup besuchten so viele Menschen wie nie zuvor. Touristiker, Dehoga und das Ordnungsamt ziehen Bilanz.

Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel. An der Westerländer Promenade schieben sich die Menschenmassen träge vorwärts. Wer es eilig hat, hat während des Windsurf World Cups auf Sylt – zumindest in Westerland – schlechte Karten. Andere, die mehr Zeit haben, genießen das Getümmel rund um die Sportveranstaltung

Bei der neun Tage langen Veranstaltung – zu der auch die abendlichen Partys im Zelt gehören – herrschte zwischen Surfbrettern, Musikboxen sowie Bier- und Essensständen der Ausnahmezustand, in diesem Jahr sogar mit einem Rekord: Rund 250  000 Menschen haben nach Angaben des Veranstalters das Event besucht. Das sind 50  000 mehr als im vergangenen Jahr. Für die Sylter Touristiker und das Ordnungsamt bedeutet das auch eine besondere Situation. „Genug Platz und Betten gab es für alle“, sagt Christine Kühn vom Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS). Die Besucher kamen in den verschiedenen Unterkünften der Gemeinde Sylt unter: „Vom Fünf-Sterne-Luxus-Loft bis zum kleineren Appartement für Preisbewusste freuen wir uns natürlich über die für die Jahreszeit hohe Auslastung“, sagt sie. Insbesondere Unterkünfte in der Nähe des Event-Geländes waren besonders gefragt. Betten gäbe es auf der Insel genügend. „In Westerland konnten wir – wahrscheinlich auch wegen des tollen Spätsommerwetters – in diesem Jahr ein unglaubliches Übernachtungsplus verzeichnen“, sagt die Touristikerin. Der Word Cup sei ein „wahnsinniges Zugpferd“ für die Insel.

In dieses Horn stößt auch Raphael Ipsen, 2. Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf Sylt „Die Bettenkapazitäten geben das auf der Insel deutlich her“, sagt er. Diese seien während des Windsurf World Cups, der für viele Bundesländer zwischen den Sommer-und Herbstferien stattfindet, ohnehin nicht ausgelastet. Zudem hätten einige der Besucher Immobilien am Ort des Geschehens.

Ende September seien in diesem Jahr 80 Prozent der Betten auf der Insel ausgelastet gewesen – am ersten Oktoberwochenende sind sogar 85 Prozent erreicht worden, sagt auch Günter Schroeder von der Sylt Tourismus Zentrale. Der World Cup wirke sich direkt auf die Buchungszahlen aus: In den Tagen danach gehen die Zahlen wieder stark nach unten, Schroeders Angaben zufolge sind ab Mitte Oktober bisher nur die Hälfte aller Betten belegt. „Das ist ein sehr positiver Trend zum Vorjahr“, sagt der Experte. 2015 waren Mitte Oktober nur rund 45 Prozent aller Betten belegt, zu Beginn der Großveranstaltung lag die Zahl bei 75 Prozent.

Einige Besucher und Teilnehmer des Events stehen auch mit ihren Campingbussen oder Pkw an Straßenrändern oder auf Parkplätzen und übernachten darin. Dies sei grundsätzlich nicht erlaubt, teilt das Ordnungsamt mit. Auch stimme es nicht, dass dafür während des World Cups der Parkplatz an der Uthlandstraße freigegeben wäre – die Fläche diene ausschließlich als Fahrerlager. Vereinzelt, zum Beispiel auf dem Parkplatz West am Keitumer Kreisel, wäre es zwar zu unerlaubten Übernachtungen in Fahrzeugen gekommen, dies sei im Unterschied zu früheren Zeiten allerdings die Ausnahme. Das Ordnungsamt führte während der neun Tage deshalb auch keine gezielten Kontrollen durch und schritt erst ein, wenn sich Anwohner beschweren oder wenn ersichtlich ist, dass dort jemand längere Zeit steht, um die Kosten für den Campingplatz zu sparen.

Von verbotswidrigem Parken und unerlaubtem Übernachten in Campingbussen während des Surfcups kann auch die Sylter Polizei nichts berichten. „Das Event ist polizeilich gesehen eine ruhige Veranstaltung“, sagt Polizeichef Dieter Johannsen. Allein nach Schließung des Festzeltes am Brandenburger Strand, wenn die Feierfreudigen in die umliegenden Kneipen strömen, kämen die Beamten teilweise zum Einsatz.

Zum 34. Mal fand der Windsurf Cup in diese Jahr auf Sylt statt und ist damit bereits ein fester Bestandteil und touristischer Höhepunkt des Jahres. „Für die Insel ist der Cup eine ganz große Bereicherung“, sagt Raphael Ipsen. Sowohl Dehoga als auch Touristiker könnten sich glücklich schätzen, dieses Event außerhalb der Saison auf der Insel zu haben. Neben den hohen Übernachtungszahlen profitierten zudem der Einzelhandel und die Gastronomie in Westerland von den zusätzlichen Besuchern. Viel Umsatz wurde auch in den Verkaufsständen am Strand gemacht.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 04:00 Uhr

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