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Osterbräuche auf Sylt : Eier werfen oder stoßen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf Sylt sei alles anders, behauptet ein geflügeltes Wort, und das gilt auch für das Osterfest.

Auf Sylt sei alles anders, behauptet ein geflügeltes Wort, und das gilt auch für das Osterfest. Denn wenn wieder in zahlreichen Gärten Eier versteckt werden, so handelt es sich hierbei um eine noch junge Tradition: „Das Verstecken von Ostereiern“, notierte der Sylter Chronist Henry Koehn, „war auf Sylt früher nie üblich.“ Vielmehr besuchten die Kinder am Ostersonntag ihre Verwandten und erbaten mit dem Gruß „Guten Morgen, fröhliche Ostern!“ bunte Eier und Kuchen. Danach spielten die Kinder gern auf den Wiesen Eierwerfen und Eierstoßen. Beim Eierwerfen gewann das Ei, dessen Schale am stabilsten blieb. Ähnlich verlief das Procedere beim Eierstoßen, bei dem man die Spitzen der Eier gegeneinander stieß. Auch hier gewann der Besitzer des Eis, dessen Schale am widerstandsfähigsten blieb. Dieser Brauch ist vor erst vor wenigen Jahrzehnten nahezu ausgestorben – nur sehr vereinzelt pflegen einige Sylter diese Tradition noch am Keitumer Kliff.

Was wäre Ostern ohne sie, die vielleicht schönsten Symbole für die aufblühende Jahreszeit: Mit munteren Bocksprüngen quittieren possierliche Wollknäuel auf Sylts Wiesen und Deichen das Frühlingserwachen. Mehr als tausend Lämmer erblicken im Frühling auf der Insel das Licht der Welt. Statistisch gesehen bringt dabei jedes Muttertier 1,3 Lämmer zur Welt.

Schafe mit Lämmern sind vor allem am Nössedeich im Osten der Insel wie auch am nördlichen Zipfel Sylts zu finden: Dort, im weiten Listland zwischen Dünen und Salzwiesen, schränkt kaum ein Zaun ihre Bewegungsfreiheit dabei ein, und auch auf den Straßen haben die Wollknäuel Vorfahrt – worauf sogar entsprechende Verkehrsschilder hinweisen.

Doch nicht nur am Boden lohnt es sich Ausschau zu halten, denn in der Luft herrscht derzeit reger Reiseverkehr nach Sylt: Zehntausende von Zugvögeln finden sich im Frühling im Wattenmeer ein. Aber nur ein Bruchteil verweilt länger zum Brüten. Viele Vogelarten nutzen das Watt lediglich zum Auftanken ihrer Fettreserven. Dann setzen sie ihre Flugreise nach Nordskandinavien, Grönland oder Sibirien fort.  

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