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Sylter Rundschau

07. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Kolumne "Strandgut" : Die Sylter Luschen-Lösung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Unsere Autorin Friederike Reußner schreibt, was sie von der Entscheidung der Sylter Gemeindevertreter hält.

Es kreißt der Berg und gebiert eine Maus. Wer Freund dramatischer Zitate ist, könnte das Ergebnis der emotional geführten Diskussion um die Sicherung von Dauerwohnraum auf Sylt so zusammenfassen. Wer es nüchterner mag, spricht von einem Kompromiss. Eventuell auch von einem faulen.

Denn eines ist doch jetzt schon klar: Viel neuer Dauerwohnraum wird durch die Quadratmeter-Lösung nicht geschaffen werden. Allein die Zahl von 80 Dauerwohnungen, die durch diese Regelung in den vergangenen zehn Jahren im Ortsteil Westerland entstanden sind, haut einen nicht unbedingt von den Socken. Dass ein Fünftel dieser Wohnungen gar nicht von Menschen mit Erstwohnsitz auf Sylt bewohnt sind, zeigt deutlich, wie schlecht diese Regelung zu überprüfen ist, beziehungsweise überprüft wird. Und ob die 60 vermeintlichen Dauermieter wirklich auf Sylt leben, oder hier bloß ihren Erstwohnsitz angemeldet haben, sei auch einmal dahingestellt.

 

Nun mögen Kritiker einwenden, dass es auch schwer zu überprüfen wäre, ob die 40/60-Regelung eingehalten wird. Stimmt. Ohnehin gibt es viele Argumente gegen die 40/60-Regelung. Ob sie überhaupt gerichtsfest gewesen wäre, ist zudem bekanntermaßen unklar. Vor dem Hintergrund aber, dass die Politik eigentlich geschlossen dafür steht, dass Dauerwohnraum auf Sylt erhalten bleibt, wäre es konsequenter und mutiger gewesen, die 40/60–Regelung entweder auszutesten. Oder eine andere Lösung zu finden, bei der zumindest die Chance besteht, dass durch sie die eine oder andere Wohnung für Insulaner entsteht. Falsch und, mit Verlaub, auch etwas feige ist es, einfach eine Luschen-Lösung zu beschließen, damit das unangenehme Thema endlich vom Tisch ist.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 17:39 Uhr

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