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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

Pflegeheime auf Sylt : Die Johanniter sind guter Dinge

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Neues Personal für die Senioreneinrichtungen und der Umbau des Altenzentrums sollen die Altenpflege auf Sylt verbessern.

Der öffentliche Aufschrei war groß, als die Johanniter im Mai die Schließung der stationären Pflegeplätze in der Steinmannstraße angekündigt haben. Die letzten Bewohner mussten auf das Festland verlegt werden. Sechs Monate Zeit bekamen die Betreiber von der Politik – bis zum Jahresende sollten die Missstände in ihren beiden Westerländer Einrichtungen abgestellt werden. Jetzt ist die Hälfte der Zeit verstrichen – und die Johanniter sind guter Dinge.

Im Mai hatten die Seniorenhäuser mit Personalmangel und Führungsproblemen zu kämpfen. Verträge mit freien Mitarbeitern mussten beendet werden – der Vorwurf der „Scheinselbstständigkeit“ stand im Raum. Das führte zur Schließung der Pflegeheimplätze in der Steinmannstraße, die Altenpflege blieb auf der Strecke. Mit Ortwin Merckens kam zum 1. Juni ein neuer Pflegemanager in die beiden Johanniter-Häuser auf Sylt.

„Wir hatten am Anfang nach der Übernahme größere Probleme, die sich auch in der pflegerischen Qualität gezeigt haben“, gibt Johanniter-Chef Herbert Voedisch zu. „Aber heute sind wir deutlich weiter und auf einem gutem Weg. Aktuell verfügen wir über ausreichend Pflegefachkräfte, so dass wir sehr nachhaltig an der Entwicklung von Qualitätsmaßstäben arbeiten können.“ Das zeige sich nicht zuletzt an einer größeren Zufriedenheit der Bewohner und ihrer Angehörigen, bestätigt Ortwin Merckens.

Planmäßig läuft derzeit der Umbau des Altenzentrums in der Steinmannstraße. „Alles im grünen Bereich“, fasste Marcus Kopplin vom kommunalen Liegenschafts-Management KLM gestern den Stand der Baumaßnahmen zusammen. Bis Ende Oktober würden alle Arbeiten abgeschlossen sein. Anderthalb Millionen Euro investiert die Gemeinde Sylt in ihr Gebäude im Westerländer Norden. Nach einem Legionellenbefall müssen alle Wasserleitungen erneuert werden. Die Heizungsanlage wird auf Gas umgestellt. Zimmer, in denen bisher Pflegepatienten stationär untergebracht waren, werden zu zwölf seniorengerechten Wohnungen zusammengelegt. Die künftigen Gemeinschaftsräume der Wohngruppen und die ambulante Tagespflege werden mit drei neuen Küchen ausgestattet. Nach Ende der Bauarbeiten werde das Altenzentrum in der Steinmannstraße statt bisher 52 insgesamt 64 seniorengerechte Wohnungen umfassen, erläuterte Kopplin.

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden dort zwei ambulante Wohngruppen und eine ambulante Tagespflege einziehen. „Wir suchen aktuell noch Fachkräfte für einen ambulanten Pflegedienst, der für die Versorgung der Wohngruppen notwendig ist,“ erklärte Johanniter-Chef Voedisch. „Außerdem wollen wir möglichst zum Jahresende die Tagespflege mit zunächst 15 Plätzen realisieren – auch hierfür benötigen wir noch examiniertes Fachpersonal.“

Für das Johanniter-Haus im Wenningstedter Weg hätten mehrere Pflegefachkräfte eingestellt werden können, so dass „wir aktuell bei einer Fachkraftquote von 47 Prozent liegen.“ Ziel sei es, innerhalb der kommenden Monate die vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent der Pflegekräfte und des Sozialdienstes zu erreichen. Dass die Suche nach Personal Erfolg hatte, schreibt Voedisch der höheren Vergütung zu: „Wir zahlen den Fachkräften über unseren Tariflohn eine hohe Zulage und stellen den Mitarbeitern Wohnraum, den sie zunächst nutzen können.“

Mittlerweile bieten die Johanniter wieder freie Plätze für die stationäre Seniorenpflege an: Im Wenningstedter Weg stünden dafür 55 Plätze zur Verfügung, die zurzeit nicht alle vergeben sind. „Mit den Kapazitäten, die in der Steinmannstraße entstehen, verfügen wir dann noch über 24 Plätze ambulantes Wohnen und zunächst 15 Tagespflegeplätze.“

Damit hätten die Johanniter auf Sylt künftig Angebote für jeden Bedarf – für selbstständige Rentner die Wohnungen in der Steinmannstraße, für Menschen, die etwas Unterstützung suchen, die ambulanten Wohngruppen und Tagespflegeplätze in der Steinmannstraße, und für Menschen mit hohem Hilfebedarf die Pflegeplätze im Wenningstedter Weg. „Insgesamt sehen wir, dass wir das Gesamtkonzept umsetzen können“, ist Voedisch erleichtert. „Auf jeden Fall war die Entscheidung für den Standort Sylt die richtige.“

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