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Sylter Rundschau

29. September 2016 | 10:24 Uhr

Gefahrenabwehr auf Sylt : „Die Halle 28 ist einfach alternativlos“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Mitglieder des Arbeitskreises Katastrophenschutz (AKK) sprechen sich für einen Erhalt der zentralen Halle auf dem Fliegerhorst aus

Der Widerstand gegen den von der Gemeindevertretung der Gemeinde Sylt beschlossenen Abriss der Halle 28 wächst und formiert sich: Im Rahmen eines Informationsabends des Arbeitskreises Katastrophenschutz (AKK) am Donnerstag in der Halle 28 sprachen sich die Vertreter der Sylter Feuerwehren und des DRK Westerland einhellig für den Erhalt des Gebäudes aus.

„Eine zentrale Rettungshalle in zentraler Insellage ist aus unserer Sicht zwingend“, konstatierte der DRK-Vorsitzende Karl-Heinz Kroll eingangs und führte dazu im folgenden zahlreiche Argumente an.

Ob Stellplätze für Rettungsfahrzeuge oder die Lagerung von Material, die Versorgung von Patienten oder die Unterbringung von bis zu 430 Evakuierten, die autarke Strom- und Wärmeversorgung oder die Landemöglichkeiten für Hubschrauber und Flugzeuge – diese und andere Aspekte mehr würden klar für den Erhalt der Halle 28 sprechen, „die sich in der Vergangenheit bereits bestens bewährt hat“, so Kroll.

Der DRK-Vorsitzende listete sieben Großeinsätze der vergangenen fünf Jahre auf, bei denen mehr als 1  300 Personen zügig in das Gebäude evakuiert und dort umfassend versorgt wurden. „Man muss sich hier doch nur einmal umsehen, wie umfangreich die Ausstattung der Halle 28 ist, die von der Großküche über WCs und Duschen bis hin zum Betten- und Wäschelager reicht“, betonte Kroll.

Wolfgang Kloth, Gemeindewehrführer der Gemeinde Sylt, und Amtswehrführer Andreas Petersen verdeutlichten gegenüber den anwesenden Sylter Wehrführern und deren Stellvertretern die feuerwehrtechnische Sicht: „Die Unterbringung auswärtiger Hilfskräfte und die Verpflegung der Einsatzkräfte ist durch die Halle 28 ebenso gewährleistet wie die Vorhaltung von Material – darunter allein über 10  000 gefüllte Sandsäcke – und das witterungsgeschützte Arbeiten.“ Eine Meinungsabfrage aller Anwesenden ergab ein klares Bild: „Die Halle 28 hat sich gut bewährt“ oder „Diese Halle ist einfach alternativlos“ lauteten die Stimmen aus dem Auditorium.

Einer dezentralen Lösung für den Katastrophenschutz und bei Großschadenslagen wurde aus personellen Gründen eine klare Absage erteilt, weil die Kräfte der Feuerwehren wie des DRK durch den Abzug der Bundeswehr vor einigen Jahren zusätzliche logistische Aufgaben nicht leisten können. Auch der Neubau einer Rettungshalle wird angesichts der Haushaltslage der Gemeinde Sylt als wenig realistisch eingestuft.

Mehrfach wurde im Laufe des Abends an der Verwaltungsspitze und an Teilen der Gemeindevertretung der Gemeinde Sylt deutliche Kritik geübt. So fühlen sich die Kräfte als fachkundige Organisationen in die politischen Entscheidungen zu wenig bis gar nicht eingebunden: „Da werden im Rathaus dann einfach Entscheidungen nach Gutdünken getroffen.“ Auch die von der Gemeinde veranschlagten Sanierungskosten der Halle 28 werden vom AKK als eklatant zu hoch eingestuft.

„Es ist gut, dass wir jetzt alle mit einer Stimme sprechen“, resümierte der gastgebende AKK am Ende des Abends. Der Arbeitskreis werde seine Arbeit fortsetzen und die Wehren wie auch die Polizei und die Kommunalverwaltung regelmäßig informieren.

Nun setzt man auf das geplante Bürgerbegehren und den – bei entsprechendem Votum – daraus resultierenden Bürgerentscheid. Dafür sieht nicht nur Karl-Heinz Kroll gute Chancen: „Viele Bürger betrachten den geplanten Abriss sehr kritisch und auch mehrere politische wie gesellschaftliche Gruppen haben uns bereits ihre klare Ablehnung eines Abrisses signalisiert.“

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