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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 04:54 Uhr

Neuer Pastor in Keitum : Das neue Leben des Pastor Pohl

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview spricht der neue Pastor in St. Severin, Ingo Pohl, über seine Vergangenheit als katholischer Priester und seine Zukunft auf der Insel.

„Schon als Jugendlicher konnte ich mir keinen schöneren Beruf als den des Pastors vorstellen“, schreibt Ingo Pohl auf seiner Internetseite. Diesen Traum hat er sich bereits vor vielen Jahren erfüllt – und einen weiteren Anfang dieses Monats. Seit dem 1. Oktober ist Pastor Ingo Pohl zweiter Pfarrer der Kirchengemeinde St. Severin. Im Interview mit der Sylter Rundschau spricht der 49-Jährige über seine Anfänge als katholischer Priester, über offene Himmelstüren und auch über seinen Ehemann Manfred.

Herr Pohl, herzlich willkommen auf der Insel. Seit dem 1. Oktober sind Sie zweiter Pastor in Keitum. Haben Sie denn schon viel zu tun?

Ja, in der Tat. Ich hatte bereits ein Trauergespräch, ein Taufgespräch und gestern gab es das erste Traugespräch.

Erzählen Sie doch mal ein bisschen von Ihrem bisherigen Werdegang ...

... möchten Sie aus dem Interview etwa eine zwölfteilige Serie machen? (lacht)

Na gut, dann fangen wir etwas später an. Sie haben Theologie in Paderborn und Rom studiert und sich 1997 zum katholischen Priester weihen lassen. Dann aber haben Sie sich entschieden, zur evangelischen Kirche zu konvertieren ...

Ja, das ist richtig. Es war eine gut überlegte Entscheidung, für mich theologisch begründet und sinnvoll. Damals hatte ich Kontakte zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, die sich gut vorstellen konnte, mich als Pastor zu beschäftigen. Und so führte mich mein Weg nach Brunsbüttel, wo ich meine erste Anstellung als lutherischer Pastor bekam.

War das auch Ihre letzte Station, bevor Sie nach Sylt kamen?

Ja, die letzten viereinhalb Jahre war ich Pastor in Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen.

Hatten Sie schon vorher eine Verbindung zu Sylt, kennen Sie die Insel?

Ja, sogar sehr oft. Seit meinem sechsten Lebensjahr kenne ich die Insel und war jedes Jahr mit meiner Familie auf Sylt.

Gibt es große Unterschiede in der Arbeit als katholischer Priester und evangelischer Pastor?

Nein, ob Sie jetzt katholischer oder evangelischer Seelsorger sind, ist für die Arbeit egal. Wichtig ist zunächst, dass sie ein gottbegeisterter Mensch sind, dass Sie die Berufung verspüren, irgendwie ein bisschen die Tür zum Himmel offen zu halten und dass Sie die Offenheit mitbringen, Menschen, denen Sie begegnen, zuzuhören. Und das ist, so glaube ich, überkonfessionell.

Seit einigen Tagen leben Sie jetzt auf Sylt. Sind Sie mit Frau und Kindern auf die Insel gekommen?

Die Zeitung möchten ja immer Informationen haben, die die Leute interessieren und die spannend sind. Also: Nein, ich bin nicht alleine nach Sylt gekommen, sondern mit meinem Ehemann Manfred Krause-Pohl. Im Mai haben wir im Meldorfer Dom geheiratet und leben jetzt gemeinsam im Tinnumer Pastorat.

War der Umzug nach Sylt für Sie eine Herzensentscheidung?

Ja, absolut. Ich habe mich auch in Brunsbüttel sehr wohl gefühlt, allerdings immer scherzhaft gesagt: „Mich kriegt hier keiner weg, außer Sylt fragt an.“ (lacht) Das war zwar eher so ein Schnack – und schließlich kam es so. Da musste ich meinem Herzen folgen und freue mich sehr auf die Menschen, denen ich begegne.

Und Ihr Ehemann ist mit der Entscheidung, nach Sylt zu kommen, einverstanden?

Moment, ich frage mal nach (es raschelt, Pastor Pohl nimmt das Telefon zur Seite und ruft schmunzelnd in den Raum: „Ist mein Ehemann mit der Entscheidung, nach Sylt zu kommen denn einverstanden?“ Am anderen Ende der Leitung wird gemurmelt und gelacht ...) Ja, das haben wir gemeinsam beschlossen und fühlen uns hier sehr wohl.

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Sylter Rundschau-Redakteurin Julia Nieß von
erstellt am 08.Okt.2016 | 04:31 Uhr

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