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Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 01:32 Uhr

Umweltschutz auf Sylt : „Das kommt uns nicht in die Tüte“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Runder Tisch in den Sylter Werkstätten machte sich Gedanken über Alternativlösungen zur Plastiktüte

Fest steht: Die Menschheit produziert zu viel Müll. Plastikmüll, um genau zu sein, der durch Unachtsamkeit oder Verwehungen immer wieder dort landet, wo er nicht hingehört und sogar gefährlich wird. Denn der Plastikmüll ist verantwortlich für verseuchte Gewässer und Meere und tötet zahlreiche Tiere, die durch Plastikteile in der Nahrungskette oder Nylonnetzte qualvoll verenden.

Eine Arbeitsgruppe der Sylter Werkstätten rund um Betriebsleiter Michael Pade möchte dies nicht länger hinnehmen und fordert zum Umdenken und Aktivwerden auf. Als ersten Schritt hin zu weniger Plastikmüll sagen sie jetzt der Plastiktüte den Kampf an.

Rund um die Fragestellung „Wie können wir die Mengen der Plastiktüten auf Sylt reduzieren" wurden am Dienstag Entscheidungsträger aus der Sylter Wirtschaft und Politik an den runden Tisch gebeten, um gemeinsam über Alternativen nachzudenken. Mit am Tisch war auch die Naturschutzgemeinschaft Sylt, Remondis und die Biologin Dagmar Parusel vom Hamburger Umweltberatungs-Unternehmen EPEA. In einem kurzen Vortrag stellte Parusel eine biologisch abbaubare Tasche vor, die man versuchsweise auf Sylt einsetzten könnte. Entwickelt als „Cradel-to-Cradel“-Projekt („von der Wiege bis zur Wiege“), das ökoeffiziente Produkte erschafft, die komplett in den Kreislauf der Natur eingehen können ohne zu schaden, könnte diese Tasche eine echte Alternative zur Plastiktüte sein.

Was in der Theorie sehr gut klingt, wurde allerdings noch nicht erprobt, da die Tasche bisher noch nicht in der Praxis getestet wurde. Daher wurden die geladenen Vertreter von H.B. Jensen, Hellner Moden, sky, famila, Voss, Sylt Marketing und den Sylter Unternehmern befragt, ob eine solche Tasche auf Zellulose-Basis für sie von Interesse sein könnte. Schnell ging es dann um Detailfragen, zum Beispiel hoch die Kosten pro Tüte wären, in welchen Formaten sie zu produzieren wären und ob sie dem Sylter Wetter stand halten könnten. „Bei feuchter Witterung verlangen unsere Kunden durchweg nach Plastiktüten“, waren sich die Vertreter aus der Lebensmittel- und Bekleidungsbranche einig. „Da wird es schwierig mit einer Paptüte“.

Doch die Vision einer plastikfreien Insel gefiel allen Anwesenden und man dachte über weitere Einsatzmöglichkeiten der neuartigen Öko-Tasche mit nachhaltiger Signalwirkung nach. So kam man schnell zu der Überlegung, ob diese Neuerung eine repräsentative Lösung für die Tasche am Autozug sein könnte, die jedes Jahr in einer Größenordnung von 200000 Stück verteilt wird. „Gerade hier wäre doch die Signalwirkung eine Umwelttasche am größten“, ist sich Moritz Luft von Sylt Marketing sicher. Auch ein Probelauf mit der Öko-Bag wäre denkbar, zu dem sich Andreas Voss sofort bereit erklären würde. Über weitere Details, wie ein über gemeinsames Siegel, das die Sylter Werkstätten bereits in der Tasche haben, wollte man zu dieser Stunde noch nicht nachdenken. „Das erste Treffen sollte ja auch nur erst einmal klären, ob ein grundsätzliches Interesse für eine Gemeinschaftsaktion besteht oder nicht“, so Initiator Michael Pade. Bei einem Folgetreffen, das es sicherlich bald geben wird, ist dann Raum für detaillierte Fragen und konkrete Ideen.


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erstellt am 29.Apr.2016 | 05:40 Uhr

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