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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 21:35 Uhr

Bahnverkehr : Das ist der Horror

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sylter Politiker entsetzt über viertägige Sperrung des Bahnhofs Westerland / Von Keitum und Morsum fahren Busse

Störung auf der Hauptschlagader: Der Bahnhof Westerland kann vom 5. bis zum 8. November nicht von Zügen angefahren werden – vier Tage bleibt die Station geschlossen. Die Nord-Ostsee-Bahn hat den berüchtigten „Schienenersatzverkehr“ angekündigt. In Keitum und Morsum werden die Fahrgäste in Busse umsteigen müssen.

Für den Personenverkehr werde die Nord-Ostsee-Bahn nächste Woche ein Ersatzfahrplanheft veröffentlichen, kündigte Pressesprecher Kay Goetze an.

Grund sind Weichenarbeiten im Bahnhof Westerland, die bereits in dieser Woche  begonnen haben und bis zum 6. Dezember abgeschlossen sein sollen. Die Deutsche Bahn Netz AG investiert rund 4,5 Millionen Euro in zwölf neue Weichen sowie fast 2600 Meter Gleise auf verschiedenen Abschnitten im Bereich des Westerländer Bahnhofs.   Aus der Hamburger DB-Zentrale hieß es, der Autozug werde vom 5. bis zum 11. November nur stündlich statt halbstündlich fahren.  Die Personenzüge des „Sylt Shuttle Plus“ fallen vom 5. bis 11. November ganz aus.  Störungen gibt es auch im Fernverkehr, weil zwischen dem 5. und 24. November zwischen Risum-Lindholm und Bredstedt Gleise erneuert werden. Die Fernverbindungen aus dem Süden enden dann schon im Bahnhof Hamburg-Altona. Im Klartext: Zweieinhalb Wochen fährt kein IC die Insel an.

Eine Nachricht, die die Politik auf die Zinne gebracht hat. Bürgermeister Nikolas Häckel fand für die Einschränkung im Bahnverkehr nur ein Wort: „Horror!“ Natürlich sei er sprachlos und könne sich die Auswirkungen dieser Baumaßnahmen noch gar nicht vorstellen.

„Das ist für mich die Negativmeldung für den Monat September“, kommentierte Bürgervorsteher Peter Schnittgard mit Kopfschütteln. Der Westerländer Bahnhof dicht – „Dieser eine Satz reicht, um uns einen Adrenalinschub zu versetzen.“

Pleiten, Pech und Pannen hätten die Sylter bereits genug ertragen müssen, meint Schnittgard. „Triebwagen zu Fernverkehrspreisen auf der Strecke nach Bredstedt – einfach dilettantisch. Und dann die Riesenprobleme mit dem Autozug. RDC will uns seit dem 19. Dezember weismachen, dass sie bald fährt.“

Doch die jüngste Nachricht sei „wirklich ein Oberhammer und bedeutet für uns auf dieser Insel – für unsere Einwohner und für unsere Gäste – das Chaos schlechthin.“ Schnittgard befürchtet direkte Folgen für den Tourismus: „Alles, was auf dieser Insel derzeit passiert, verkürzt auch die Verweildauer.“ Die Sylt-Gäste hätten viele Belastungen zu ertragen: „Statt sechseinhalb Stunden brauchen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen nun neun Stunden für die Anfahrt“ – aufgrund der Baustellen auf der Autobahn 7. „Und dann bei uns auch noch Straßenbaumaßnahmen.“ Alles zusammen ergäbe ein rundes Paket, das bei dem einen oder anderen zu einer unangenehmen Erkenntnis führen könnte: „So unbedingt schön ist das hier nicht, sollen wir nicht mal aussetzen?“ Es müsse dringend ein Krisenmanagement einsetzen, alle Verantwortlichen müssten an einen Tisch.

Ein Stück resigniert klang die Reaktion von Karl Max Hellner vom Verein Sylter Unternehmer: „Natürlich ist das für alle Fahrgäste eine Einschränkung, die wir wohl leider hinnehmen müssen.“ Er hoffte zumindest, dass sich durch den Weichenbau die Schließzeiten der Schranke am Königskamp verringern.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 19:00 Uhr

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