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Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 09:07 Uhr

Sylter Musik-Duo : „Country muss nicht reaktionär sein“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview sprechen die „AhRosas“ Sievert Ahrend und Frank Rosemann über Folk und Schlager, über grausame Lieder und fantastische Musik

Unter dem Namen „AhRosas“ spielen Sievert Ahrend und Frank Rosemann in dieser Woche zwei musikalische Schlager-Programme der Fünfziger Jahre. In den Achtzigern musizierten die beiden Vollblutmusiker bereits gemeinsam bei der Sylter Country-Gruppe KORK, zu deren Mitgliedern auch der früh verstorbene Henner Krogh sowie Pete Sage von „Santiano“ gehörten. Vor zehn Jahren beschlossen sie, die besseren 50er Jahre-Schlager aus der Versenkung zu holen und gemeinsam auf der Bühne zu präsentieren. Was die Zuhörer bei den Konzerten erwartet, schildern die beiden Künstler im Interview mit der Sylter Rundschau.

Sylter Rundschau: Herr Ahrend, bekommen Ihre Gäste auch alte KORK-Songs zu hören?

Ahrend: Nein. Wir haben mit KORK damals hauptsächlich Country und Folk gespielt. Obwohl, wir haben aus Jux auch mal Schlager gespielt: „Das alte Försterhaus“ aus den Fünfzigern zum Beispiel. Dann haben die Alternativen und Hippies im Publikum vor Freude ihre Birkenstock-Sandalen an die Decke geschmissen.

Hippies und Alternative haben damals Country und Folk gehört?
Ahrend: Genau. Wir hatten sogar einen Aufkleber, auf dem stand „Country Musik muss nicht reaktionär sein!“ Der war aufgrund seiner „Rostlochgröße“ sehr beliebt bei unseren Fans: Denn er deckte bei ihren alten Karren genau ein typisches Rostloch ab.

Und warum dann der Wandel von Country zu Schlager?
Rosemann: Viele Schlager sind an Country oder Folk angelehnt. Es gibt hier wie bei allen Musikrichtungen grausame Lieder, aber auch fantastische Musik mit tollen Texten. Wir haben uns die schönsten Arrangements heraus gesucht und präsentieren diese auf Sylt.

Was genau fasziniert Sie an den besseren Schlagern der 50er Jahre?
Ahrend: Die Songs sind informativ, denn die Texte sind ein Teil unserer Nachkriegsgeschichte. Gerade in den 1950ern gab es eine große Sehnsucht nach Freiheit, ab in die Ferne. Je enger und grauer es in Deutschland wurde, desto mehr haben die Menschen hierzulande danach gestrebt, so weit wie möglich zu reisen. Hawaii war eines dieser Sehnsuchtziele. Deshalb spielen wir manche Lieder auch mit der Hawaii-Gitarre.

Welche Interpreten spielten damals eine Rolle?
Rosemann: Stars wie Freddy Quinn haben das Fernweh mit ihren Liedern befeuert. Wenn man seinen Liedern Glauben schenken will, dann haben die Schiffe von St. Pauli nach Hawaii ungefähr im Abstand von 20 Metern abgelegt. Es ging um eine Befriedigung der Träume. Und genau das tun wir bei unseren Konzerten auch.

Welche Instrumente kommen zum Einsatz?
Ahrend: Wir beide singen und spielen verschiedene Saiten-Instrumente: von der normalen Gitarre über Banjo, Mandoline, Hawaii-Gitarre und Dobro ist alles dabei.

Dobro? Was ist das?
Ahrend: Das ist eine resophonische Gitarre. Die kennt man vom Cover der Platte „Brothers in Arms“ von den Dire Straits aus den Achtzigern. Sie wurde in den zwanziger Jahren entwickelt, hat einen speziellen Klang und besitzt nur vier statt der üblichen sechs Saiten.


Am heutigen Donnerstagabend ab 20.30 Uhr spielen die AhRosas im 200 Jahre alten Gasthof in List kostenfrei „zu Hummer und Scholle“. Am kommenden Sonnabend, 9. Oktober, ab 20 Uhr treten die beiden Musiker im TEEhaus Ernst Janssen, Strandstraße 28, in Westerland auf. Der Eintritt kostet 15 Euro (inklusive Tee und Rum). Karten gibt es unter Telefon 299 811 sowie bei allen insularen Vorverkaufsstellen.


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erstellt am 06.Okt.2016 | 05:30 Uhr

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