zur Navigation springen

Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:33 Uhr

Niebüll und Klanxbüll in Nordfriesland : Bund erwägt zweites Gleis für Sylt-Züge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erlaubt Bundesverkehrsminister Dobrindt eine zweite Schienenspur? SH-Politiker hören zu, interpretieren und hoffen.

Gute Nachricht für alle Bahnreisenden von und nach Sylt: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erwägt nun offenbar doch, den lang ersehnten Bau eines zweiten Gleises zwischen den nordfriesischen Orten Niebüll und Klanxbüll in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufzunehmen. „Das Verkehrsministerium ist offen für unsere Argumente“, sagte der nordfriesische CDU-Bundestagsabgeordnete und CDU-Landeschef Ingbert Liebing gegenüber dem sh:z. Auch der schleswig-holsteinische CDU-Verkehrspolitiker Gero Storjohann zeigte sich nach Gesprächen mit CSU-Politiker Dobrindt zuversichtlich in Sachen zweites Gleis: „Ich bin guter Hoffnung, dass das klappt“, erklärte er.

Mit einem zweiten Gleis würde ein großer Engpass auf der sonst fast durchgehend zweigleisig ausgebauten Marschbahn beseitigt.

Zwischen Niebüll und Klanxbüll fahren nicht nur die Regional- und Fernzüge zwischen Hamburg und Sylt, sondern auch die Autozüge zwischen Niebüll und Sylt – und deren Zahl nimmt nicht zuletzt wegen des neuen zusätzlichen Anbieters RDC weiter zu. Daher hatte sich auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer für ein zweites Gleis auf der stark belasteten Strecke eingesetzt. Ebenso hatte der SPD-Mann dafür plädiert, die bisher nur zwischen Hamburg und Itzehoe elektrifizierte Marschbahn komplett mit Oberleitungen zu versehen. Das allerdings lehnt Dobrindt weiterhin ab. Auch ist er nach wie vor zurückhaltend bei der von Meyer ebenfalls geforderten Aufnahme eines dritten Gleis zwischen Hamburg und Elmshorn in den Verkehrswegeplan.

Neue Hoffnung gibt es dagegen für die Menschen in Tating auf Eiderstedt. Nachdem Dobrindt die dort schon länger geplante Umgehungsstraße aus dem Entwurf des Verkehrswegeplans zunächst gestrichen hatte, könnte sie nun doch noch hineinkommen. „Wir sind in guten Gesprächen“, sagten Liebing und Storjohann. Ausschlaggebend für eine Wende könnte sein, dass nun nicht mehr von einer gleich zwölf Kilometer langen Umgehungsstraße um Tating und den Nachbarort Garding herum die Rede ist, die 34 Millionen Euro gekostet hätte. Vielmehr geht es jetzt nur noch um eine vier Kilometer lange Umgehung von Tating, die lediglich 7 Millionen Euro kosten würde.

Dobrindts Staatssekretär Enak Ferlemann legte sich am Dienstag allerdings noch nicht auf eine Aufnahme des Projekts in den Verkehrswegeplan fest. Er sagte aber: „Wir prüfen das noch mal und arbeiten nach.“ Gleiches gelte für das zweite Gleis von Niebüll nach Klanxbüll.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 14:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen