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Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 11:06 Uhr

Nacktkultur auf Sylt : Buhne 16 unter Top-Ten der FKK-Strände gewählt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Reiseportal kürt den Kampener Nacktbadestrand an der Buhne 16 unter die zehn besten FKK-Strände der Welt.

Sylt und die Freikörperkultur: Das gehört auch heute für viele zusammen. Schon Anfang der 1960er Jahre wurden die Sylter Nacktbadestrände – besonders der an der legendären Buhne 16 in Kampen– zum kultigen und medial geprägten Sehnsuchtsort für deutsche Urlauber. Und wie vor 50 Jahren zieht es Sylter und Urlauber immer wieder gerne unbekleidet an die insularen Strände.

Möglichkeiten gibt es dazu genug: Etwa jeder dritte Strandabschnitt entlang der 40 Kilometer langen Sylter Westküste ist FKK-Bereich. Einer davon hat es nun unter die Top-Ten der beliebtesten Nacktbadestrände der Welt geschafft: Das Online-Reiseportal lastminute.de wählte den Strand an der Buhne 16 unter die Top-Ten der weltweit besten FKK-Destinationen. Weitere Top-Strandabschnitte sind demnach der Brighton Beach in England, der Praia do Abricó Beach in Brasilien oder das Cap d’Agde in Frankreich, die meistbesuchte FKK-Anlage der Welt.

„Die Buhne 16 ist einfach Kult“, schwärmt auch Kampens Bürgermeisterin Stefanie Böhm. „Nacktbaden hat hier so eine lange Tradition und dadurch herrscht einfach ein ganz besonderes Flair.“ In der Tat war Sylt in Sachen Freikörperkultur in Deutschland Vorreiter: Der Dichter Ferdinand Avernius ließ sich 1903 eine Wanne für das ungestörte „Lichtbaden“ auf das Dach seines Hauses „Uhlenkamp“ montieren. 1904 wurde in Westerland das erste „Luft- und Sonnenbad“ in einem Holzgebäude mit Innenhof errichtet und 1927 erhielt das Klappholtal eine landespolizeiliche Ausnahmegenehmigung zum Nacktbaden und war damit Sylts erster legaler FKK-Strand. Die Erlaubnis wurde allerdings schon wenige Monate später wieder ausgesetzt, da die Obrigkeit mit dem sprunghaft ansteigenden Fremdenverkehr nach Fertigstellung des Hindenburgdamms kritische Stimmen unter den Gästen befürchtete. 1942 erlaubte dann schließlich Reichsführer Heinrich Himmler das Nacktbaden in Deutschland.

Nach dem Krieg wurde der Siegeszug der Nacktkultur auf Sylt unbeirrbar fortgesetzt. Nach der Eröffnung des ersten FKK-Strandes in Westerland folgten die anderen Inselorte Zug um Zug. Zu einem der hüllenlosen Treffpunkte avancierte schließlich die Buhne 16 nördlich von Kampen – wobei die Anwesenheit von allerlei Prominenz im Eva- und Adamskostüm seinerzeit den Ruf der Insel der Nackten und Reichen begründete.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 04:26 Uhr

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