zur Navigation springen

Sylter Rundschau

26. März 2017 | 11:24 Uhr

Frühlingsfarben im Fünf-Städte-Heim : Bufdis streichen Wände und Flure im Schullandheim neu

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Lindgrün statt Leberwurstbraun: Neben den Malerfertigkeiten haben die Jugendlichen dabei auch etwas anderes gelernt.

Ihren Stolz können die vier Jugendlichen nicht verbergen: Rund ein Vierteljahr lang haben sie – bei zum Teil eisigen Temperaturen – die Wände in Räumen und Fluren des Hörnumer Fünf-Städte-Heim gestrichen. Jeden Tag, außer am Wochende. Stefanie Eberlien (18) aus Bad Schwartau, Lea Müllmaier aus Detmold (19), Leonie Wanner aus Krefeld (18 ) sowie der 17-jährige René Bartelt aus Kiebitzreihe (Kreis Steinburg) absolvieren für ein Jahr einen so genannten Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Einrichtung im Inselsüden.

Teil ihres ehrenamtlichen Dienstes ist die Gestaltung der Zimmer in dem 500-Betten-Haus. Das Fünf-Städte-Heim beherbergt Gäste aus Schulen, Vereinen sowie Verbänden und bietet Wochenendaufenthalte für Seminare und Schulungen. Träger der Einrichtung ist der Fünf-Städte-Verein Pinneberg, Mitglieder sind die Städte Elmshorn, Kellinghusen, Pinneberg, Tornesch, Uetersen und Wedel sowie die Gemeinde Neuendeich.

Stefanie befreit die Holzplanken von alter Farbe.
Stefanie befreit die Holzplanken von alter Farbe. Foto: Privat(2)
 

Die ruhige Zeit im Winter, in der das Schullandheim am Wattenmeer geschlossen ist, nutzten die vier dazu, das triste Leberwurstbraun an den Wänden in Lindgrün, mit leuchtendem Orange oder Gelb zu überstreichen. „Das war ein top Team – sie waren sehr schnell und fleißig“, sagt Holger Kröger, der Hausleiter des Erholungsheimes mitten in den Dünen. Der letzte komplett neue Anstrich liege rund sieben Jahre zurück.

Im Aufenthaltsraum (Foto oben), in dem die Schüler zum Beispiel Tagebuch oder Briefe schreiben sowie Spiele spielen können, prangt jetzt ein großer Leuchtturm an der Wand. Der Tischtennis-Raum leuchtet in strahlendem Grün – zudem haben die Helfer die Holzbalken von alter Farbe befreit (Foto oben rechts). Den Eingang zum Kino- und Discoraum schmückt jetzt eine große Micky Maus und ein langer an die Wand gemalter Filmstreifen. Mit einem Beamer können Schulklassen hier Filme schauen – ein Rollo sorgt dafür, dass das Zimmer auch tagsüber dunkel ist.

Ursprünglich sollten nur die Räume gestrichen werden. Die Jugendlichen seien aber so schnell gewesen, dass sie gleich noch in den Korridoren auf insgesamt drei Stockwerken weitergemacht haben, sagt Kröger und lacht.

Lea (l.) und Leonie pinseln im Kinoraum des Fünf-Städte-Heims.
Lea (l.) und Leonie pinseln im Kinoraum des Fünf-Städte-Heims.
 

„Das ist jetzt nicht mehr so schlicht hier – sondern alles ein bisschen fröhlicher und bunter“, sagt Lea und schaut sich zufrieden um. Freie Wahl bei den Farben hatten die Kreativen allerdings nicht. Zuerst sollten Farbreste verbraucht werden, die noch im Haus waren.

Ihr Projekt haben die vier zuvor sorgfältig geplant und sich dabei „wie Architekten gefühlt“. Während sie versuchten, ihre unterschiedlichen Ideen miteinander zu vereinbaren, hätten sie zudem diskutieren gelernt: „Darin sind wir inzwischen richtig gut“, sagt Lea. Inzwischen sei das Team auch bei der Arbeitsteilung „professionell“: Während die eine das Abkleben übernahm, war der andere mit der Schleifmaschine unterwegs sowie ein weiterer für die feinen Pinselarbeiten zuständig.

Mit dem großen Leuchtturm an der Wand wirkt der Raum behaglicher.
Mit dem großen Leuchtturm an der Wand wirkt der Raum behaglicher.
 

Der Hausmeister, der außerdem Maler ist, zeigte den Farbneulingen die richtigen Techniken. Besonders viel Geduld habe es sie gekostet, einige Stellen drei Mal zu übermalen, damit die Farbe deckt. „Da hat man dann das Gefühl nicht vorwärts zu kommen, weil sich nichts wirklich verändert, obwohl man etwas tut“, sagt Stefanie. In nur wenigen Tagen reisen die ersten Besucher an, erzählt Leonie. „Wir freuen uns schon darauf, die Reaktion der Gäste zu sehen.“

Neben der Gestaltung der Zimmer im 500-Betten-Haus helfen die drei Mädchen und der Junge im Rahmen ihres BFDs unter anderem in der Küche und lernen handwerkliche Arbeiten.

 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 10:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen