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Sylter Rundschau

07. Dezember 2016 | 09:44 Uhr

Sylt : Bürgermeister verurteilen Vorgehen der Hörnumer CDU im Fall Rück

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der ehemalige Verwaltungsbeamte sei ein „Bauernopfer“, um Bürgermeister Rolf Speth anzugreifen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung

„Das ist eine neue Dimension des politischen Umgangs miteinander auf Sylt, die zugleich einen Tiefpunkt darstellt.“ Mit diesen scharfen Worten kritisieren alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Insel die jüngsten Vorgänge, die in einer Hausdurchsuchung bei Joachim Rück gipfelten. „Er diente dabei gleichsam als Bauernopfer, um damit den Hörnumer Bürgermeister anzugreifen“, teilen die fünf Gemeindeoberhäupter in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Wie in der Sylter Rundschau berichtet wurde, sieht sich der ehemalige leitende Verwaltungsbeamte Joachim Rück dem Vorwurf ausgesetzt, im Ruhestand durch Beratertätigkeiten mehr Geld verdient zu haben, als es für seine Pensionsansprüche zulässig ist. Dies führte vor wenigen Tagen zu einer von der Staatsanwaltschaft in Flensburg angeordneten Hausdurchsuchung. Auslöser war eine bereits im März 2014 gestellte Anzeige der CDU Hörnum, weil die Rechnungen für seine Beratertätigkeit der Gemeinde Hörnum von Rücks Ehefrau im Rahmen ihrer Sekretariatsaufgaben gestellt worden waren, heißt es in der Pressemitteilung. Weil Hörnums Bürgermeister Rolf Speth die Abrechnungen als „sachlich richtig“ abgezeichnet hatte, habe er sich laut Aussage des Hörnumer CDU-Fraktionsvorsitzenden Ingo Dehn „zum Kompagnon von Rück gemacht“.

Diese Aussage verdeutliche, wer die eigentliche Zielscheibe des Vorgangs sei, so die Einschätzung der Sylter Bürgermeister. „Aus unserer Sicht ist die Hörnumer CDU hier eindeutig zu weit gegangen und hat viel Porzellan zerschlagen. Joachim Rück tritt den Vorwürfen entschieden entgegen, doch sein guter Ruf wurde nachhaltig geschädigt. Uns macht dies umso mehr betroffen, da er als Berater der Amtsgemeinden hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Zugleich appellieren die Bürgermeister an die Insel-CDU, „dem Vorgehen ihrer Hörnumer Parteigenossen auf einer solchen Ebene künftig Einhalt zu gebieten.“

Im Rahmen der jüngsten Bürgermeister-Dienstversammlung betonte Joachim Rück, er sei sicher, die Vorwürfe aufklären zu können. Hierzu müsse er aber erst einmal den Inhalt der Anzeige kennen. Seine Ehefrau habe Rücks Einnahmen für die Beratungstätigkeit in den Rechnungen korrekt ausgewiesen, die – gemäß vorheriger Absprache mit den Auftraggebern – auch ihre administrativen Arbeiten auflisteten.

„Alle Einnahmen wurden ordnungsgemäß versteuert und die Steuerbescheide der Versorgungskasse vorgelegt“, unterstreicht Joachim Rück. Gleichwohl: „Bis das Verfahren abgeschlossen ist, bin ich mit einem Makel belastet. So bleibt für mich die bittere Erkenntnis: Wenn jemand andere mit Dreck bewirft, trifft er nicht immer – doch er macht sich auf jeden Fall die Hände schmutzig. Ich hätte mir gewünscht, dass man vorher mit mir spricht, bevor man gleich einen Anwalt mit einer Strafanzeige beauftragt.“

„Wie sehr so etwas belastet, weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung“, konstatiert Rolf Speth. „In Hörnum haben wir mit Herrn Rück gleichwohl Überdurchschnittliches erreicht und insofern war ich gern ‚Kompagnon‘ von Herrn Rück.“ Der Hörnumer Bürgermeister fordert Ingo Dehn zugleich auf: „Er sollte lieber einmal um sein eigenes Haus gehen und im Sinne des Wortes schauen, ob da alles wirklich gut bestellt ist.“

Als Konsequenz aus der Anzeige gegen ihn hatte Joachim Rück um eine vorzeitige Auflösung seines Beratervertrags für die Gemeinde Hörnum gebeten. Den Gemeinden List, Kampen und Wenningstedt-Braderup wird der ehemalige leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Landschaft Sylt hingegen weiter zur Verfügung stehen – und künftig vielleicht nicht nur diesen.

Nikolas Häckel, der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, erklärt: „Herr Rück und ich sind aktuell im Gespräch über eine Vertragsvereinbarung, die ihn als externen Berater im Bereich der Ortsentwicklung verpflichten würde.“

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erstellt am 09.Jul.2016 | 05:45 Uhr

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