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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 10:43 Uhr

ZDF-Fernsehgottesdienst auf Sylt : „Bitte nicht der Oma winken“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das ZDF zeichnete zwei Fernsehgottesdienste in der Westerländer Stadtkirche auf. Nach der Ausstrahlung erreichten 1000 Anrufe die Gemeinde.

„Aufgeregt? Nein, ich habe noch nie einen Gottesdienst gehalten, auf den ich so gut vorbereitet war, wie auf diesen hier“, sagte Pastor Christoph Bornemann gestern Vormittag kurz vor der Aufzeichnung des ZDF-Fernsehgottesdienstes in der Westerländer Stadtkirche St. Nicolai schmunzelnd. Insgesamt ein dreiviertel Jahr hatten er und die sieben mitwirkenden Gemeindemitglieder sowie die Kantorei unter der Leitung von Martin Stephan Zeit, sich auf diesen Tag vorzubereiten, Texte auswendig zu lernen, Lieder zu bestimmen und die Kleidung auszusuchen. Immerhin hat die Sendung durchschnittlich 700  000 Zuschauer.

„Sehen und gesehen werden“ war das Thema des Gottesdienstes, der in einem Jahr, am 6. August 2017, im ZDF ausgestrahlt werden soll. Und weil die Dreharbeiten auf Sylt so aufwändig sind, drehte das ZDF gleich zweimal genau 44 Minuten und 30 Sekunden „Live on Tape“: Bereits am Freitag gestaltete Pastorin Anja Lochner mit vielen Gemeindemitgliedern einen ersten Gottesdienstes für das ZDF und hielt eine Predigt zum Thema „Sehnsucht nach dem Paradies“. Die Ausstrahlung erfolgte gestern Vormittag (die Sendung kann in der ZDF-Mediathek angeschaut werden). Lochner zeigte sich nach den Dreharbeiten begeistert: „Das war wirklich eine großartige Geschichte für die Sylter Gemeinde und ich würde es immer wieder machen.“ Zum Ende des Gottesdienstes wurde eine Telefonnummer eingeblendet, unter der die Fernsehzuschauer bei der Gemeinde anrufen konnten. „Das war gigantisch, wir haben am Sonntag etwa 1000 Anrufe von Menschen erhalten, die Fragen hatten oder etwas zu unserem Gottesdienst sagen wollten“. Aber nicht nur die Resonanz der Fernseh- Zuschauer, auch die innerhalb der eigenen Gemeinde sei durchweg positiv gewesen, sagt Lochner.

Kurz bevor es dann gestern zum zweiten Mal ernst wurde, instruierte Pastor Bornemann noch humorvoll das Publikum. „Das ist heute natürlich ein normaler Gottesdienst, aber Sie sind auch Teil einer Fernseh-Produktion. Also: Winken Sie bitte nicht der Oma oder rufen Sie laut ‚Huuhuu‘, wenn die Kamera an Ihnen vorbeischwenkt“. Der Gottesdienst verlief ohne Patzer und das Team vom ZDF zeigte sich nach dem zweiten erfolgreichen Drehtag sehr zufrieden. „Ich bin vor zwei Jahren das erste Mal hier gewesen und habe die Gemeinde als Aufzeichnungsort ausgesucht“, sagte Pfarrer Stephan Fritz, Senderbeauftragter für die ZDF-Gottesdienste, „unsere Absicht war es, einen Gottesdienst zu senden, der ein gewisses Sommerfeeling rüberbringt, und da bietet sie die Insel natürlich sehr gut an.“ Die beiden Themen, zu denen die Predigten gehalten wurden, waren vom ZDF gemeinsam mit den Pastoren und der Gemeinde erarbeitet worden, erzählt er. „Dabei haben wir auch darauf geachtet,das die Themen auf die Insel passen, aber nicht das typische Sylt-Klischee bedienen.“

Ganz begeistert von Sylt und der Westerländer Gemeinde ist auch Stefan Kampmann, Regisseur des ZDF-Fernsegottesdienstes. „Wir haben hier sehr viel Herzlichkeit erfahren“, sagte er der Sylter Rundschau, „beide Pastoren und die Gemeinde haben uns toll aufgenommen und auch wenn viele am Anfang bei den ersten Proben noch sehr aufgeregt waren, haben sie bis zur Aufzeichnung Quantensprünge gemacht.“ Das gesamte ZDF-Team habe großen Spaß bei den Dreharbeiten gehabt. Und das sei nicht selbstverständlich, wie Kampmann betonte. „Wir sind immer in sehr schönen Kirchen, aber der Spaß geht nicht von den Gemäuern aus, sondern von den Menschen darin. Und die waren auf Sylt sehr flexibel, umgänglich und außergewöhnlich herzlich.“

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Sylter Rundschau-Redakteurin Julia Nieß von
erstellt am 29.Aug.2016 | 05:10 Uhr

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