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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Küstenschutz auf Sylt : Bedingt wehrfähig – der Nösse-Deich ist feucht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Morsumer warnt vor schlechtem Zustand des Schutzwalls im Osten der Insel. Landesbetrieb beobachtet einige Stellen genau

Ist der Nösse-Deich im Osten der Insel stellenweise aufgeweicht? Bei einer Radtour entlang des grünen Schutzwalls offenbarte sich für den Morsumer Alfred Bartling Bedenkliches: „Zwischen Morsum und Keitum finden sich an der Innenseite des Deichs drei große Stellen, an denen Wasser ausgetreten ist“, sagt Bartling.

Die Auskolkungen haben jeweils einen Durchmesser von etwa zwei Metern – braune Streifen auf dem angrenzenden Asphaltweg zeugen von erdigem Deichwasser, das hier abgeflossen ist. Vom übrigen Deich heben sich die betroffenen Bereiche deutlich ab – sie sind nicht von Gras bewachsen und durchlässig: Als Bartling einen Zollstock in das Erdreich steckt, dringt dieser mühelos 60 Zentimeter tief ein.

Die unerfreulichen Entdeckungen nimmt Björn Christiansen, Vorsteher des Deich- und Sielverbands Nösse, sehr ernst: „Es trifft sich gut, dass in Kürze die Herbst-Deichschau ansteht. Dann werden wir die Auskolkungen genau inspizieren.“ Beim zuständigen Landesbetrieb für Küsten-, Natur- und Umweltschutz (LKN) seien die drei Stellen bekannt und stünden unter Beobachtung, erläuterte Christiansen.

Für Alfred Bartling, der 30 Jahre lang beim damaligen Amt für ländliche Räume arbeitete und im Bereich des Küstenschutzes somit versiert ist, steht die zentrale Ursache für die Feuchtigkeit im Deich fest: „Die meisten Gräben im Deichvorland sind verlandet und bewachsen. Bei starken Regenfällen kann das Wasser daher nicht mehr vom Deich ablaufen.“

Bartlings Empfehlungen: Die Gräben des Vorlandes müssten dringend ausgebaggert werden, zudem sei die Verlegung von Drainagen am Deich sinnvoll. Das hält auch Christiansen für eine praktikable Lösung, „allerdings verlangt die Wartung einen gewissen Aufwand“. Denn damit Sand und Erde die Rohre nicht verstopfen, müssen diese regelmäßig durchgespült werden.

Neu sei die Problematik indes nicht, erläutert Bartling: Schon 2005 waren Stellen zu sehen, an denen Wasser aus dem Deich austrat, und auch vor drei Jahren sei die schlechte Entwässerung bei der Frühjahrs-Deichschau bemängelt worden.

Ein Handeln aber sei notwendig, denn „ein durchweichter Deich ist nur bedingt wehrfähig. Deutlicher ausgedrückt: Wenn bei einer Sturmflut der Druck auf die Außenseite des Deichs zu stark wird, könnte die Innenböschung abrutschen – das wäre dann der fatalste Fall.“

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