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Sylter Rundschau

05. Dezember 2016 | 01:35 Uhr

Deutsche Bahn : Bauarbeiten auf Sylt: Keine Züge von und nach Westerland

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sonnabend beginnen die Bauarbeiten am Bahnhof in Westerland. Passagiere müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen.

Westerland | Von Sonnabend, 5. November, bis zum kommenden Dienstag, 8. November, werden gleich mehrere Bauarbeiten der DB Netz AG dazu führen, dass auf den Schienen für Insulaner, Berufspendler und auch Touristen so gut wie gar nichts mehr geht. Denn an diesem „Chaos-Wochenende“ können sämtliche Züge des Personennahverkehrs nicht die Bahnsteige im Westerländer Bahnhof anfahren, weil dort insgesamt zwölf Weichen ausgetauscht und fast 2600 Meter Gleise erneuert werden. Auch die Fahrzeiten des Sylt Shuttles werden sich dadurch ändern.

Sonderfahrplan für die Strecke Hamburg-Altona nach Westerland und zurück

Vor allem die Fahrgäste der NOB müssen in den kommenden Tagen Geduld mitbringen: Bereits in Morsum oder in Keitum müssen sie vom Zug in Busse umsteigen, die sie dann nach Westerland bringen. Die NOB hat bereits einen detaillierten Sonderfahrplan für die Strecke Hamburg-Altona nach Westerland und zurück veröffentlicht. Demnach gelten neben dem Schienenersatzverkehr auch geänderte Ankunfts- und Abfahrtszeiten: Bei NOB-Fahrten in Richtung Norden kommt es beispielsweise in Bredstedt häufig zu Aufenthalten von einer halben Stunde. Die Fahrzeit von Hamburg nach Westerland verlängert sich dadurch auf nahezu vier Stunden – falls es nicht zu anderweitigen Verspätungen kommt und falls der Umstieg in die Ersatzbusse reibungslos funktioniert.

Welcher NOB-Zug bis nach Keitum fährt oder ob die Reise bereits in Morsum enden muss, hänge nicht von den Bauarbeiten ab, sondern sei „umlaufbedingt“ festgelegt worden, erläuterte Kay Goetze, der Pressesprecher des Bahnunternehmens. Der Grund: Noch immer haben die als Fernverkehr eingestuften Autozüge Vorrang gegenüber den Personenzügen. Außerdem gibt es wegen der Durchfahrten des Sylt-Shuttles im Keitumer Bahnhof nur begrenzte Wartezeiten. Insgesamt behindern die Baustellen den Bahnverkehr an der Westküste sogar bis zum 24. November. Alle Fernverkehrszüge enden deshalb schon in Hamburg-Altona, IC-Züge fahren Sylt in den knapp drei Wochen überhaupt nicht an.

Zwischen dem Inselosten und Westerland gibt es Schienenersatzverkehr

Die größte Herausforderung für die kommenden Tage ist die vorausschauende Planung und reibungslose Abwicklung des Schienenersatzverkehrs zwischen dem Inselosten und Westerland. Vor allem für die beiden Arbeitstage 7. und 8. November, wenn Tausende Berufstätige zwischen Insel und Festland pendeln. Im Jahresdurchschnitt seien täglich 5000 bis 6000 Fahrgäste mit der NOB unterwegs, sagte Sprecher Kay Goetze.

Wegen der zahlreichen Pendler lägen die meistfrequentierten Zeiten werktags zwischen 5.30 und 8.30 Uhr in Richtung Insel sowie etwa von 16 bis 19 Uhr in der Gegenrichtung. Im Auftrag des Bahnunternehmens wird die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) an den vier kritischen Tagen bis zu 16 Busse bereitstellen, um Bahnreisende nach Westerland und wieder zurück nach Keitum oder Morsum zu bringen. Eingesetzt werden sowohl Linienbusse als auch Reisebusse, je nach Größe finden darin zwischen 50 und 100 Personen Platz. Allerdings besitzen nicht alle eingesetzten Busse einen Niederflureinstieg, auch eine Fahrradmitnahme sei nur hinten auf den Linienbussen möglich.

Sylt-Shuttle fährt nur stündlich statt halbstündlich

Endet ein NOB-Zug in Morsum, stehen die Ersatzbusse an der üblichen Haltestelle am Bahnhof und fahren dann über die K117 zunächst bis zur Haltestelle südlich des Keitumer Bahnhofs. Dort können auch alle Pendler aussteigen, deren Firmenfahrzeuge auf dem großen Parkplatz stehen, anschließend geht es ohne Halt weiter bis zum Bahnhof Westerland. Fährt die NOB bis nach Keitum, warten die Ersatzbusse in der dortigen Ladestraße auf ihre Fahrgäste Richtung Westen.

In der Gegenrichtung wird es komplizierter: Weil an der K117 in Keitum nicht mehrere Busse hintereinander halten können und es zu gefährlich wäre, wenn Hunderte Personen gleichzeitig die Landstraße überqueren, fahren alle Busse ebenfalls bis zum Ausstieg Ladestraße, teilte das Ordnungsamt mit. Es ist also an den vier Tagen mit deutlich verstärktem Busverkehr durch das Dorf zu rechnen. Zusätzliche Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen Keitum und Morsum könnten nicht geschaffen werden, erklärte Stefanie Schultz vom Ordnungsamt.

Keine Parkgebühren

Als entgegenkommende Maßnahme werden die Parkgebühren der Zeit an den Bahnhöfen Morsum und Keitum sowie der Parkpalette in Westerland und den bahnhofsnahen Parklätzen „Pieten“, „Alte Post“ und „Andreas-Nielsen-Straße“ nicht erhoben. Ausgenommen von dieser Regelung ist der kleine Kurzzeitparkplatz am Bahnhofsvorplatz in Westerland.

Folgen haben die Arbeiten im Bahnhof Westerland auch für die Autozüge: Vom 5. bis 11. November fährt der Sylt Shuttle nur stündlich statt halbstündlich. Konkurrent RDC stellt seinen Betrieb an diesen Tagen sogar ganz ein. Somit verkehren pro Fahrtrichtung 17 Züge am Tag.

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Sylter Rundschau-Redakteurin Julia Nieß von
erstellt am 04.Nov.2016 | 05:14 Uhr

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