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Sylter Rundschau

26. März 2017 | 07:28 Uhr

Hindenburgdamm-Sperrung Anfang April : Bahn schickt Sylt-Pendler nach Dänemark und übers Wasser

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine „Pendlerfähre“ mit Reisebussen fährt als Schienenersatzverkehr von Havneby auf Röm nach List (Sylt). Mitfahrer sollen sich zunächst auf Facebook anmelden.

Sylt | Es ist mitnichten ein Aprilscherz, sondern eine außergewöhnliche Maßnahme in außergewöhnlichen Zeiten: Während der ungefähr achtstündigen Totalsperrung des Hindenburgdamms am ersten April-Wochenende wird es einen Ersatzverkehr mit Reisebussen geben, die auf der Syltfähre vom deutschen Festland über Dänemark nach Sylt und wieder zurückfahren. Weil Bahnfahrten am Sonntag, den 2. April, aufgrund dringender Bauarbeiten von 0.30 Uhr bis 8.30 Uhr nicht möglich sein werden, haben sich DB Regio, Nah.SH und die Rømø-Sylt Linie GmbH darauf verständigt, in den Morgenstunden eine zusätzliche Hin- und Rückfahrt der Syltfähre zwischen Havneby und List durchzuführen.

Transportiert werden sollen insbesondere Reisebusse, um mit ihnen Berufspendler auf die Insel beziehungsweise wieder nach Hause zu bringen, die abends besonders lange arbeiten oder morgens sehr früh wieder im Dienst sein müssen. Dazu gehören in erster Linie Angestellte aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeheimen oder Putzkolonnen der Appartementvermieter. Allerdings wird sich ihr sonntäglicher Arbeitsweg mit der „Pendlerfähre“ umständlich und vor allem zeitaufwändig gestalten. Deshalb sollen mit Hilfe des sozialen Netzwerks Facebook zunächst die tatsächlichen Bedarfe abgefragt werden.

„Wer mitfahren möchte, sollte sich bei unserer Gruppe ‚NOB Pendler Husum-Westerland‘ online anmelden und in der Umfrage ein Häkchen machen, damit klar ist, wie viele Busse gechartert werden müssen“, erläutert Initiator Achim Bonnichsen.

Fahren würden die beiden außerplanmäßigen Syltfähren und auch die Busse aber auf jeden Fall, sagt Tim Kunstmann von der Rømø-Sylt Linie. Die Kapazität sei allerdings auf zehn Busse begrenzt, weil das Schiff aus Sicherheitsgründen maximal 599 Personen an Bord nehmen dürfe. Wie viele Pendler sich letztendlich für diese ungewöhnliche An- und Abreise entscheiden, ist unklar: Bei Redaktionsschluss hatten am Dienstag etwa 70 Personen zumindest ihr Interesse bekundet. Ein „Bus-Shuttle“ auf dem Autozug zwischen Niebüll und Westerland im November vergangenen Jahres wurde nur von wenigen Pendlern genutzt und nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Der Schienenersatzverkehr mit Bussen von Autokraft – einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn – durch Dänemark und übers Wattenmeer startet am Sonntag, 2. April, ab Bahnhof Niebüll um 3.40 Uhr, hält um 4 Uhr am Bahnhof Klanxbüll und erreicht anderthalb Stunden später Havneby. Abfahrt der extra eingesetzten Fähre ist um 5.35 Uhr, angelegt in List wird um 6.15 Uhr. Dort müssen alle Busreisenden jedoch in Fahrzeuge der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) umsteigen, weil Autokraft auf der Insel nicht fahren darf. Um 6.55 Uhr schließlich sollen die Busse am ZOB in Westerland ankommen.

Zurück zum Festland können Berufspendler mit SVG-Bussen ab 5.50 Uhr vom ZOB Westerland fahren, Ankunft in List und Umstieg in Autokraft-Busse ist gegen 6.20 Uhr. Die Syltfähre legt um 6.30 Uhr ab und erreicht Havneby um 7.10 Uhr. Die Ankunft in Klanxbüll ist dann für 8.38 Uhr geplant, Endstation um 8.58 Uhr in Niebüll.

„Die Reisezeit ist natürlich unattraktiv, schneller geht es aber nicht“, sagte DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis gegenüber dem sh:z. Aber er sei froh, dass die technischen Abläufe der Gleisarbeiten so weit optimiert werden konnten, dass es „nur noch acht Stunden“ sind. Die Deutsche Bahn weist außerdem darauf hin, dass wegen des Grenzübertritts nach Dänemark gültige Personaldokumente erforderlich sind.

Finanziert werden die Busfahrten und der Transport der Fahrzeuge mit der Syltfähre gemeinsam vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein sowie DB Regio. Und: „Alle Fahrkarten sind gültig, denn es handelt sich um einen Bahn-Ersatzverkehr“, erklärte Nah.SH-Sprecher Dennis Fiedel.


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erstellt am 15.Feb.2017 | 00:05 Uhr

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