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Sylter Rundschau

28. Mai 2016 | 20:04 Uhr

Bahnstecke Niebüll-Westerland : "Bahn-Chaos": Sylts Bürgermeister ermuntert zu Demonstrationen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Tinnumer ärgern sich über eine ständig geschlossene Schranke - und Nikolas Häckel rät zu Protest.

Seit der Sylt Shuttle im Halbstundentakt mit „diesen seltsamen und völlig unnötigen Personenwagen“ fahre, sei die Bahnschranke am Königskamp öfter und länger geschlossen als je zuvor. „Wie soll das erst werden, wenn auch noch die Amerikaner mit ihren Autozügen kommen? Dann sind wir ja quasi vom Norden der Insel abgeschnitten.“ Mit solch drastischen Worten machten Tinnumer Bürger am Montagabend im Ortsbeirat ihrer Wut Luft. Ewig müssten sie an den rotweißen Barken warten oder große Umwege in Kauf nehmen, um nur mal kurz zum Discounter oder in Richtung Hundeplatz zu fahren. Besonders schlimm, ja sogar lebensgefährlich, sei die Situation für Schulkinder, die Angst haben, wegen der geschlossenen Schranken zu spät zum Unterricht zu kommen. „Wollen wir tatenlos abwarten, bis ein Kind vor lauter Verzweiflung über die Bahngleise rennt und vielleicht von einem Zug erfasst wird?“, fragte eine besorgte Mutter.

Nikolas Häckel kann den Frust und die Befürchtungen der Bürger gut verstehen: „Bei allem, was wir in Sachen Autozug unternehmen – ob bei den Betreibern, beim Land oder beim Bund, laufen wir immer wieder gegen Mauern. Werden nicht wahrgenommen, oft nicht einmal angehört.“ Auf die Frage, was man denn sonst noch tun könne, schlägt der Bürgermeister der Gemeinde Sylt vor: „Wie wäre es denn mit einer Demo oder mit einer Menschenkette gegen das Bahn-Chaos? Da kann ich Sie nur ermuntern, das meine ich ganz ernst“, so Nikolas Häckel.

Zur Spitze einer möglichen bürgerlichen Protestbewegung macht sich Martina Bengsch-Maczik zwar nicht. Doch auch die Schulleiterin der Tinnumer Grundschule kennt das Problem mit den ständig und lange geschlossenen Schranken: Schüler oder Mitarbeiter, die zur ersten Stunde in die Schule müssen, und deren Schulweg den Königskamp beinhalte, müssten „sehr viel früher“ aufstehen, um nicht eventuell zu spät zu kommen.

Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn, benennt drei Gründe für die langen Schließzeiten am Königskamp. Er weist unter anderem auf eine technische Neuerung hin, die der Sicherheit dienen soll: Weil die Schranken nun signalabhängig seien, wären sie im Schnitt rund 30 Sekunden länger geschlossen. Dem Vorwurf, dass die Schranken gelegentlich sogar bis zu 30 Minuten am Stück geschlossen sind, würde Meyer-Lovis „nicht vehement widersprechen“. Die anderen beiden Gründe seien den Insulanern sicherlich bekannt: Durch die erhöhte Taktung des Autozuges und das Rangieren des Sylt Shuttles wäre die Schranke jetzt häufiger geschlossen – daran würde sich auch künftig nichts ändern.

Für die Tinnumer heißt das: Abwarten, Umweg fahren – oder dem Aufruf ihres Bürgermeisters folgen.

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erstellt am 28.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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