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Sylter Rundschau

24. April 2014 | 19:29 Uhr

Silvester - "Auf der ganzen Insel wird mehr geknallt werden"

vom

Rechtzeitig zu Silvester wird das Knallen an drei Sylter Strandabschnitten erlaubt. Nicht alle Anwohner freuen sich über diese Entwicklung.

Sylt | Wird sich die Sylter Böller-Kultur durch das gelockerte Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern verändern? Raketen und Co. sind in diesem Jahr zum ersten Mal an drei Strandabschnitten auf der Insel erlaubt: Vor der Westerländer Promenade, in Wenningstedt zwischen Berthin-Bleeg-Straße und Dünenwall und zwischen Hafenmole und Strandstraße am Hörnumer Oststrand. Mit diesem "Böller-Zonen-Experiment" soll laut Ordnungsamt die ohnehin stattfindende Knallerei in geordnete Bahnen gelenkt werden.
Dass das der Effekt der Lockerung sein wird, daran glauben allerdings nicht alle: "Logischerweise wird dadurch auf der gesamten Insel mehr geknallt werden", sagt ein Wenningstedter Kaufmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, "denn welcher Tourist weiß schon, an welchem Strandabschnitt es genau verboten oder erlaubt ist. Ich finde, es war keine tolle Idee, den Strand teilweise frei zu geben." Helena Axnick vom Hotel Hansa in Wenningstedt sieht das gelassener: "Es gab auf dem Strandabschnitt bei uns ja ohnehin immer das Feuerwerk der Gemeinde Wenningstedt." Zudem sei trotz Verbot am Wenningstedter Strand auch vorher geböllert worden, "und was am nächsten Morgen in der Friedrichstraße in Westerland gelegen hat, hat auch gezeigt, dass sich keiner ans Verbot gehalten hat".

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Knallen ja, aber "nur, wenn kein Ostwind ist!"

Viel wichtiger ist Axnick also, dass die anreisenden Gäste von ihren Vermietern auf das auf dem allergrößten Teil der Insel geltende Verbot aufmerksam gemacht werden: "Ich sag schon bei der Buchung, dass hier Feuerwerk wegen der Reetdachhäuser verboten ist und die Gäste haben viel Verständnis." In Hörnum liegt das Restaurant Südkap unmittelbar an der "Böller-Zone". Inhaberin Emine Alim Ayhan findet die Knallerei persönlich schön und hat auch nichts dagegen, dass sie am Strand nun offiziell erlaubt ist: "Obwohl - verstehen Sie mich nicht falsch: Nur, wenn kein Ostwind ist!" Denn der würde die Feuerwerkskörper direkt auf ihr Restaurant fliegen lassen.
Auch wenn Feuerwerkskörper auf der Insel nun stellenweise legal abgefackelt werden dürfen - sie hier zu bekommen, dürfte weiterhin schwierig werden. Nachdem seit Jahren außer vereinzelten Schwarzen Schafen kein Einzelhändler Feuerwerk verkauft hat, wird sich das auch in diesem Jahr nicht ändern. Außer am guten Willen kann das auch daran liegen, dass Feuerwerkskörper schon im Sommer von den Geschäften hätte bestellt werden müssen. Da war aber von der Lockerung des Abbrennverbots noch nichts bekannt.
Zudem muss das Personal für den Verkauf zusätzlich geschult werden, weiß Jens Springstub, Marktleiter des Hagebau-Markts. Und auch bei der Lagerung gilt es, spezielle Vorschriften einzuhalten. "Wir verkaufen in diesem Jahr aus politischen Gründen keine Feuerwerkskörper", erklärt Springstub, "aber für die nächsten zehn Jahre möchte ich mich auf diese Linie nicht festlegen." Ob den Syltern Silvester zukünftig mehr um die Ohren fliegen wird, zeigt sich richtig deutlich wohl erst im kommenden Jahr.

von Friederike Reußner
erstellt am 19.Dez.2012 | 08:43 Uhr

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