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Sylter Rundschau

26. Juli 2016 | 04:33 Uhr

Überraschender Antrag der CDU : Asyl auf Sylt: Jetzt geht’s ans 5-Städte-Heim

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Gemeinde Sylt möchte nun Flüchtlinge in dem Hörnumer Heim unterbringen – doch in Pinneberg weiß bisher niemand von diesen Plänen.

Überraschende Neuigkeiten zum Thema Flüchtlingsunterkünfte im Inselsüden: Die CDU-Fraktion hat mit einem Dringlichkeitsantrag auf der Sylter Gemeindevertretersitzung am Donnerstag gefordert, dass weitere Asylbewerber nicht wie bisher geplant im Hörnumer JAW-Heim, sondern im benachbarten Fünf-Städte-Heim untergebracht werden. Bürgermeister Nikolas Häckel wurde beauftragt, „unverzüglich“ Gespräche mit der Gemeinde Hörnum und dem in Pinneberg ansässigen Trägerverein des Jugendheims aufzunehmen. Während dieser so genannten Prüfphase sollen alle bereits begonnenen Sanierungsmaßnahmen im JAW Hörnum ausgesetzt werden. Den im nichtöffentlichen Teil der Versammlung länger diskutierten CDU-Antrag hätten die Gemeindevertreter abschließend mit Mehrheit beschlossen und damit auf den Weg gebracht, erklärte Bürgervorsteher Peter Schnittgard nach der Sitzung.

Andrea Hansen, die Geschäftsführerin des Fünf-Städte-Vereins Pinneberg, hat von dem Vorschlag der CDU-Fraktion und dem Prüfauftrag an Verwaltungschef Nikolas Häckel erst auf Anfrage der Sylter Rundschau erfahren. Entsprechend überrascht reagierte sie auf die neuen Nachrichten: „In Sachen Flüchtlingsunterbringung haben wir ja schon länger nichts mehr von der Insel gehört“, sagte Andrea Hansen, die seit 2009 auch hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt Uetersen ist. „Eigentlich dachte ich, das sei mittlerweile alles vom Tisch.“ Kontakte nach Sylt habe es aktuell keine gegeben: „Ich kann mir offen gestanden gar nicht erklären, wie und warum man jetzt wieder auf solche Ideen kommt.“ Für weitere Details wolle sie zwar erstmal die offizielle Mitteilung der Inselverwaltung abwarten, aber den Sylter Vorstoß dennoch bereits kommenden Montag mit den verschiedenen Geschäftsstellen des Fünf-Städte-Vereins besprechen.

Zu den Trägern des Jugendheimes gehören außer Pinneberg die Städte Elmshorn, Kellinghusen, Tornesch, Uetersen und Wedel sowie Gemeinde Neuendeich. Im September vergangenen Jahres waren Pläne bekannt geworden, der Kreis Pinneberg wolle die ihm neu zugewiesenen Flüchtlinge aus Platzmangel nicht vor Ort, sondern in dem Fünf-Städte-Heim auf Sylt unterbringen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings am Widerstand des Hörnumer Bürgermeisters Rolf Speth und letztendlich durch die Ablehnung von Dieter Harrsen, dem Landrat des Kreises Nordfriesland.

Mit ihrem Vorstoß will die CDU in erster Linie das bereits bewilligte Geld für eine Sanierung des JAW-Heims einsparen, deren Kosten mit rund einer Million Euro veranschlagt sind. Das Fünf-Städte-Heim dagegen sei voll funktionsfähig, für eine Unterbringung von bis zu 180 Flüchtlingen bestehe bereits ein Konzept seitens der Träger. Außerdem überlege der Fünf-Städte-Verein ohnehin, das Gebäude zu verkaufen – so zumindest die Vermutung der Sylter CDU. „Also, davon ist mir nichts bekannt“, erklärte dagegen Andrea Hansen, „und ich sollte es ja wissen.“ Für 2016 sei das Heim bereits ausgebucht, deshalb käme der erneute Anlauf eigentlich viel zu spät. Doch grundsätzlich könne sie sich eine Unterbringung von Asylbewerbern dort noch immer vorstellen: „Möglicherweise in einer Kombination von Personen aus unserer Region und den Flüchtlingen, die künftig der Insel Sylt zugewiesen werden. Aber auch darüber ist bisher nicht gesprochen worden ...“

 

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erstellt am 24.Jan.2016 | 15:21 Uhr

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