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Sylter Rundschau

25. August 2016 | 22:10 Uhr

Flüchtlinge auf Sylt : Anwohner beschweren sich über „Asylantenheim“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Investoren, die beim Sylter Obdachlosenheim gebaut hatten, beklagen sich darüber, dass dort nun Flüchtlinge untergebracht sind.

Nachdem die Gemeinde Sylt einige Asylbewerber im ehemaligen Obdachlosenheim am Sjipwai untergebracht hat, melden nun Hausbesitzer aus der Nachbarschaft Kritik an diesem Vorgehen an. Die Westerlandpoint GmbH aus München, die 2011 Wohn- und Geschäftshäuser am Sjipwai/Bahnweg gebaut hatte, befürchtet finanziellen Schaden durch die Asylbewerber in der Nachbarschaft: „Weil Wert und Ansehen der Objekte nun einmal – so traurig es ist – im gleichen Maße sinken, wie sie mit der Nähe zu einem Asylantenheim in Verbindung gebracht werden“, heißt es in einem Schreiben der GmbH an die Verwaltung der Gemeinde Sylt. „Auch wir wissen um das Problem der Zunahme von Asylsuchenden in Deutschland und um die Schwierigkeiten der Kommunen, dieses Problem zur Zufriedenheit aller Beteiligter zu lösen“, schreiben die Investoren außerdem.

Trotzdem würden sie sich durch die Entwicklung „überrumpelt“ fühlen. Sie seien sich bewusst, dass es für das Ordnungsamt keine „Informationspflicht zur Unterbringung von Asylanten“ gebe – sie hätten sich trotzdem gewünscht, dass man mit ihnen im Vorfeld Gespräche geführt hätte.

Gabriele Gotthardt, Leiterin des Ordnungsamtes, sagt, sie habe bisher kaum Kritik an der Unterbringung der Asylbewerber erlebt: „Aus der Bevölkerung kam eigentlich eher wenig.“ In Keitum habe es anfangs Unruhen gegeben (wir berichteten), die hätten sich aber schnell aufgelöst. In Tinnum hätten die Nachbarn zwar mit einigen Fragen auf ihre neuen Nachbarn reagiert, die aber geklärt werden konnten: „Dort hat sich jetzt ein wirklich nachbarschaftliches Verhältnis entwickelt.“

Momentan leben auf Sylt rund 60 Flüchtlinge, die von der Gemeinde untergebracht worden. Für Anfang August rechnet das Ordnungsamt allerdings mit weiteren Zuweisungen durch den Kreis Nordfriesland.

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erstellt am 25.Jul.2014 | 05:41 Uhr

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