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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 10:45 Uhr

Strassenbau auf Sylt : Anlieger sollen fast eine Million zahlen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die dringend notwendige Sanierung der Dr.-Ross-Straße hat höchste Priorität. Allerdings müssen Hauseigentümer drei Viertel der Kosten tragen

Die Dr.-Ross-Straße ist zwar nur eine Anliegerstraße, doch eine der wichtigsten innerstädtischen Ost-West-Verbindungen – und vor allem bei Parkplatz-Suchenden beliebt, denn das Abstellen der Fahrzeuge ist dort zumindest derzeit noch kostenlos. Allerdings ist die 430 Meter lange Straße seit Jahren in einem desolaten Zustand: Sowohl die Fahrbahndecke als auch die Gehwege sind mit Asphalt gebaut und weisen erhebliche bauliche Schäden wie Rissbildungen und Absackungen, sogar zentimetertiefe Löcher und viele notdürftig geflickte Stellen auf, heißt es in einer Analyse der Abteilung Tiefbau des Bauamts. Ein frostsicherer Oberbau ist nicht vorhanden, die Bordsteine sind durch das Parken mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig beschädigt. Auch fehlt in der Straße eine Oberflächenentwässerung mit Anschlüssen an Regenwasserkanäle oder Versickerungseinrichtungen. Deshalb steht nach Niederschlägen das Wasser dort oft stundenlang in großen Kraterseen – siehe Foto rechts. Nachts ist außerdem die Sicherheit nicht gewährleistet, denn die Straßenbeleuchtung ist aufgrund zu großer Abstände der technisch veralteten Straßenleuchten unzureichend.

Aus allen diesen Gründen steht die Dr.-Ross-Straße mit Priorität Eins ganz oben auf der Liste des Straßenausbaukonzepts der Gemeinde Sylt, das Tiefbauamtsleiter Reiner Brudnitzki Anfang August erstmalig im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt hat. Für die notwendigen Sanierungen der Straße sind Kosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Zwar hat der Fachausschuss dem Finanzausschuss sowie der Gemeindevertretung einstimmig empfohlen, für den Straßenausbau im kommenden Jahr 750  000 Euro zur Verfügung zu stellen. Dies gilt allerdings nicht nur für die Westerländer Straße, sondern für fünf Straßenbauprojekte mit höchster Dringlichkeit im Gemeindegebiet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 1,8 Millionen Euro – dafür reichen die Haushaltsmittel bei weitem nicht aus. Weil die Dr.-Ross-Straße als so genannte Anliegerstraße eingestuft ist, ergibt sich für ihre Sanierung laut gültiger Ausbaubeitragssatzung ein Anschlussbeitrag von 75 Prozent für alle Hauseigentümer. Sie müssen also knapp eine Million Euro zahlen, damit ihre Straße wieder instand gesetzt wird. Der Gemeindeanteil beträgt, zum Beispiel unter Berücksichtigung von Ermäßigungen für Eckplätze, demnach zirka 490  000 Euro. Allerdings ist umstritten, wie die Straßen der Gemeinde Sylt in Anliegerstraßen, Haupterschließungsstraßen, Hauptverkehrsstraßen und Fußgängerzonen unterteilt und damit die Höhe der Ausbaubeiträge festgelegt werden sollen. Eine Anliegerstraße rangiert in der teuersten Kategorie, der Prozentsatz für Hauseigentümer dort soll sogar auf 85 Prozent erhöht werden. Doch dagegen gab es Widerstand in der Gemeindevertretung. Das heikle Thema soll zunächst in allen Ortsbeiräten diskutiert werden.

Über das weitere Vorgehen in Sachen Sanierung Dr.-Ross-Straße jedoch berät heute der Westerländer Ortsbeirat. Den Mitgliedern liegen zwei Beschlussvorschläge vor, die sich zwar nicht finanziell, aber in einem wesentlichen Ausbaudetail unterscheiden: Eine Variante sieht Parkbuchten auf beiden Straßenseiten vor, in der zweiten Variante sollen nur einseitig Parkbuchten errichtet werden. Die empfohlene Anordnung von Buchten am nördlichen und am südlichen Fahrbahnrand (Variante 1) sei der Parksituation der vergangenen Jahre geschuldet, heißt es in der Vorlage des Bauamts. Daraus würde der dringende Bedarf an Pkw-Stellplätzen im öffentlichen Bereich deutlich. Der vorgeschlagene Querschnitt entspräche dann dem der benachbarten Bismarckstraße, die bereits in den Jahren 2014/15 ausgebaut wurde. In Variante 2 ist eine Anordnung von Parkbuchten nur aus einer Straßenseite vorgesehen. Dadurch bestünde die Möglichkeit, die Breite der Gehwege von derzeit 1,50 Meter auf 2,50 Meter zu vergrößern, so das Bauamt. Allerdings würde sich dann die Anzahl der öffentlichen – und kostenlosen – Pkw-Stellplätze gegenüber dem jetzigen Bestand sehr deutlich auf etwa die Hälfte verringern. Welche Prämisse dem Ortsbeirat wichtiger ist, wird sich also am heutigen Abend entscheiden. Gehwege und Parkbuchten sollen auf jeden Fall gepflastert, die Straße neu asphaltiert und Entwässerungsrinnen aus Betonsteinen eingebaut werden. Im Bereich der Parkbuchten und Grundstückszufahrten ist geplant, vereinzelt auch Grün- oder Pflanzflächen einzufügen.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 05:30 Uhr

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