zur Navigation springen

Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 04:54 Uhr

Fundsachen-Versteigerung : Am Wochenende wurden Sylter-Fundsachen versteigert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Rahmen des Sommerfestes der Westerländer Feuerwehr hat die Gemeinde Sylt am Sonnabend Fundsachen versteigert. Das Geld wurde teilweise für einen guten Zweck gespendet.

„Zum Ersten, zum Zweiten, zuuuuum - Dritten!“ Drei Dutzend Mal schwang Wolfgang Krüger am Sonnabend seinen Hammer und versteigerte hochwertige Fundstücke, die sich in den letzten zwölf Monaten beim Fundbüro der Gemeinde in Westerland angesammelt hatten.

„Für uns gilt eine Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten“, sagte Karina Weyrich von der Gemeinde Sylt, “alles was dann nicht abgeholt wurde, wo der Besitzer nicht ermittelt werden konnte und wo der Finder keine Eigentumsrechte geltend gemacht hat, wird hier versteigert“.

Bei der Ankunft im Fundbüro werden Taschen und ähnliche Gepäckstücke auf ihren Inhalt untersucht. Nicht nur, um im Idealfall den Besitzer zu ermitteln, sondern auch um Verderbliches zu entsorgen, damit man nach einem halben Jahr beim Öffnen nicht sein “blaues Wunder“ erlebt.
Ganze 134 Nummern hatte die Gemeinde vor und während der Auktion vergeben - ohne das laminierte Stück Papier mit der Zahl war das Mitbieten unmöglich. Potentielle Käufer und Schaulustige nahmen das Angebot vor dem Auktionsbeginn um 12 Uhr genau unter die Lupe. Acht Fahrräder, elf Taschen und Rucksäcke, vier Smartphones, vier Digitalkameras, ein Bernsteinschmuck-Arrangement, Geschmeide aus Gold und Silber sowie hochwertige Uhren und Sonnenbrillen standen zur Auswahl. Erlaubt war den Bietern, die Gepäckstücke anzuheben, nicht aber hinein zu schauen.
Um den Reiz der teilweise bieder wirkenden Rücksäcke zu erhöhen, hatten die Behörden den Inhalt mit attraktiven Fundstücken angereichert, in ein Gepäckstück sogar ein iPhone gesteckt.

Einen unscheinbaren Rucksack ersteigerte Rosemarie Waczik. “Wir bieten in jedem Jahr mit, auch gern ein wenig mehr als die anderen, weil es ja für einen guten Zweck ist“, sagte die Westerländerin, die das begehrte iPhone im Gepäckstück fand, auf das viele Bieter der “Überraschungspakete“ gehofft hatten.Gertrud Giesen aus Westerland ersteigerte einen Trolley aus feinem Leder und einen übergroßen Jutebeutel, war überrascht von der Vielfalt des Inhalts: „Wahnsinn, was da alles drin ist“, sagte sie begeistert nach der Inspektion ihrer Taschen, die viele Umherstehende neugierig verfolgten.

Die Sylterin Maja Carstensen erhielt den Zuschlag für einen Rucksack bei 55 Euro. Sie fand darin eine Digitalkamera, eine Sonnenbrille, eine silberne Kette, weiteren Schmuck, einen Bestseller, einen Fahrradhelm, ein T-Shirt, und ein Tuch. „Eine gute Ausbeute, aber eigentlich geht es mir eher um den Spaß am Mietbieten“, sagte die Frau, die bei fast allen Artikeln dem Mann mit dem Hammer eine Zahl zurief.

Der Mann mit dem Hammer - er war der Hammer: Im echten Leben als Bestatter eher den ernsten Dingen des Lebens zugewandt, unterhielt der zehnfache Großvater im grünen Clownskostüm sein Publikum ganz formidabel.

Mit flotten Sprüchen und seiner herzlichen Art erzielte er gute Preise für den guten Zweck – die Erlöse der Versteigerung gehen zum Teil an das Sylter Hospiz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen