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Sylter Rundschau

06. Dezember 2016 | 16:57 Uhr

Baumaßnahmen auf Sylt : Am Bahnhof wird’s jetzt eng

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Regenrückhaltebecken und ein Wohn- und Gewerbegebäude werden in den kommenden Monaten zeitgleich entstehen.

Es ist viel los rund um den Bahnhof in Westerland: „Parkplatz gesperrt ab dem 20. Juni“ steht in schwarz-roten Buchstaben auf vielen Schildern auf dem großen Stellplatz am Kirchenweg. Direkt daneben, gegenüber der Zufahrt Kjeirstraße (ehemaliges Schwennsen-Grundstück), werkeln derweil die Bauarbeiter auf einer Baustelle an einem 4000 Quadratmeter großen Wohn- und Gewerbegebäude. Auf dem Parkplatz nebenan wird ab dem 27. Juni mit den Bauarbeiten für ein Regenrückhaltebecken begonnen, das unter der Asphaltdecke am Kirchenweg errichtet wird (wir berichteten). Beide Baumaßnahmen sollen in den kommenden Monaten zeitgleich realisiert werden und im kommenden Jahr abgeschlossen sein.

„Der Bau des Regenrückhaltebeckens wird sich im Wesentlichen auf dem Parkplatz-Gelände abspielen“, weiß Joachim Schweitzer, kommissarischer Bauamtsleiter der Gemeinde Sylt. Die Befürchtungen einiger Gemeindepolitiker, es würde in der Hochsaison durch die Baumaßnahmen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Westerländer Straßenverkehr kommen, waren im Vorfeld groß. Denn wie bekannt wurde, muss der Kirchenweg während der Baumaßnahmen zeitweise als Sackgasse gesperrt werden. Schweitzer erwartet dort in der Hochsaison allerdings keine Verkehrsprobleme aufgrund der Baustelle, denn „erst im Herbst wird der Kirchenweg für etwa ein bis zwei Wochen gesperrt“.

Die Baumaßnahmen müssten durchgeführt werden, weil bei starkem Regen regelmäßig eine hydraulische Überlastung des Kanalsystems auftritt, welche im Bereich Kirchenweg/Trift zu teilweise heftigen Überschwemmungen führen kann. Das Regenrückhaltebecken könne das Kanalsystem künftig entlasten und den Niederschlag zwischenspeichern, erklärt Schweitzer. „Man stelle sich viele Getränke-Kisten nebeneinander vor, die große Mengen an Niederschlag aufnehmen können. In den Speicher passen 1540 Kubikmeter, also 1,54 Millionen Liter Wasser“, so der Bauamtsleiter. „Das Wasser, das sich bisher immer hochgestaut hat, wird nun in diesen ‚Kisten‘ zwischengelagert und steigt nicht mehr über Straßenniveau.“

Auf der anderen Baustelle der Bauherren KRM Leasing GmbH entsteht mit einem zweieinhalb-geschossigen Gebäude mit Satteldach derzeit etwas ganz anderes: Im Erdgeschoss sind fünf Ladenlokale für hochwertigen Einzelhandel in Größen von 60 bis 90 Quadratmetern geplant. Denkbar seien aber auch andere gewerbliche Nutzungen. In den übrigen Geschossen ist ein Boardinghaus mit Wohnungen in Größen von 50 bis 70 Quadratmetern vorgesehen. „Wir sind absolut im Zeitplan und die Bauarbeiten sind im vollen Gange“, bestätigt Benedikt Vormberg von KRM Leasing.

Der Weg bis zur Umsetzung beider Baumaßnahmen war lang. Bereits vor sechs Jahren waren beide Projekte Thema im Bauausschuss und im Ortsbeirat Westerland. Auch im Bauausschuss im vergangenen März wurde das Thema unter den Kommunalpolitikern lange diskutiert. Vor allem Bürgermeister Nikolas Häckel setzte sich für eine zeitnahe Durchführung der Baumaßnahme ein – sie zu verschieben war in seinen Augen keine Option. „Ja, es wird im Sommer dort ein Verkehrschaos geben“, sagte der Bürgermeister in dem Ausschuss, „allerdings mit oder ohne diese Maßnahme.“ Es gebe an dieser Stelle ein massives Regenwasser-Risiko, das Wasser könne bei Starkregen nicht abfließen, so der Bürgermeister. „Was das Tiefbauamt antreibt, ist das Wissen, dass wir hier bei Starkregen sonst absaufen werden“.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 05:21 Uhr

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