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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 03:10 Uhr

Meerkabarett auf Sylt : „Als Kind fand ich Sylt exotisch“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Morgen tritt Jan Weiler in Rantum auf: Im Interview spricht er über seine Kindheitserinnerungen an Sylt, die Sansibar und sein Programm

Jan Weiler hat ein Gespür für Situationskomik und Sprache. Beides hat er hundertfach in seinen Erzählungen, Romanen und Kolumnen bewiesen und die Menschen zum Lachen gebracht. Morgen tritt der Schriftsteller mit seinem Bühnenprogramm um 20 Uhr im Meerkabarett auf. Es enthält die besten Kolumnen der Serie „Mein Leben als Mensch,“ die jede Woche in der „Welt am Sonntag“, im Radio sowie auf seiner eigenen Homepage erscheint. Im Zentrum der Geschichten stehen neben abseitigen Alltagsbeobachtungen vor allem Einblicke in das wundersame Treiben des familieneigenen Pubertiers und seiner Freunde. Außerdem immer mit dabei: Ehefrau Sara, Sohn Nick, der italienische Schwiegervater Antonio Marcipane und jede Menge neue und weitere Figuren.

Herr Weiler, Sie treten am morgigen Donnerstag erstmalig mit Ihrem Bühnenprogramm auf Sylt auf. Kennen Sie die Insel aus früheren Besuchen?

Ich war als Kind öfters auf der Insel. Woran ich mich ganz intensiv erinnere, sind die langen Fußmärsche durch die Dünen an den Strand. Da fühlten meine Brüder und ich uns wie in einem Abenteuerfilm. Ich fand Sylt damals richtig exotisch, hauptsächlich aufgrund der irrsinnigen Menge an Sand. Wir nahmen die Insel als riesigen Abenteuerspielplatz wahr. Ich glaube, ich hatte keine einzige Sekunde Langeweile.

Sind Sie als Erwachsener wiedergekehrt?

Ja, das ist noch gar nicht so lange her. Ich habe auch versucht, meinen alten Empfindungen nachzuspionieren um zu gucken, ob ich Orte aus meiner Kindheit wiederfinde.

Sind Sie fündig geworden?

Die alten Gefühle kamen auf jeden Fall schnell zurück. Mir ging es aber so, dass ich mit einer anderen Einstellung zurückkehrte, die unter anderem aus Eindrücken aus der Bunten oder Gala bestanden. Ich muss zugeben, ich war ein wenig vorurteilsbehaftet und ging davon aus, dass es zwei Sorten von Touristen auf der Insel gibt: Die einen haben ganz viele Goldknöpfchen, die anderen haben ganz viele Klettverschlüsse an den Klamotten. Wir waren dann auch in der Sansibar und ich habe mit der Anwesenheit von Hamburger Zopf-Pulli-Menschen gerechnet. Die waren dann natürlich auch da, aber ich war so begeistert von dem Essen und dem tollen Service, dass es mich fast störte, dass meine Vorurteile nicht bestätigt werden konnten und es mir auch als Erwachsener auf der Insel unheimlich gut gefällt.

Wenn Sie Sylt jetzt in ihr Herz geschlossen haben, bleiben Sie ein paar Tage länger?

Ich muss leider am Freitag schon wieder in Aachen sein. Ich versuche, die wenige Zeit, die ich habe, ganz intensiv zu nutzen und viel am Strand spazieren zu gehen.

Was können die Leser von Ihrem Auftritt erwarten?

Ich lese aus dem Buch „Das Reich der Pubertiere“, dem Nachfolger von „Das Pubertier“. Es ist ein lustiges und sehr schönes Programm, nicht vergleichbar mit einer sogenannten Wasserglas-Lesung, wo einer mit einem Wasserglas am Tisch sitzt und vorliest (lacht). Es ist vielmehr Lesung mit Comedy-Programm. Mir macht das immer wahnsinnig Spaß – und den Zuschauern, soweit ich das mitbekomme, auch.

Für wen ist das Programm geeignet?

Es ist ein Familienprogramm und man kann wundervoll mit allen hin. Besonders lustig ist es, wenn Eltern mit ihren pubertierenden Kindern kommen. Da heißt es dann oft „Siehste, ist genau wie bei uns“. Die Familien sind hinterher oft sehr gelöst, weil sie merken, dass man viele der Themen, die es so in der Familie gibt, mit Humor nehmen kann.

Tickets gibt es an allen Vorverkaufsstellen der Insel und im Internet unter www.meerkabarett.de

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erstellt am 20.Jul.2016 | 05:30 Uhr

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