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Hörnumer Crêpe-Stand : Alles bleibt beim Alten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Weil die Inselverwaltung Fehler bei der Ausschreibung einräumt, darf der bisherige Betreiber der Strand-Bude im Inselsüden bleiben.

Die Nachricht, der Betreiber des Hörnumer Crêpes-Standes würde wechseln, sorgte vor zwei Wochen für Unruhe beim Betreiber Dirk Werk und seiner Frau Ursula Menning-Werk, beim Bürgermeister, bei der Amtsverwaltung und in der Bevölkerung (wir berichteten). Nachdem sich die Inselverwaltung zunächst gegen den Vorwurf der bisherigen Pächter, sie seien benachteiligt worden, wehrte, ruderte Nikolas Häckel in seiner Funktion als Verwaltungschef der Inselverwaltung gestern zurück: „Bei der Aufarbeitung des Vorgangs kam heraus, dass seit 2013 wohl verschiedene Verträge im Umlauf waren“, erklärte er. Warum das so ist und wie es dazu kam, dazu möchte sich der Leitende Verwaltungsbeamte im Detail nicht äußern, weil das vor seiner Amtszeit geschehen sei.

„Der Pächter hat uns nun nach Abschluss der Ausschreibung einen Vertrag vorgelegt, der eine Kündigungsoption vorsah, die hier bisher nicht bekannt war. Selbstverständlich halten wir und die Gemeinde Hörnum uns an diesen Vertrag, der Betreiber kann also mit seinem Crêpes-Stand in die Saison starten. Genau genommen, weil ihm vor Ausschreibungsbeginn nicht ordnungsgemäß gekündigt worden war, auch, wenn das jetzt ein wenig absurd klingt", so Häckel. Dass die Pächter der Crêpes-Bude diesen Vertrag erst jetzt und nicht gleich nach Beginn der öffentlichen Ausschreibung vor einigen Wochen vorgelegt hätten, sei zwar ärgerlich und eine frühere Information wäre hilfreich gewesen, „aber immerhin kann die verfahrene Situation jetzt rechtlich eindeutig geklärt werden“, berichtet Häckel.

Nikolas Häckels Behauptung, es habe „mehrere Verträge“ gegeben, weist Ursula Menning-Werk massiv zurück. „Mir liegt ein einziger Pachtvertrag vor. Darauf ist meine Unterschrift und die von Hörnums Bürgermeister Rolf Speth“, berichtet die Betreiberin der Strand-Bude gegenüber der Sylter Rundschau. Dieser Vertrag läge auch der Verwaltung und der Gemeinde Hörnum vor, dessen ist sie sich sicher: „Wäre ein Blick in den Vertrag geworfen worden, wäre den Verantwortlichen auch aufgefallen, dass eine Kündigungsoption darin enthalten ist. Das haben sie aber nicht gemacht, sondern haben die Fläche einfach ausgeschrieben.“

Dirk Werk und seine Frau behalten sich vor, rechtliche Schritte einzuleiten. „Seit der Ausschreibung haben mich hunderte Leute am Crêpes-Stand angesprochen. Das ist ein fortlaufender Eingriff in meinen Betrieb“, so Ursula Menning-Werk. Außerdem hätten die Gastronomen die Saison bisher nicht ausreichend planen können: „Wir brauchen ja auch Personal – waren aber quasi bis jetzt wie gelähmt und konnten nicht agieren“, sagt Dirk Werk. „Dabei ist uns natürlich ein Schaden entstanden, bei dem wir uns natürlich rechtliche Schritte vorbehalten wollen.“

Bürgermeister Rolf Speth, dessen Gemeindevertreter sich bereits einstimmig für einen neuen Betreiber des Crêpe-Standes entschieden hatten, weist alle Schuld an dem Vertrags-Chaos von sich: „Für mich ist das ein Totalversagen der Verwaltung der Gemeinde Sylt. Nicht nur ich, sondern auch meine Gemeindevertreter sind da hinters Licht geführt worden“, behauptet er. Speth habe im Januar ein Schreiben von Ursula Menning-Werk mit der Bitte um eine Vertragsverlängerung bekommen und diese an die Verwaltung in Westerland und den Finanzausschuss weitergeleitet. „Man hat dann in der Verwaltung einfach versäumt in den Vertrag zu gucken – und das war der entscheidende Fehler“, so Speth. Den bisherigen Pachtvertrag habe er nach eigenen Angaben nie gesehen. „Ich ging davon aus, dass die Fläche rechtmäßig ausgeschrieben werden muss, weil der alte Vertrag ausläuft“, so Speth.

Bei der Entscheidung über einen neuen Betreiber hätten Hörnums Gemeindevertreter „rein sachlich entschieden und klar für den besseren Bewerber eingesetzt. Dass Dirk Werk noch eine Option hat, das wussten wir gar nicht.“ Dass er persönlich etwas gegen Dirk Werk habe, der behauptet, der Bürgermeister wolle ihn „loswerden“, dementiert Hörnums Bürgermeister: „Ich habe nie etwas gegen Dirk Werk gehabt. Bei der Entscheidung über einen neuen Betreiber war ich absolut emotionslos und habe nach Sachlage entschieden.“

Die Ausschreibung wurde jetzt wieder aufgehoben. Der Bewerber, der den Zuschlag hätte erhalten sollen, sei bereits informiert, sagte Nikolas Häckel für die Amtsverwaltung. „Zum Glück ist er sehr verständnisvoll.“


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erstellt am 19.Apr.2017 | 05:09 Uhr

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