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Sylter Rundschau

28. April 2017 | 20:07 Uhr

Dauerwohnen auf Sylt : Alles auf Anfang

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Hauptausschuss beschließt die Einberufung einer Expertenrunde, die eine Lösung zur Sicherung des Dauerwohnens auf der Insel finden soll.

„40/60, 70/30, 130/60 – es scheint, dass keine der Regelungen derzeit so richtig gewollt ist“, eröffnete Carsten Kerkamm (CDU) Tagesordnungspunkt sechs in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Grund war ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen der CDU, SWG und SPD zur Durchführung eines Expertengesprächs zum Thema Bauleitplanung zur Sicherung und Erweiterung des Dauerwohnens auf Sylt. „Aus Sicht der drei Fraktionen ist es notwendig, dass hier mit offenem Visier ein Gespräch geführt wird, um zu ermitteln, was eigentlich alle Beteiligten wollen. Was will das Land? Was will der Kreis? Was wollen die anderen Gemeinden? Was wollen die Bürgerinnen und Bürger?“, so Kerkamm.

Nachdem die sogenannte 40/60-Regelung – also 40 Prozent der Geschossfläche fürs Dauerwohnen und 60 Prozent für die Ferienvermietung – von der Politik gekippt worden war, wurden auch gegen die neue Idee, 130/60, von der Landesplanung Bedenken vorgebracht, die eine Umsetzung unwahrscheinlich machen.

Daher soll in dem beantragten Fachgespräch, das die Hauptausschuss-Mitglieder am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen, nun nach einer Fraktionen übergreifenden und insularen Lösung zur Sicherung des Dauerwohnens im Rahmen von Bebauungsplänen gesucht werden, die sowohl aus dem Wohnraumentwicklungskonzept Sylt 2025 abzuleiten ist, als auch durch Land und Kreis und darüber hinaus mehrheitlich durch die Selbstverwaltung mitgetragen wird.

Bei dem Gespräch sollen zahlreiche Teilnehmer an einen Tisch gebracht werden, darunter

> Vertreter der Landesplanung und des Referates für Städtebau > Vertreter des Kreises Nordfriesland
> sämtliche Inselbürgermeister

> der Bürgervorsteher

> jeweils ein Vertreter der Fraktionen der Gemeindevertretung Sylt

> ein Vertreter Mieterschutzbundes

> ein Vertreter der Eigentümervertretung Haus und Grund

Carsten Kerkamm betonte in der Sitzung, dass es zunächst einmal ausschließlich um ein Fachgespräch gehen soll, „damit man überhaupt mal ausloten kann, wie wir weiterkommen können.“ Es könne sicherlich nicht sein, dass die Gemeinde noch die nächsten drei Jahren darüber diskutieren müsse. „Deshalb müssen wir jetzt mal zu Potte kommen, damit eine Lösung breiten Konsens gefunden werden kann.“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Nielsen freut sich über die Entwicklung: „Es ist natürlich sinnvoll, dass sich die drei Fraktionen hier geeinigt haben“, sagte er, betonte aber nachdrücklich, dass „wir das schon lange haben könnten. Daher ist es nun höchste Zeit, dass wir weiterkommen.“

Die Zeit war überhaupt das Einzige an dem Antrag, das in der Sitzung kritisiert wurde – denn das Expertengespräch soll erst Ende Juni stattfinden: „Bis dahin ist es noch lange hin, das ist eine ganz schöne Zeitverschwendung“, so Maria Andresen (Bündnis 90/Die Grünen). Bürgermeister Nikolas Häckel verteidigte den Termin, denn die eingeladenen Vertreter von Kreis und Land hätten vorher keine Zeit, „und ohne diese Partner kommen wir nicht weiter“.

Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt erhofft sich viel von dem Treffen: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viele Gespräche geführt – aber leider immer nur mit einzelnen Beteiligten und nie mit allen zusammen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns mit allen Partnern an einem Tisch setzen und in einer oder in mehreren Runden wirklich alle Informationen und Interessen austauschen.“ Fest steht: die Runde wird nicht klein. Zählt man alle eingeladenen „Experten“ zusammen, werden etwa 30 Personen an dem Tisch sitzen. Zu viele seien das aber nicht, betont Nikolas Häckel. „Die Liste ist natürlich sehr vielfältig und sehr groß, aber ich denke sie ist genau richtig, um die Kuh endlich vom Eis zu kriegen.“

Besonders wichtig sei dem Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Teilnehmer aus allen Inselgemeinden mit am Tisch zu haben. „Unser Ziel ist es, eine insulare Lösung zur Sicherung des Dauerwohnraums zu erstellen und da ist es wichtig, dass wir alle Inselbürgermeister motivieren, an dieser Runde teilzunehmen.“ Denn ohne insulare Abstimmung werde kein Ortsteil und keine Gemeinde wirklich etwas erreichen können.

 

 

 

 

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erstellt am 13.Apr.2017 | 04:55 Uhr

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