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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Musik-Spektakel auf Sylt : „Alle müssen Bock drauf haben“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview mit der Sylter Rundschau spricht der Bassist der Donots über Seekrankheit, Unterwegssein und Wein beim Texte schreiben.

In den 22 Jahren ihrer Bandgeschichte werden sie am Ende des Jahres mehr als 1000 Konzerte gespielt haben. Morgen heizen die fünf Jungs der Donots auf der Syltfähre Musicnight der Röm-Sylt-Linie ihrem Publikum ein. Das letzte Album der Band aus Nordrhein-Westfalen „Karacho“ landete auf Platz fünf der Albumcharts. Wir haben mit dem Bassisten der Alternative-Rock-Band, Jan-Dirk Poggemann, gesprochen. Der freute sich gestern über eine kurze Kartonschlepp-Pause, während er einem Kumpel beim Umzug in Münster half.

Seid ihr alle seefest?

Ja, sind wir. Das konnten wir testen, als wir im Frühjahr für drei Tage auf dem Kreuzfahrtschiff Norwegian Sky von Miami aus zu den Bahamas unterwegs waren und dort gespielt haben. Ich muss aber zugeben, dass ich vorher etwas nervös war, weil ich früher beim Schnorcheln gemerkt habe, dass mir ordentlich schlecht wurde, sobald das Boot stand. Da hatte ich erst Angst, dass das auf dem großen Schiff auch so ist, aber da war echt alles total easy.

Welche Unterschiede gibt es zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Musikgeschäft?

Grundsätzlich ist das Business in den USA ganz anders – das haben wir schon ganz früh gemerkt. Unsere allererste Erfahrung in den Staaten war ein Termin bei einem Musikanwalt. Andererseits ist das Bandgeflecht im Punkrock dort aber total super. Die Bands kennen sich alle untereinander, das ist cool. In Deutschland ist das nicht so, weil es hier nicht so viele Punkrock-Bands gibt.

22 Jahre Donots sind eine lange Zeit. Schwinden langsam die Energie und der Pepp bei Euch in der Band?

Nein, es fühlt sich überhaupt nicht alt und routiniert an, denn wir haben uns schon immer frisch gehalten und zum Beispiel versucht, Platten woanders aufzunehmen und Touren an neue Orte zu machen. Wir machen auch Konzerte, wo die Leute ganz nah an der Bühne – also fast direkt bei dir im Gesicht – stehen. Wenn es bei uns irgendwann zu routiniert wird, würden wir aufhören. Denn die Motivation und die Freude an allem muss sein – alle müssen Bock drauf haben.

Was hat sich im Laufe der letzten Jahre im Musikbusiness verändert?

Besonders der Wandel von der Platte zur MP3 ist groß: Früher war es wichtig, ein Album auf Vinyl herauszubringen. Es musste haptisch sein, sich gut anfühlen und man hat sich tierisch Gedanken um eine Albumreihenfolge gemacht. Das ist heut’ noch so, aber mit dem Wissen, dass die Kids sich ein oder zwei Songs runterladen und den als Mixtape zwischen tausend anderen Liedern auf dem Handy haben. Das ist anders als früher, als man ewig gewartet hat, dass eine Band ein neues Album rausgebracht hat und dann das Album am Stück gehört hat. Das positive an dieser Entwicklung ist, dass es viel einfacher ist, heute seine Musik zu verbreiten – man braucht nur eine Internetplattform.

Eurem Bandnamen Donots (von don’ts = do nothing) werdet ihr nicht unbedingt gerecht. Ihr seid häufig unterwegs. Wird Euch der Rummel manchmal zu viel?

Zu viel Rummel gibt es eigentlich nicht. Das einzige Problem an unserem Traumjob – wir haben ja das wahnsinnige Glück, mit dem, was wir lieben, unseren Lebensunterhalt zu verdienen – ist, dass wir viel unterwegs sind und nur wenig planbar ist. Freunde und Familie können auch darunter leiden, dass ein Konzert gespielt werden muss, wenn ein wichtiger privater Termin ansteht.

Wie viel von Eurem persönlichen Erleben fließt in die Texte?

Ingo schreibt 95 Prozent der Texte. Und das soll – gerade jetzt bei den deutschen Texten – in seinen Händen bleiben. Er singt zwar nicht nur von sich selbst, aber auf jeden Fall ist da viel Erlebnis-Verarbeitung dabei. Er notiert sich Dinge, wenn er unterwegs ist und setzt sich dann abends mit ’ner Flasche Rotwein hin und trägt das zusammen. Anschließend reden und diskutieren wir das in der Gruppe.

Habt ihr zuvor auf Sylt gespielt?

Nein, noch nie.

Was erwartet ihr von Eurem Publikum auf der Syltfähre?

Ich kann nicht so richtig einschätzen, wie unser Publikum auf Sylt aussieht. Das ist das Schöne, dass wir überhaupt nicht wissen, was auf uns zukommt. Wir stellen uns auf ein bunt gemischtes Publikum ein und haben extra noch ein komplett neues Set geprobt.

Donnerstag um 19.30 Uhr legt die Syltfähre in List ab. Die Tickets für das Donots-Konzert sind bereits ausverkauft. An den Fahrkartenschaltern der Syltfähre sind

aber Fährtickets für die Vorbands zum regulären Fährpreis erhältlich. Infos unter www.syltfaehre.de.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 05:12 Uhr

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