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Sylter Rundschau

28. März 2017 | 02:28 Uhr

Thermenruine : Abriss in Keitum soll zwölf Stunden am Tag laufen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Damit die Thermenruine so schnell wie möglich verschwindet, dürfen die Arbeiter täglich von 8 bis 20 Uhr hantieren.

Heute rücken die ersten Bauarbeiter und Bagger an, ab Mittwoch soll dann offiziell der Abriss der Thermenruine beginnen (wir berichteten). Damit die mit einer Dauer von zwei bis drei Monaten veranschlagten Abbrucharbeiten möglichst zügig über die Bühne gehen, hat der Ortsbeirat Keitum auf seiner jüngsten Sitzung einem Vorschlag von Nikolas Häckel zugestimmt, die gesetzlichen Ruhezeiten freizugeben. Grundsätzlich wäre es laut Gemeindeverordnung zwar vorgeschrieben, dass von 13 bis 15 Uhr sowie von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens der Betrieb von lärmintensiven Geräten und Maschinen untersagt sei, so der Bürgermeister. Die zuständige Ordnungsbehörde könne jedoch auf Antrag Ausnahmen zulassen, sofern ein öffentliches Interesse bestehe.

Diskutiert wurde zunächst, ob die dann mittäglich erlaubten zwei Stunden am Ende abgezogen werden sollen – ob also zwar ab 8 Uhr, aber längstens bis 18 Uhr durchgearbeitet werden darf. Oder ob die gesamte Zeit, also zwölf Stunden bis 20 Uhr, lärmintensive Maschinen in Betrieb sein dürfen. Letztendlich entschied sich der Ortsbeirat gemäß dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ für die Maximal-Variante von 8 bis 20 Uhr. Ob es bei einer Fünf-Tage-Woche bleibt oder auch am Sonnabend gearbeitet werden darf, ist nach wie vor unklar – am Sonntag jedoch soll Ruhe herrschen.

Erneut ging es auf der Sitzung auch um die Strecke, auf denen Baumaschinen und Lkw-Transporter durch Keitum fahren sollen. Nikolas Häckel räumte ein, dass seine Verwaltung vorschnell den Weg vom Kreisel über die Munkmarscher Chaussee bis zur Kehre hinter St. Severin und dann weiter durch Alten Kirchenweg und C.P.-Hansen-Allee bis zum Tipkenhoog festgelegt habe. Diese Strecke hatte im Ortsbeirat jedoch nur die letzte Priorität von drei Varianten: Erste Wahl war eine Route, die nicht durchs Kapitänsdorf, sondern von der Thermenruine östlich am Kliff und Bahndamm entlang bis zu einem der Übergänge in Archsum führen sollte. Wegen zu schmaler Straßen und zu enger Kurven sei diese Option aber ausgeschieden, sagte der Bürgermeister. Er wolle den Keitumern jedoch Gelegenheit geben, sich für Variante zwei – eine Anfahrt des Schwerlastverkehrs über den Gurtstig – auszusprechen. Daran würde sich dann die Verwaltung halten. Häckel informierte in diesem Zusammenhang auch darüber, dass einige Anwohner des Alten Kirchenwegs sowohl den Ortsbeirat als auch die Verwaltung angeschrieben und sich gegen diese Route ausgesprochen hätten.

Nach kurzer Diskussion, in der die Argumente gegen eine Nutzung des erst vor kurzem neu ausgebauten Gurtstig überwogen, ließ der Ortsbeiratsvorsitzende Oliver Ewald das Gremium erneut abstimmen: Eine deutliche Mehrheit entschied sich für den Alten Kirchenweg. Auch, weil Bürgermeister Häckel darauf hinwies, dass die schwer geschädigte Straße nach dem Thermenabriss repariert werden soll und dafür – anders als bei einem Ausbau – keine Anliegerbeiträge fällig würden.

Marcus Kopplin, der Betriebsleiter des für den Abbruch verantwortlichen Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM), wies in der Sitzung nochmals darauf hin, dass der überwiegende Teil des Betonmaterials zum Auffüllen und Modellieren des Geländes, aber auch dazu verwendet werden soll, ein Abrutschen der Straße Am Tipkenhoog zu verhindern. Immerhin entstünde durch den Abriss ein viereinhalb Meter hohes Gefälle. Wenn alle Arbeiten beendet sind, soll der Gehweg parallel zum Bauzaun wiederhergestellt werden und von der Alten Mühle bis zum Parkplatz hinter der Arena führen.

Mittlerweile gibt es vor Ort erste Zeichen des bevorstehenden Endes des „Schandmals der Insel Sylt“. Vergangenen Freitag wurden an den Zäunen rund um die Ruine Hinweisschilder mit dramatisch formulierten Texte angebracht, die vor einem Betreten des Geländes während der Abbrucharbeiten warnen.

Wie es nach dem Abriss der Ruine und der groben Modellierung der Oberflächen weitergeht, darüber soll eine „Arbeitsgruppe Therme“ beraten, der Vertreter des Ortsbeirat sowie Mitarbeiter der Verwaltung und von KLM angehören. Wichtig sei es dabei vor allem, für das weitläufige Areal des ehemaligen Schwimmbads Gestaltungsideen in Verbindung mit der Arena zu entwickeln, betonte Oliver Ewald. Für diesen Veranstaltungsort läge ja schon länger ein Konzept vor, dass zum Beispiel einen zweiten Rettungsweg in Richtung Wattenmeer sowie einen Hauptzugang vom großen Parkplatz aus vorsähe. „Wir hoffen, das alles bis Mitte 2018 umsetzen zu können – auch, damit dort dann wieder unser für dieses Jahr leider abgesagtes Feuerwehr- und Arenafest stattfinden kann“, so der Ortsbeiratsvorsitzende.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 03:18 Uhr

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