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Sylter Rundschau

06. Dezember 2016 | 17:08 Uhr

Hörnum : Abbruch-Arbeiten am Haus Budersand beginnen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Bagger sind schon da: In den kommenden Wochen wird das Haus im Hörnumer Norden abgerissen.

Seit dem Wochenende stehen die Abriss-Bagger vor dem Haus Budersand in Hörnum. „Wir haben eine Firma beauftragt, das Gebäude nun abzureißen“, bestätigt Projektentwickler Bernd Diehle auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Haus Budersand werde demnach in den kommenden Tagen zunächst entkernt und dann dem Erdboden gleich gemacht. „Türen, Küchen und Heizkörper werden erst abtransportiert“, sagt Diehle, „dann wird das Dach abgenommen und die Fenster ausgebaut“. Ziel sei es, den Abriss des Gebäudes in vier Wochen abzuschließen.

Das Gebäude hat Familie Ebert, die in Hörnum das Hotel Budersand betreibt, im vergangenen Dezember von der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie erworben. Die Idee hinter diesem Kauf war, das Gebäude abzureißen und dort zwölf Golfhäuser zu errichten (wir berichteten). Der geplante Abriss sorgte angesichts der Flüchtlingsdebatte bei den Sylter Gemeindepolitikern für Unverständnis. Neben anderen hatte vor allem die SPD–Fraktion der Gemeinde Sylt darauf gedrängt, das Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. „Es ist beschämend, wenn nutzbare Einheiten vernichtet werden und wir für gutes Geld neue schaffen müssen“, kritisierte auch Nikolas Häckel die Pläne.

Claudia Ebert verteidigt jedoch ihr Vorhaben: „Jahrelang stand das Haus leer, die Diakonie fand keinen Käufer“, schreibt sie in einem Statement an die Sylter Rundschau. „Wir hätten draus gern Personalwohnungen gemacht, das wurde nicht genehmigt. Schließlich haben wir – ohne uns vorzudrängeln und ohne einen Bewerber zu überbieten – der Diakonie einen fairen Preis bezahlt.“ Der Plan, auf dem Gelände sogenannte Golf-Häuser zu bauen, wäre nur der Tatsache geschuldet, dass Hörnum Nord als touristisches Gebiet ausgewiesen ist, so die Hotelbesitzerin. „Viel lieber würden wir dort bezahlbare Häuser für junge Sylter Familien bauen, und diesen Plan habe ich auch noch nicht aufgegeben.“ Über die Aussage von Häckel ärgerte sie sich: „Ich musste lesen, dass Sylter Politiker einen Abriss des Hauses Budersand ‚beschämend‘ und ‚skandalös‘ finden“, schreibt Ebert, „ich finde es beschämend, dass sich keiner dieser Herren auch nur einmal über Kaufpreis und die anfallenden Investitionen erkundigt hat, die nötig gewesen wären, das Haus Budersand wieder bewohnbar zu machen. Dieser Populismus hilft der Insel beim Bewältigen der Flüchtlingsproblematik sicher nicht weiter.“

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von
erstellt am 22.Mär.2016 | 05:30 Uhr

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