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Sylter Rundschau

05. Dezember 2016 | 17:34 Uhr

Halle 28 auf Sylt : 500 000 für den Katastrophenschutz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei der Gemeindevertretersitzung stand die Halle 28 im Zentrum der Debatten. Abstimmung über WLan auf der Rathausplatz und in der Bibliothek

Die Stimmung  bei der Gemeindevertretersitzung am vergangenen    Donnerstag im Westerländer Rathaus war nicht nur aufgrund der sommerlichen Temperaturen aufgeheizt, auch die Themen auf der Tagesordnung sorgten für hitzige Stimmung bei Politikern und Zuschauern. Neben 34 (von 36 geladenen) stimmberechtigten Gemeindevertretern hatten zahlreiche Bürger an diesem Abend  auf den Stühlen im hinteren Teil des Sitzungssaales Platz genommen,  um persönlich  zu erfahren, wie es mit der Halle 28 weitergehen soll. Denn  nachdem der Gemeinde am Mittwoch die „Nutzungsuntersagung“ des Kreises Nordfriesland für die Halle  zugestellt worden war (wir berichteten), wollten viele wissen, wie es mit dem Katastrophenschutz auf der Insel weitergeht.

 Eine – mehr oder weniger zufriedenstellende – Antwort auf diese Frage sollten sie aber erst nach  drei Stunden und vielen Wortmeldungen erhalten –  dazu später mehr. Denn  zunächst  wurde das Thema ausgiebigst diskutiert.  „Sind wir auch ohne Halle 28 im Katastrophenfall  vor dem Hintergrund des bestehenden Katastrophenschutzplanes handlungsfähig?“, fragte Gemeindevertreter Mathias Lauritzen  (SPD) den Bürgermeister der Gemeinde Sylt und erwartete von Nikolas Häckel eigentlich ein klares „Ja“ oder „Nein“. Die Antwort: „Das kommt darauf an“ sorgte  für  Gelächter im Raum, auch beim Bürgermeister, der erklärte:  „Der Katastrophenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Katastrophen sind Einzelfälle, die jeweils eigene Maßnahmen erfordern, daher ist ‚es kommt darauf an‘ die einzig möglich Antwort.“

Sein erklärtes  Ziel nach der Hiobsbotschaft des Kreises: „Es geht mir jetzt darum,  eine zukunftsfähige Lösung zu finden, mit der wir alle leben können.“ Bevor das Thema  weiter diskutiert wurde, standen andere Entscheidungen an, darunter eine, die viele Gäste und Insulaner freuen wird: Die Gemeindevertreter entschieden, dass es künftig auf dem Westerländer Rathausplatz freies Wlan geben wird.  Die Initiative Freifunk, die künftig auch gemeinsam mit der Förde Reederei Seeturistik (FRS) am Lister Hafen freies Internet anbieten will (siehe Bericht Netzwelt), wird auch gemeinsam mit der Gemeinde Sylt den Rathausplatz vernetzen.

Freies Internet, allerdings unter der Prämisse, dass der Jugendschutz gewährleistet ist, soll in Zukunft auch in der Sylt-Bibliothek eingerichtet werden. Zur Freude von Bibliotheks-Leiter Jan-Christian Sangkuhl: „In einer Kinder- und Jugendbibliothek haben pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Seiten nichts zu suchen“, sagte er in einem Appell an die Politiker, die seinem Wunsch folgten und einem Angebot mit Jugendschutzfilter nach der Vorgabe der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zustimmten.

Und schließlich, als es im vorletzten Tagesordnungspunkt um den Nachtragshaushalt ging, war die Halle 28 und der Sylter Katastrophenschutz wieder in aller Munde. Die Gemeindevertreter  einigten sich darauf,  vorsorglich  500000 Euro im Nachtragshaushalt für den Katastrophenschutz bereitzustellen - mit einem Sperrvermerk bis zum Bürgerentscheid am 12. Juni. Wofür das Geld  genutzt werden soll sei abhängig von Entscheidung der Bürger, sagte der Bürgermeister. In jedem Fall werde es aber in den  Katastrophenschutz investiert.

Die Abstimmung um den Nachtragshaushalt sorgte aber noch  für weiteren Diskussionsstoff. Im Zentrum: Das Dach der Alten Post. Es wurde zum Ende der Sitzung sogar zum Kernthema der Debatte, denn im Nachtragshaushalt sind für die Sanierung insgesamt 343000 Euro veranschlagt. Eine Summe, die allen voran Dürken Freier (SWG) so nicht nachvollziehen kann. „So stimme ich hier nicht einfach über Steuergelder ab“, sagte sie bestimmt und setzte damit durch, dass das Geld zunächst mit einem Sperrvermerk eingestellt wird. Im kommenden Hauptausschuss am 14. Juni soll KLM-Leiter Marcus Kopplin die Kostenschätzung für das neue Dach erklären -  erst dann darf der Sperrvermerk aufgehoben werden. Julia Nieß

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erstellt am 21.Mai.2016 | 05:37 Uhr

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