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Sylter Rundschau

05. Dezember 2016 | 05:30 Uhr

Jugenderholungsheim auf Sylt : 15 Millionen Euro für Puan Klent

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Hamburger Jugenderholungsheim auf Sylt bekommt vom Bund einen Zuschuss von 15 Millionen Euro für die notwendige Bausanierung.

Ungewöhnliche Stille herrscht derzeit im Hamburger Jugenderholungsheim Puan Klent auf Sylt. Dort, wo sonst 340 Kinder mit Besteck klappern, fröhliche Lieder singen und auf den Spielplätzen toben, bewegen sich nur die Schaukeln langsam mit dem Wind.

In einem kleinen, warm beleuchteten Büro auf dem weiten Gelände inmitten der Dünen zwischen Hörnum und Rantum allerdings ist noch Leben – und wie! „Wir freuen uns wahnsinnig“, sagt Martina Affeldt mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Wir können das manchmal noch gar nicht glauben und müssen immer wieder nachlesen, ob es wirklich stimmt“, so die Leiterin des Erholungsheims.

Dr Grund für die große Freude: Puan Klent bekommt vom Bund einen Zuschuss von 15 Millionen Euro für die notwendige Bausanierung. Das Geld sei während der aktuellen Haushaltsberatungen in Berlin bewilligt worden, teilte der Hamburger Bundestagsabgeordnete und SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs mit, der sich maßgeblich für die finanzielle Zuwendung einsetzte. Der Vorstand des Jugenderholungsheimes hatte bereits Anfang des Jahres Kontakt zu Kahrs, berichtet Martina Affeldt. „Da haben wir die Sorgen und Nöte von Puan Klent vorgetragen, denn davon haben wir einige.“


Das größte Sorgenkind: Das Mädchenhaus


Kahrs machte sich im Anschluss stark für die Unterstützung: „Sylt gilt immer als teuer und exklusiv. Puan Klent zeigt, dass sich auch Hamburger Jugendliche einen Urlaub auf dieser Insel schon seit Jahrzehnten leisten können“, so der SPD-Abgeordnete. „Damit das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt, habe ich mich in den diesjährigen Haushaltsberatungen für die finanzielle Förderung der Sanierung stark gemacht.“ Die 15 Millionen Euro kämen aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort gäbe es einen speziellen Haushaltsposten, der Baumaßnahmen von Jugendeinrichtungen unterstützt, so Kahrs.

„Wir haben es nicht für möglich gehalten, dass man uns in diesem großen Umfang bedenkt“, sagt Martina Affeldt. Denn es muss einiges an den maroden Gebäuden getan werden. Das größte „Sorgenkind“ des Hamburger Jugenderholungsheims auf Sylt sei das Mädchenhaus, berichtet die Heimleiterin. „Das ist aus dem Baujahr 1926 und damit das älteste Gebäude auf diesem Gelände – und außerdem das noch am wenigsten Renovierte.“ Die Decken seien dort teilweise noch mit Sand gefüllt, die ganze Außenhaut sei versalzen und von der energetischen Seite her „muss man gar nicht darüber sprechen“, so Affeldt.

Daher sollen die 15 Millionen Euro in den kommenden Jahren gut angelegt werden. „Wir werden uns jetzt in Ruhe überlegen müssen, wie es aussehen soll, wenn es fertig ist“, so Affeldt. Regelmäßig würden die baulichen Angelegenheiten durch Siegfried Leisner, der viele Jahre Vorsitzender der Stiftung Puan Klent war, und von einem Architektenbüro begutachtet. Es gebe auch eine Einschätzung über den Sanierungsbedarf des Jugenderholungsheims: „Diese fängt bei der Zufahrtsstraße an und geht bis hin zu dem Mädchenhaus, der Mehrzweckhalle und auch anderen Gebäudeteilen, die vor zwanzig Jahren das letzte Mal saniert wurden.“


Maßnahmen sollen bis 2020 beendet sein


Wenn man dem heutigen Standard gerecht werden wolle, müsse auf dem Gelände fast alles einmal angefasst werden, so Affeldt. Dazu gehört auch, den 70er-Jahre-Charme aus den Speisesälen zu verbannen und die Küche auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem sollen die Personalwohnungen aufgestockt werden. Auch ohne die 15 Millionen wäre eine Sanierung notwendig gewesen. „Es gab auch schon Überlegungen zur Sanierung, aber es hätte ohne das Geld vom Bund natürlich viel mehr Zeit in Anspruch genommen.“

Die baulichen Maßnahmen sollen voraussichtlich bis 2020 beendet sein, sodass der Bürgermeister von Hamburg am 6. Juni 2020 zum 100-jährigen Jubiläum gratulieren kann. Der Betrieb soll dennoch durchgängig normal weiterlaufen. „Wir werden natürlich die Arbeiten im belegungsschwachen oder belegungsfreien Zeiten durchführen“, erklärt Affeldt.










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Sylter Rundschau-Redakteurin Julia Nieß von
erstellt am 16.Nov.2016 | 05:05 Uhr

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