zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Zwei Bausparverträge als Grundstock für den Neubau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wenig Bürgerinteresse an Infoveranstaltung zur Sanierung des Ahrensburger Rathauses

Das waren noch Zeiten: Als die Ahrensburger Stadtverordneten Anfang der 1960er Jahre den Bau eines Rathauses beschlossen, taten sie das, was heutzutage viele Eigenheimbauer machen: Im Dezember 1963 schloss die Stadt zwei Bausparverträge über insgesamt 2,5 Millionen D-Mark ab, um die Finanzierung zu sichern. Ein Detail, das am Donnerstag während einer Infoveranstaltung zur bevorstehenden Sanierung des Ahrensburger Rathauses zu hören war.

Leider hielt sich das Interesse der Bürger in Grenzen. Von den etwa 40 Besuchern waren rund die Hälfte Mitarbeiter der Verwaltung. Das räumte Bürgermeister Michael Sarach bei der Begrüßung ein: „Leider ist das Interesse eher gering, dabei war diese Veranstaltung nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Menschen, die hier leben, gedacht.“

Diplom-Architekt Sebastian Hoyer von der TU Braunschweig (die Technische Universität hat das denkmalpflegerische Gutachten erstellt) führte die Besucher nicht nur durch die Baugeschichte des vom Architekten Karl-Heinz Scheuermann entworfenen Rathausgebäudes, er hob auch die – aus Geldmangel – unterlassene Bauunterhaltung hervor. „Wenn die finanziellen Mittel vorhanden gewesen wären, dann wäre sicherlich das eine oder andere architektonische Detail heute nicht mehr vorhanden, sondern durch Neues ersetzt worden.“

Weil viele Dinge im Rathaus, zum Beispiel die Ausstattung des Magistratszimmers oder alte Bedienknöpfe für technische Einrichtungen bis jetzt im Originalzustand sind, kann das Rathaus für sich in Anspruch nehmen, unter Denkmalschutz (seit 2014) zu stehen. Und das wiederum ermöglicht eine Sanierung im Rahmen des Städtebau-Förderungsprogramms. 6,6 Millionen Euro wird die Maßnahme voraussichtlich kosten, zwei Drittel kommen vom Bund und Land, ein Drittel muss die Stadt beisteuern.

Der Denkmalschutz-Status setzt allerdings auch Grenzen: Die Farblehre im Inneren des Gebäudes (schwarz und weiß) muss erhalten bleiben, die Teakholzrahmen der Fenster bleiben (nur die Glasscheiben werden erneuert) und die vorgeschriebene zweite Fluchttreppe an der Rückseite des Gebäudes wird ein eigenes Fundament bekommen. „Sollte diese Treppe jemals wieder abgebaut werden, bleiben keine Spuren“, sagte Sebastian Hoyer.

Brandschutzmaßnahmen, die Reinigung der Fassade und die Verlagerung einiger publikumsintensiver Fachbereiche innerhalb des Rathauses sind die Schwerpunkte der Sanierung. Auch der Rathausturm mit seinen beiden Uhren wird neu gestrichen – in der jetzigen Farbgebung. Wann genau mit den Arbeiten begonnen werden kann, hängt von den Bescheiden des Innenministeriums ab. Ziel ist der Abschluss der Arbeiten rechtzeitig zum 50. Geburtstag des Rathauses. Einweihung war im November 1970.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen