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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:27 Uhr

Bargteheide : Zusammenhalt führt zum Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Warum der Ring Bargteheider Kaufleute so gut dasteht und für eine lebendige Innenstadt aus dem Vollen schöpfen kann.

Den Innenstädten geht es schlecht. Das zumindest belegen immer wieder neue Gutachten, die zeigen, dass viele Käufer entweder im Internet oder im Supermarkt auf der grünen Wiese ihre Einkäufe tätigen. Daher ist von vielen Kaufleute-Vereinigungen landauf und landab auch zu hören, dass es ohne neue Gutachten, teure Agenturen und großen Aufwand nicht gelingen wird, Einheimische und auswärtige Gäste zum Einkaufen in die Innenstädte zu locken. Oft gehen diese Diskussionen mit einer Erklärung von Motivationsproblemen einher. Oft ist am Ende zu hören, dass man erstmal mit den Problemen rund um das eigene Geschäfte fertig werden müsse, bevor man sich auch noch ehrenamtlich einbringen könne.

Der Ring Bargteheider Kaufleute (RBK) sticht aus diesem Feld heraus. Er ist eine Art positives Gegenbeispiel, wie ohne große, weitgreifende Konzepte, betriesbwirtschaftliche oder sozilogische Analysen eine rege Beteiligung der Kaufmannschaft für eine lebendige Innenstadt funktionieren kann.

Und während zu so manchen Treffen der Kaufleute in Städten wie Bad Oldesloe gerade einmal eine Hand voll Interessierter kommt, wenn es um die Organisation von verkaufsoffenen Sonntagen geht, und die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) sich sogar auflöste, ist beim RBK die Hütte voll, wenn gemeinsame Unternehmungen anstehen. Das wurde jetzt auch erneut bei den Planungen für das Herbstfest inklusive verkaufsoffenen Sonntags klar. Normalerweise kooperiert der RBK für dieses Fest mit






einem Zeltbetreiber. Als dieser absagen musste, beschlossen die Bargteheider, dass sie es auch einfach ohne ihn schaffen. Doch woran liegt das eigentlich?

„So ganz genau kann ich das gar nicht sagen. Es ist, glaube ich, die Mischung aus vielen positiven Faktoren“, erklärt RBK-Pressesprecherin Tanja Wilke.

Der RBK-Vorsitzende Andreas Luther hatte schon auf der Jahresversammlung erklärt, dass der zehnköpfige Vorstand – das alleine sind mehr Personen als in mancher anderen Kaufleute-Vereinigung aktiv tätig sind – sich einfach seit Jahren kennen und charakterlich wunderbar zusammenpasse. „Wir sind realistisch mit den Dingen, die wir planen. Das wissen auch unsere Mitglieder. Sie werden nicht mit Veranstaltungen überschüttet oder mit Aufgaben erschlagen“, erklärt Wilke. „Wir machen zwei verkaufsoffene Sonntage und nicht vier, dazu einige weitere kleinere Veranstaltungen. Ich denke, dass das eine gute Entscheidung ist, die motiviert“, so Wilke weiter. „Außerdem haben wir uns seit einigen Jahren für die totale Transparenz







entschieden. Früher dachten wir, dass manche Themen gar nicht alle Mitglieder interessieren. Mittlerweile wissen wir, dass das nicht so ist und wir geben alles weiter, was wir an Infos bekommen“, so Wilke weiter.

Außerdem pflege der RBK jahrelang ein enorm gutes Verhältnis zur Stadtverwaltung. „Das geht nie gegeneinander, das funktioniert Hand in Hand. Wir wollen gemeinsam etwas für Bargteheide auf die Beine stellen und so kann das dann auch funktionieren“, sagt Wilke. „Eigentlich sind wir da zurückhaltender, aber wenn Sie so fragen, müssen wir uns auch ein wenig loben. Wir haben die richtigen Rückschlüsse gezogen, würde ich sagen“, erklärt die Pressesprecherin weiter und der Erfolg gibt ihr und dem RBK absolut Recht. Die verkaufsoffenen Sonntage dürfen sich als die gelungensten im Kreis ansehen, weil es gelingt, wirklich viele Vereine und Geschäfte zum aktiven und vor allem individuellen Mitwirken zu bewegen.

„Es spielt sicherlich auch eine Rolle, dass Bargteheide schuldenfrei ist. Außerdem ist ein Großteil der Geschäfte noch Inhaber geführt. Leider werden andere Städte durch Filialisten überschwemmt, was nicht gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl sein kann“, ergänzt Wilke, der es wichtig ist, dass man sich nicht über engagierte Kaufleute in anderen Städten stellen wolle. „Die Voraussetzungen sind halt nicht überall so. Wir versuchen bei uns das Beste aus dem zu machen, was wir haben. Fast jeder schaut hier nach links und rechts, was neben seinem Laden passiert. Das ist so gewachsen, weil man sich über Jahre kennt.“ Aus dem Erfolg werde aber auch neue Motivation gezogen.

Der kleine Weihnachtsmarkt am Rathaus wird dieses Jahr auf drei Wochen verlängert. Das sei ein Wunsch der Bürger gewesen, dem man gerne nachkomme. Er startet am letzten Novemberwochenende und endet am dritten Advent. Wer noch eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt betreiben möchte, kann sich bei Wolfgang Sarau von „Sammeln und Schenken“ unter Telefon (04532) 84 82 melden.

 

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erstellt am 22.Aug.2016 | 06:15 Uhr

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