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Stormarner Tageblatt

29. März 2017 | 11:29 Uhr

Bad Oldesloe : Zukunft für das Oho-Kino

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Hotel ist an Hamburger Geschäftsleute verkauft. Der bisherige Besitzer Heinz Wittern hat einen Pachtvertrag für die drei Säle bekommen. Er arbeitet jetzt an einem Konzept.

„Oldesloe bekommt sein Kino zurück und einen leidenschaftlichen Betreiber.“ Diese frohe Botschaft verkündete die Bargteheider Maklerin Nicole Göbel gestern. Ihr und ihrem Team ist es gelungen, für die Immobilie einen Käufer zu finden. Kino-Betreiber Heinz Wittern hat einen auf 20 Jahren angelegten Pachtvertrag für das Kino bekommen.

Im Sommer 2015 schloss das Kino mit seinen drei Sälen – anfangs war nur von einer Sommerpause die Rede. Eigentümer Wittern wollte sein direkt angrenzendes Hotel an die Stadt als Flüchtlingsunterkunft vermieten. Dann hätte er sich nur noch um das Kino kümmern müssen. Doch der Vertrag wurde nie unterzeichnet, stattdessen kam die Insolvenz. „Gefühlt waren es fünf Jahre an der Front“, sagte ein sichtlich erleichterter Heinz Wittern: „Ich habe den Kinostandort nie aufgegeben. Ein großer Brocken ist jetzt abgefallen, aber die Kuh ist noch nicht vom Eis.“ Das Kino wieder aufmachen, so einfach geht das wohl nicht. Dafür bedarf eines Konzepts und es muss Geld her. Da die Tinte unter dem Kaufvertrag grade erst trocken sei, könne er noch keine detaillierten Pläne vorlegen. „Gebt mir bitte noch zwei, drei Wochen“, warb er um Geduld. Er müsse eine Idee entwickeln, wie der Standort vernünftig zu betreiben sei. Mit vielen Kindern und Familie sei die Basis jedenfalls gut.

Nach Aussagen der Maklerin gab es rund 100 Interessenten für die Immobilie. Vom Puff mit Sexkino, türkischem Gemüseladen bis zur Senioreneinrichtung war alles dabei. „Der Bank und dem Insolvenzverwalter ist es egal, die wollen nur Geld sehen“, so die Immobilienfachfrau. Auch diverse Kinobetreiber hätten Interesse gezeigt – wollten aber das Hotel nicht dazu haben. Nicole Göbel: „Und man muss immer eine Bank finden, die einem das finanziert Deshalb war der Prozess etwas langwieriger.“ Rund 70 Besichtigungstermine arrangierte Wittern mit potenziellen Käufern, mehrfach bekam er Pachtverträge als Kinobetreiber angeboten, doch die waren alle das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt waren, weil sich eben keine Bank fand, die die Finanzierung übernehmen wollte.

Jetzt hat es endlich geklappt. Zwei Hamburger Geschäftsleute haben das Gebäude an der Hamburger Straße gekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel verriet Heinz Wittern: „Die Bank ist uns wahnsinnig entgegen gekommen.“ Anfangs waren 400  000 Euro als Kaufpreis aufgerufen, dann zog die Bank zwischenzeitlich die Summe auf das doppelte hoch. Nicole Göbel: „Wenn von vornherein ein Konzept da gewesen wäre, wäre es einfacher gewesen.“

Die Investoren kommen aus der Hotel- und Taxibranche. Sie planen, im „Oldesloer Hof“ Monteursunterkünfte einzurichten. Im Erdgeschoss könnte Gastronomie einziehen und Heinz Wittern bekomme, weil er ihr volles Vertrauen genieße, so Nicole Göbel, „im Kino völlig freie Hand“.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 03.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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