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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 21:12 Uhr

Bad Oldesloe : Zu wenig Platz – kein Kreisel am Berliner Ring

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verkehrsexperte stellt im Oldesloer Bauausschuss verschiedene Varianten vor. Ein Kreisverkehr würde aber nur in einer Größe Sinn machen, für die der Platz fehlt.

Beschlossen ist es zwar noch nicht, aber die Entscheidung scheint gefallen: An der Kreuzung Lübecker Straße/ Berliner Ring wird kein Kreisverkehr gebaut.

Olaf Drangusch vom Hamburger Ingenieurbüro SBI hat fünf verschiedene Varianten für die Kreuzung berechnet. „Für das, was wir brauchen, reicht der Platz nicht. Und das, wofür der Platz reicht, bringt nichts. Wenn zu viel Verkehr ist, flutscht es eben nicht mehr“, fasst der Verkehrsexperte seine Untersuchung im Bauausschuss zusammen. In Spitzenstunden seien 2500 Fahrzeuge gezählt worden. Diese aktuelle Zahl decke sich mit denen von 2013. Für das Berechnungsmodell wurde noch ein Zuschlag hinzugezählt, damit der Kreisverkehr auch für die Zukunft Bestand hätte. Im Rahmen des Möglichen wäre ein Kreisverkehr „deutlich überlastet“, so Drangusch. Benötigt würde ein zweispuriger Turbo-Kreisel mir einem Durchmesser von etwa 50 Metern. Drangusch: „Dafür müsste ein Teil des Polizeigebäudes fallen.“ Das ist eher unwahrscheinlich.

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) zeigte sich vollends überzeugt: „Ich fand es klasse, wie auch die anderen Kreuzungen und das Umfeld berücksichtigt wurden. Das Thema hat sich erledigt. Durch die Trave-Arkaden sind uns dort alle Chancen verbaut.“ Denn selbst wenn die städtische Obdachlosenunterkunft an der Kreuzung abgerissen werde, reiche der Platz nicht.

Uwe Rädisch (CDU) stimmt ihr zu: „Für mich wäre das Gebetbuch zu schließen. Wir haben die klare Erkenntnis gewonnen, dass es keinen Sinn macht.“

Karl-Friedrich Kümmel (FBO) hat noch ausgeprägte Zweifel. „In anderen Städten mit deutlich mehr Verkehr funktionieren Kreisel mit 45 Metern Durchmesser ohne Probleme“, sagt er: „Wir sind eigentlich für den Kreisel.“ Schützenhilfe bekommt er von Eckehard Knoll, dem so genannten Kreiselpapst aus Ahrensburg, der eine sechste Variante präsentieren will.

Auch Hartmut Jokisch (Grüne), der vor Jahren den Antrag stellte, dort einen Kreisverkehr zu bauen, meldet Bedenken. „Es hat ein Geschmäckle“, glaubt er: „Das Gutachten ist im Dialog mit dem Bauamt entstanden, das gefällt mir nicht.“ Jahrelang sei das Thema regelrecht verschlampt worden. Konkret bemängelt er, dass zugrunde gelegte Zahlen üppig aufgerundet seien.

Die endgültige Entscheidung fällt erst im nächsten Monat, da den Politikern diesmal das Gutachten noch nicht vorlag.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 09.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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