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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Stormarn : Zehn Kilometer werden saniert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

L 225 zwischen Bargteheide und Hoisbüttel liegt im Plan / Minister Meyer: Reparieren mehr als vorherige Landesregierungen

Marode Straßen und verfallende Infrastruktur sind spätestens seit dem Zustandsbericht 2014 ein Dauerthema – und 2017 sind Landtagswahlen. Da nimmt Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in der Sommerpause auch gerne mal persönlich eine Baustelle in Augenschein. Die L  225 zwischen Bargteheide und Hoisbüttel bietet sich besonders an, weil es mit der „Todeskreuzung“ bei der Hoisbütteler Mühle ein weiteres Aufregerthema gibt.

Seit Januar gab es dort sechs schwere Unfälle. Ende April war dort ein Motorradfahrer ums Leben gekommen. Im September soll es den nächsten runden Tisch geben. Meyer kündigte „Sofortmaßnahmen“ zum Beispiel für eine bessere Erkennbarkeit der Kreuzungssituation an, „wir brauchen aber auch eine langfristige Lösung“, so der Minister.

Die Zusammenarbeit zwischen Kiel, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Lübeck (LBV) und der Gemeinde Ammersbek funktioniert auch bei der Sanierung der L  225, „einer der wichtigsten Landesstraßen mit 10  000 Fahrzeugen täglich“, so Meyer. Die Sanierung wurde in die Sommerferien gelegt, weil unter Vollsperrung gearbeitet wird. „Das geht schnell, ist sicherer und die Qualität ist höher, weil die gesamte Breite asphaltiert wird“, so LBV-Leiter Jens Sommerburg: „Die Mittelnaht ist die klassische Sollbruchstelle.“

Das sollte der Presse gestern auch vorgeführt werden, der große Fertiger, der pro Minute sechs Meter Straße mit einer vier Zentimeter dicken Deckschicht versieht, spielte aber nicht mit: Technischer Defekt. Der Fehler im Verdichter konnte aber vor Ort repariert werden, so dass es heute weitergehen soll.

Sommerburg: „Der Fertigstellungstermin 2. September wird eingehalten.“ Den Auftrag für das 3,3 Kilometer lange Teilstück hatte der Landesbetrieb für 580  000 Euro an das Unternehmen Eurovia vergeben. Ganz fertig wird die Straße dann allerdings nicht sein. Ein 300 Meter langes Teilstück bei den Timmerhorner Teichen bleibt erstmal holprig. Dort weist die Gemeinde rund 30 neue Grundstücke beidseits der Straße aus. „Der Bebauungsplan steht. Es wäre ja völlig unsinnig, jetzt die Straße zu sanieren und sie dann für die Leitungsverlegung wieder aufzureißen“, so Ammersbeks Bürgermeister Horst Ansén. Nach der Erschließung soll die Straße 2017 saniert werden. Die Ausschreibung übernimmt die Gemeinde. In Stormarn wurden und werden auch die Landesstraße 224 zwischen Großensee und Siek und L  222 (Stemwarde/Schönnigstedt) erneuert.

„Im Zuständigkeitsbereich des LBV Lübeck werden 41 Kilometer Straßen saniert, 2015 waren es nur 29 Kilometer“, sagt Meyer. Seine Botschaft: Das Land habe die Mittel für Landesstraßen in den vergangenen fünf Jahren auf fast 36 Millionen Euro verdreifacht und in diesem Jahr noch mal mit dem Sonderprogramm auf fast 47 Millionen aufgestockt. 2017 sollen es über 49 Millionen Euro sein. „Vorwürfe, es werde zu wenig getan, greifen nicht, sagt Meyer, der die Vorwürfe natürlich kennt.

Ein Drittel der 3600 Kilometer Landesstraßen sind laut dem Zustandsbericht von vor zwei Jahren sanierungsbedürftig. 36 Millionen Euro sind danach jährlich nötig, wenn das Straßennetz nicht noch weiter verfallen soll. 90 Millionen Euro pro Jahr über zehn Jahre braucht es, um die Straßen wieder in den Zustand von 1990 zu bringen, dem Jahr der Wiedervereinigung.

Davon ist man auch mit dem erhöhten Landesbudget weit entfernt. „Ich muss manchen Bürgermeistern sagen, dass ihre Straße noch nicht dran ist“, räumt Meyer ein, aber über 25 Jahre lange hätten alle Landesregierungen zu wenig für die Infrastruktur getan. „Wir haben immerhin einen Plan bis 2030.“

Kriterien für eine Sanierung sind der Zustand der Straße, die Verkehrsbelastung und die Bedeutung für das Streckennetz. Danach fallen Straßen wie die L  90 zwischen Todendorf und dem Kreuz Bargteheide oder die Ahrensböker Straße in Reinfeld allerdings wieder hinten runter.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 11:59 Uhr

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