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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Stormarner Wochenschau : Woher soll Rettung kommen?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloer Innenstadt hat es nötig, aber für sie kann man keinen Notruf wählen. Bei Bauchschmerzen sollte man das auch nicht tun.

Süppchen kochen

Dumm geboren und nichts dazugelernt. Wie lange wird nun schon über die Attraktivierung der Oldesloer Innenstadt lamentiert, was ist nicht schon alles probiert worden? Und was ist dabei rausgekommen? Eigentlich doch nichts.

Von einem Stadtmarketing aus einem Guss ist Oldesloe vermutlich weiter entfernt denn je. Jeder wurstelt so vor sich hin. Das muss ja nicht zwingend schlecht sein, aber ein großes Ganzes sieht eben anders aus. Bestes Beispiel: Die Stadt bastelt an einem „Einkaufsfinder“ und die Agentur Prodibra macht es auch – auf ihrer Seite natürlich. Bei der Stadt fallen Personal- und wahrscheinlich Sachkosten an, Prodibra will von der Stadt 25  000 Euro Zuschuss haben. Nicht nur dafür, sondern auch für die anderen Sachen wie Blumentaschen, Sterne, Fähnchen ...

Noch ein Beispiel? Was kommt immer und so sicher wie das Amen in der Kirche an Kritik? Richtig: Oldesloe hat keinen Weihnachtsmarkt. Der Wir-Verein macht wenigstens einen kleinen am Mühlradplatz. Schön, lauschig, aber eben nur kurz. Nun gab es einen lokalen Anbieter, der für die Stadt einen großen Weihnachtsmarkt gemacht hätte. Fertiges Konzept inklusive Rettungsgassen lag vor. „Nö, kein Interesse“, bekam er beim damaligen Bürgermeister zu hören. „Und außerdem müsste sowas ausgeschrieben werden.“ Wie bitte? Da kommt jemand, hat eine Idee und muss dann unter Umständen zusehen, wie Konkurrenten den Zuschlag bekommen?

Der AK Hude macht den Laternenumzug, die IG Handel die verkaufsoffenen Sonntage, der Wir-Verein bastelt an weitere Sachen, in der Politik wird diskutiert, die Fußgängerzone baulich aufzuhübschen ... Es müssen endlich alle an einen Tisch. Dann muss ein Ziel und der Weg dahin definiert werden. Bei der Gelegenheit muss natürlich auch über die Kosten gesprochen werden. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Stadt das bezahlt. Ohne einen nennenswerten Anteil der Kaufmannschaft und der Immobilienbesitzer wird es nicht gehen. Auch wenn es abgelutscht klingt, aber es müssen eben alle am selben Strang ziehen. Und in die selbe Richtung!

Immer mehr

Bitte die zentrale Nummer 110 anrufen, appelliert die Polizei an alle, die etwas Verdächtiges beobachten. Bei der anderen Notrufnummer, der 112, ist es manchmal genau andersherum. In der Rettungsleitstelle rufen – vor allem am Wochenende oder nachts – auch gerne Leute an, denen die Bauch- oder Kopfschmerzen nun doch zu viel werden. Und die, die vielleicht vom eigentlich zuständigen ärztlichen Notdienst hörten, dass es zwei bis drei Stunden dauern könnte, bis der Doktor kommt. Das kostet nicht nur die Krankenkassen viel Geld, die sowohl den ärztlichen Notdienst als auch die Rettungsleitstelle finanzieren. Obwohl es wesentlich teurer ist, wenn ein Rettungswagen rausgeschickt wird, ändert sich an dem System nichts. Mit der Folge, dass es den Beitrags- und Steuerzahler immer mehr Geld kostet. Mehr Anrufe bedeuten eben auch mehr Einsätze und mehr Personal. Die Rettungsleitstelle Süd wurde in den vergangenen Jahren zweimal erweitert, jetzt geht es um einen Neubau, und den möglichst so, dass er einfach erweitert werden kann. Ob das die einzig sinnvolle Lösung eines Problems sein kann, dass mit dem Älterwerden der Bevölkerung, aber auch mit dem zentralisierten Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zu tun hat, darf bezweifelt werden.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 12.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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