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Stormarner Tageblatt

26. September 2016 | 00:31 Uhr

Großhansdorf : „Wir waren alle sehr erschrocken“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgertreffen an der neuen Flüchtlingsunterkunft – der Termin war lange vor den Razzien vereinbart worden, erhilet jetzt aber eine besondere Bedeutung.

Es war Tag 1 nach dem Alptraum: Am Mittwochabend trafen sich auf Einladung des Freundeskreises Flüchtlinge Großhansdorf zahlreiche Einwohner an der neuen Unterkunft an der Alten Landstraße – die aktuellen Ereignisse hatten diesen bereits lange feststehenden Termin überholt.

Unsicherheit und Betroffenheit auf der einen Seite, leiser Optimismus auf der anderen Seite: Die Tatsache, dass in einer Flüchtlingsunterkunft in Großhansdorf ein mutmaßlicher IS-Anhänger verhaftet worden war (wir berichteten), steckte tief in den Köpfen. „Ich muss meine Gedanken neu ordnen, aber das dauert noch“, sagte Birgit Karlsson, in der Gemeindeverwaltung zuständig für Flüchtlingsangelegenheiten.

„Ich habe keine Angst, aber ich beobachte jetzt genauer“, sagte Magitta Beutel, die in der Nachbarschaft der neuen Unterkunft wohnt und Hermann Löning, ebenfalls ein Nachbar, will dem Freundeskreis auch weiterhin verbunden bleiben. Polizeihauptkommissar Sascha Vogt von der Dienststelle Großhansdorf sagte: „Es gab nie Probleme oder Auffälligkeiten, vielleicht mal Kleinigkeiten – aber das kommt unter den Deutschen auch vor.“

Pastor Wolfgang Krüger von der Kirchengemeinde Großhansdorf-Schmalenbeck drückte die Stimmung so aus: „Wir sind einfach sehr erschrocken, jetzt ist es direkt vor unserer Tür passiert.“ Mit der neuen Wohnanlage an der Alten Landstraße (dort werden vier Familien einziehen) gibt es jetzt fünf Container-Standorte, die Waldgemeinde investierte rund 2,1 Millionen Euro. In Großhansdorf leben 170 Flüchtlinge, unter anderem in der früheren Reha-Klinik am Eilbergweg.


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