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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:25 Uhr

„Wir möchten arbeiten und lernen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lionsclub Hahnheide spendete 5000 Euro für Flüchtlings-Sprachkurse / Lob der Spender für die aufgebauten Strukturen

Die einen haben Spaß beim alljährliche Drachenbootrennen des Lions Club Hahnheide auf dem Lütjensee, die anderen profitieren. Die Lions haben sich soziales Engagement auf die Fahne geschrieben, und so wurden 5000 Euro aus dem Erlös des Rennens im vergangenen Jahr an die Gemeinde Trittau für Sprachkurse für Flüchtlinge gespendet.

Jetzt kamen der amtierende Präsident, John Adam, der damalige Schatzmeister Stefan Wildegans und der Vorsitzende der Fördergesellschaft des Lionsclubs Hahnheide, Joachim Neitzel, um sich ein Bild über die Verwendung der Spenden zu machen. Sie besuchten einen aktuellen 100-Stunden-Kursus der Volkshochschule, in dem etwa 20 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, die meisten zwischen 19 und 45 Jahre alt, Deutsch lernen.

Sowohl die Durchführung der Kurse als auch die Organisation ist nicht immer einfach: „Mit der großzügigen Spende im Rücken habe ich immer zuerst versucht, Sprachkurse auf die Beine zu stellen, die öffentlich gefördert werden“, berichtet VHS-Leiterin Petra Luck. Und da gibt es viel zu beachten: Einige Kurse werden nur für Teilnehmer aus nicht sicheren Ländern wie Iran, Irak, Eritrea und Syrien gefördert.

Die so genannten „Staff“- Kurse (Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein), an denen beispielsweise auch Afghanen teilnehmen dürfen, müssen am ersten Kursustag 15 angemeldete Teilnehmer vorweisen. Da es im Laufe der Zeit weniger Flüchtlinge gab, war nicht immer klar, ob diese Kurse voll werden. „Aus der Spende konnten wir dann im Frühjahr zwei kleine Kurse über zehn Wochen einmal wöchentlich und jetzt im Herbst einen dritten Kursus anbieten, der an drei Vormittagen im September und Oktober läuft.“ berichtet Luck. 130 Schüler haben insgesamt die Kurse besucht.

Auch die Verständigung im Kurs mit Lehrerin Ulrike Rohde ist nicht immer einfach. „Einige kennen überhaupt kein Alphabet, andere nur das arabische. Einige können Englisch, andere nicht“, berichtet die pensionierte Grundschullehrerin. Da ist es sehr hilfreich, dass Teilnehmer früherer Kurse dabei sind, die schon gut Deutsch sprechen, um zu unterstützen. Ein weiterer Teilnehmer spricht Englisch und Farsi, kann ebenfalls dolmetschen. „Die Grammatik ist schwer und mühsam. Unser Ziel ist zunächst die Verständigung in Alltagssituationen“, so Rohde.

„Deutsch ist schwer, aber ich möchte nicht nur zu Hause herumsitzen. Ich will die Sprache lernen, weil hier die Zukunft für mich und meine Kinder ist. Ich möchte gerne arbeiten“, sagt Zikryat Abbudah, die im Irak Lehrerin war. Ihr stimmt Agit Singh Kattar aus Afghanistan zu: „Wir möchten arbeiten und lernen“, sagt er.

Für die Lions war der Einblick in die Verwendung der Spenden hilfreich bei der Entscheidungsfindung, ob weitere Zuschüsse gegeben werden. „Es wurden gute Strukturen geschaffen. Es wäre schade, wenn das jetzt abbricht“, betonte Stefan Wildegans.

Bürgermeister Oliver Mesch bedankte sich bei den Lions: „Die Ausführungen zeigen, wie wichtig es ist, unbürokratisch Geld zur Verfügung zu haben.“ Aktuell leben 287 Flüchtlinge im Amt Trittau.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 04.Okt.2016 | 12:59 Uhr

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